Flüchtlingsdebatte

In den letzten Wochen wird der Ton rund um die Einwanderer und Flüchtlinge immer rauher. Nein es sind nicht nur Rechtsextremisten von denen ich plötzlich komische Kommentare in diese Richtung höre. Meist sind es ganz normale Menschen aus der Mittelschicht um mich herum, die mir erzählen, wie doof sie es finden das Deutschland immer mehr Flüchtlinge aufnehmen muss.
Manchmal fallen dann auch ganz merkwürdige Phrasen wie: die Deutschen sind ja bald nur noch ein Mischvolk und das kann doch nicht gut sein.
Oder: die wollen doch nur unser Geld.
Das sind noch die harmlosen Sachen die mir zu Ohren kommen. Jedesmal bin ich dann reichlich erschrocken und sehr traurig.

Die ganze Welt wurde irgend wann einmal aufgeteilt. Fahnen gesetzt, Grenzen gezogen. Das Land auf dem man stand, einfach zu seinem erklärt. Zäune wurden gezogen, Königreiche gegründet und plötzlich war die Welt aufgeteilt. In Staaten und Länder mit Zäunen und Mauern. Manch ein Kopf denkt mittlerweile auch nur noch bis zu seiner eigenen Grenze, bis zu seiner eigenen Mauer und alles was darüber hinaus geht, dafür fehlt ihnen der Blick.
Egoistisch vielleicht. Vielleicht sind sie auch einfach nur zu klein um über diese Grenzen und Mauern hinweg sehen zu können. Ich weiß es nicht, denn wenn sie groß wären und sie würden alles sehen, dann würde ich doch nicht so viele negative Sprüche über unsere Gäste vernehmen. Wer über die Mauern hinweg sehen kann, der sieht auch das Leid das in den Ländern aus denen unsere Gäste kommen herrschen. denen fällt auf, wie schwer es sein muss hinter diesen Grenzen zu sein. Und denen ist auch klar, dass es Menschen gibt, die eben versuchen über die Grenzen ihres Landes zu kommen um ein besseres Leben starten zu dürfen. Ich gönne es jedem Einzelnem der es geschafft hat, denn es war bis hier her mit Sicherheit ein beschwerliche Reise.

In meinem Kopf existieren keine Grenzen, keine Mauern, denn ich sehe nur eines, einen großen Erdball auf dem es Teile gibt in denen Menschen nicht gut Leben können, verfolgt werden, dem Tod entkommen müssen. Bilder aus den Nachrichten brennen sich so tief in meinen Kopf hinein, das ich nicht verstehe warum andere Menschen diese einfach nicht sehen, nicht wahrhaben wollen, unsere Gäste verachten und ihnen nichts als Schlechtes an den Hals wünschen. Dabei vergessen sie, dass sie eben nur Glück hatten hier geboren worden zu sein. Nur Glück hatten, nicht so ein beschwerliches Leben führen zu müssen und das wir alle eben auch nur eines sind: nämlich Menschen deren Blut die selbe Farbe hat.

So viele Bilder – zu viele Bilder die ich sah, in denen Tote durch die Strassen getragen wurden. Bei der Flucht erschossen oder auf hoher See umgekommen. Dann kommen die Überlebenden hier an und werden behandelt, als wären sie Eindringlinge, Gefährder. Dabei sind es nicht sie, die die Grenzen und Mauern gebaut haben. Dabei sind es nicht sie, die dafür verantwortlich sind das sie fliehen mussten. Dabei sind sie nur die Opfer von Kriegen, Gewalt und Armut. Sie können nichts dafür, das in ihrem Heimatland kein freies Leben möglich ist.

Der Erdball: eine Fläsche aus Wasser und Land, eine runde Fläsche mit mal mehr, mal weniger Ressourcen. Und wir Menschen teilen sie einfach auf, anstatt es so zu sehen wie es ist.

die Erde

Sie gehört jedem von uns

WOW Das war mein erstes CCC-Camp

Nun sitze ich hier an meinem Rechner und starre Löcher in die Luft. oder besser gesagt, es sieht so aus als würde ich Löcher in die Luft starren, doch in Wirklichkeit sehe ich mir einfach die letzten Tage in einer dauer Diashow an.

Die Tasche die ich mit hatte, liegt nun sehr zerpflückt und auch nicht mehr ganz so heile in meinem Wohnzimmer. Die Kraft dazu, sie auszupacken fehlt im Moment noch sehr.
Wohl auch das erste mal, dass ich mit einer Vorfreude auf ein Camp gefahren bin. Ich freute mich ein paar Gesichter endlich wieder zu sehen. Dieses mal allerdings nicht wie gewohnt im Winter, sondern mitten im Sommer auf dem Chaos Communication Camp.
Die Anreise war ein wenig beschwerlich, da ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln 13 Stunden unterwegs war, weil die Bahn es nicht schaffte auch nur einen Zug in den ich einsteigen wollte, pünktlich fahren zu lassen.

Danach fand ich mich in einem Dorf wieder, dass kein Taxi hatte. So ging es mit mir und meinem Freund 7 km zu Fuß zum Camp. Mitten in der Nacht bei herrlich klaren Sternenhimmel, und einem Lichtpilz der noch weit weg vom Camp zu sehen war. Eine Art Zeichen – hey hier müsst ihr lang, immer dem Licht nach. Und wenn man von meiner Position aus genau hin hörte, dann konnte man leise Musik vernehmen.
Trotz des ganzen schweren Gepäcks zog es uns immer weiter in Richtung dieser leisen Musik, die langsam immer lauter wurde.
Hatte ich in meiner Anfangszeit mir noch Sorgen gemacht nicht akzeptiert zu werden, war diese Sorge nun fast gegen Null gesunken. Im Vorfeld bekam ich schon ein paar PNs, die mir eindeutig sagten: hey, wir freuen uns auf dich.
Das fühlte sich etwas merkwürdig, aber auch total toll an. Ja ich freute mich auch auf sie.

Da wir Nachts ankamen, war erst einmal Zelt aufbauen und einrichten im Vordergrund. Einrichten bedeutet für mich:
Meine Runden drehen, mir alles versuchen anzuschauen und meine Bedürfnisse dahin gehend anzupassen, das ich eine gute Zeit erleben könnte.
Zu schauen, wann kann man duschen gehen, ohne ins Gedränge zu kommen, wie kann ich auf diesem riesen großen Areal die Orientierung behalten, wo kann ich einen Platz zum ausruhen finden, der leise ist.

Mein Gedanke vor dem Camp war, dass ich mich gerne einbringen würde und helfen möchte. Ein Engel zu sein, das wäre total toll. Engel sind die vielen freiwilligen Helfer, die das Camp erst möglich machen. Mal etwas zurück geben von dem guten Gefühl, das ich auf dem Camp tanken konnte. Hier hieß es aber auch erst einmal für mich abzuklären, wo ich mich überhaupt einbringen kann und ob es etwas zu tun gibt, das zu mir passt. Das Engel System zeigte mir sehr schnell das es Positionen gab, die wie geschaffen für mich waren. Ruhig, wenig Trubel, kein Gedränge und trotzdem musste dort jemand stehen. Mit Vorliebe übernahm ich deswegen den Parkplatzdienst. 😉

Selbstredend machte mich das farblich wild durcheinander geparkte System ein wenig konfus. Da musste Abhilfe her und so versuchte ich an einem Abend die Autos der Farbe nach zu sortieren. Da ich leider dort nicht so lange schicht hatte, schafte ich nur eine schwarze Autoreihe und einen kleinen weißen Bereich. 😉
Aber Spaß hatte ich dabei. Ich würde sagen, das ist ausbaufähig.

Für mich stand fest: ich und Tanzfläche, das ist etwas das nicht überein geht. Das werde ich wohl auslassen. Zum Einen bin ich durch meine Motorik eher steif wie ein Brett und zum Zweiten ist es mir oft viel zu eng und man kann es in der Regel auch nicht vermeiden dauernd angerempelt zu werden.
Oh… da sollte ich mich aber mehr wie täuschen, denn schon am zweiten Abend drückte mir jemand einen Tschunk in die Hand, und ich fand mich plötzlich auf dem „Marktplatz“ mit jeder menge Musik, in der Nähe der Boxen wieder. Ich feierte das erste mal überhaupt. Es war genügend Platz vorhanden. Nichts im Vergleich zu den engen Diskos in denen ich in meinem Leben 5 mal war und sie jedesmal nach bereits 10 Minuten verlassen musste. Unvergesslich für mich und ein großer Moment.

Wer mich kennt der weiß, dass es bei mir nie ohne großes Chaos abläuft und so kam es wie es kommen musste. Ich verlief mich auf diesem großen Areal. Mein Fehler:  ich hatte mir Fixpunkte zum Wege merken nur bei Tage angesehen und gemerkt. Nachts hingegen, mit all den Lichtern, sah das Camp ganz anders aus. Orientierung weg. Wo war nochmal der Weg zu meinem Zelt ? Oder lag es einfach nur an zu vielen Tschunks im Blut?
Da ich diese Situationen kenne, nehme ich sie mittlerweile mit einer großen Gelassenheit hin. Ich laufe einfach weiter. Irgendwann werde ich wohl irgend etwas wieder erkennen oder die Leute die ich eben noch bei mir hatte wieder finden. Ganz sicher sogar. Ich fand sie auch. Irgendwie. Zwei Stunden später.

Bettzeit war erst, als es wieder hell wurde, um dann im Zelt festzustellen, dass es viel zu warm zum schlafen war. Von sieben Nächten kann ich mich nur noch an drei erinnern, in denen ich die Nacht im Zelt verbrachte.
Danke dafür.

Es sieht wohl so aus als hätte ich das erste mal in meinem Leben so richtig fett Party gemacht. ;-).

Danke an Alle, die das möglich gemacht haben. Danke an Alle, die mir so aufgeschlossen entgegen kamen. Danke an den Bot, den ich diesesmal endlich kennen lernen durfte 😉 und an alle anderen Menschen die mich einfach so nahmen wie ich war. Und danke an @Honkhase, dass du in der Nacht, in der ich mich verlaufen hatte und du mich gesehen hast, nachgefragt hast ob alles ok sei. Auch wenn ich dir nicht gut Anworten konnte, fand ich das total klasse.
Am letzten Abend, ging ich noch einmal auf den Marktplatz und beobachtete die Leute die dort vorbei liefen. Vor ein paar Jahren noch war für mich klar, dass ich den Menschen keine Chance mehr in meinem Leben geben und mich nie wieder auf sie einlassen wollte. Zu groß waren die Enttäuschungen und zu heftig der Absturz. In diesem Moment, als ich diese Menschen ansah dachte ich: hey, es gibt sie doch noch. Menschen, die sich ihre Menschlichkeit bewahrt haben und für die es sich lohnt all die Ignoranten, die Agressiven, die Selbstherrlichen und die Intriganten auszusortieren, um diese Menschen zu treffen. Menschen die ehrlich sind, offen, tolerant und freundlich. Menschen, die zusammen etwas bewegen wollen und dies auch tun. Menschen die der Lethargie des Status Quo nicht verfallen sind, sondern aktiv etwas dafür tun, damit es allen besser geht. Und sie haben einen unglaublichen Spass an dem was sie tun.

PS: Nun heißt es für mich erst einmal ausruhen, ausruhen, ausruhen und Sinneseindrücke verarbeiten. Bis bald und ich freue mich auf den 32c3.
Da ich mich immer auf mein fotografisches Gedächtniss verlassen kann, habe ich leider vergessen, mich auf dem Camp zu fotografieren. Wem also ein Foto über den Weg läuft, wo ich mit drauf bin, wäre es nett, wenn einer mir das zuschicken würde. *schnief* brauche ein Foto für meinen Blog, oder hat jemand ein Wireless-kabel mit Kopfanschluss ?

Aussensicht auf eine Autistin

Da ich mich selten unter fremde leute begebe und ich mittlerweile viel mehr autistische menschen kenne wie neurotypische menschen, bin ich immer wieder gespannt darauf wie ich auf andere menschen wirke. so war ich vor kurzen zusammen mit einer freundin und ihrer kollegin in einem Tierasyl in kroatien. wir haben dort drei tage lang verbracht und diese kollegin hatt vorher noch nie kontakt zu einem autisten , darum war ich sehr gespannt darauf wie ich auf sie gewirkt haben muss. sicherlich kamen in diesen tagen viele kompensationsstrategien von mir zum einsatz. ich bat sie danach einen kleinen bericht zu schreiben, wie sie mich erlebt hat. diesen bericht möchte ich hier veröffentlichen, eventuell ist dieser für meine leser auch sehr interressant. auch poste ich ihn um vorurteile abzubauen.  ich finde sie hat sich in der zeit richtig mühe gegeben und ein enormes interresse war bei ihr vorhanden. so habe ich oft fragen beantwortet die zur aufklärung bei getragen haben. Hier also ihr bericht und wie sie mich wahrgenommen hat, viel spas beim lesen.

 

Meine Reise mit Sam – erster Kontakt mit einer Autistin

Wir planten unsere nächste Spendenfahrt nach Rijeka ins Tierasyl. Schon sehr früh stand fest, dass es um Ostern herum sein würde, da es ja nur in den NRW-Schulferien geht. Eines Tages fragte Birgt, ob ich etwas dagegen hätte, wenn Sam mitkommt. Sie wäre so neugierig auf das Asyl und die Hunde. Ich kannte Sam nur dem Namen nach, Birgit hat öfter äusserst positiv von ihr erzählt. Natürlich hatte ich nichts dagegen.

Von früheren Gesprächen über Birgits Job wußte ich, dass einige Autisten keinen körperlichen Kontakt möchten und sam dazu gehört .Also beim Begrüßen nicht die Hand geben oder womöglich noch umarmen usw. Darauf konnte ich mich gut einstellen. Wir haben uns bei unserer Kassenwärtin Angelika getroffen und Sam kam mir dort aus dem Haus entgegen. Wir schauten uns an, sie lächelte etwas verlegen und ich fragte, ob sie Sam sei. Dann habe ich mich vorgestellt und schon hatten wir unser 1. kleines Gespräch. Alles ganz normal.

Anschließend packten wir die Sachspenden aus meinem Auto in Birgits Auto und dann wurden wir bei Angelika fürstlich versorgt mit einem leckeren, bayerischen Mittagessen. Wir haben kräftig zugeschlagen und machten uns gegen 13 Uhr wieder auf den Weg in Richtung Süden. Sam und René saßen hinten (viel Platz hatten sie nicht – René ist Birgits Hund). Mit Pausen waren wir um 19 Uhr in Rijeka und bezogen dann die Wohnung von Zdenka`s Sohn. Dort gab es 1 Schlafzimmer und 1 Wohnzimmer mit Schlafcouch. Wir haben Sam aussuchen lassen, wo sie lieber schlafen würde und sie hat sich für das Wozi entschieden. An dem Abend waren wir relativ früh im Bett. Am nächsten Morgen war der Frühstückstisch gedeckt und Sam kümmerte sich ganz prima um unseren Kaffee. Nach dem Frühstück hat sie abgewaschen und mir ist aufgefallen, dass sie erst die 3 Messer und dann jeden Teller einzeln abgeräumt und gespült hat. Anschließend sind wir dann ins Asyl gefahren und man hat deutlich gemerkt, dass Sam sehr gespannt, neugierig und aufgeregt war. Dort angekommen, haben wir erstmal das Auto leergeräumt. Dann hat jeder seine Zwingerreihe „bearbeitet“. Sehr schnell bemerkte ich, dass die Hunde gerne auf Sam zugegangen sind. Also noch ein bisschen eher als bei Anderen. Sam hat ein sehr gutes Gespür für die Tiere, hat Geduld und strahlt Ruhe aus. Also perfekt für die Tiere. Und nicht nur die Tiere, auch Sam schien glücklich zu sein. Die Zeit ging sehr schnell rum und schon hatten wir „Feierabend“ im Asyl. Wir fuhren in unsere Wohnung auf Zeit und Sam meinte, sie möchte so gerne das Meer sehen. Also machten wir uns auf in den Hafen von Rijeka. Gingen um das Hafenbecken und hielten uns einen Moment an der Mole auf. Dort nahm sie einen Moment für sich und saß im Schneidersitz auf der Mole und schaute auf das Wasser. Das hat sie wohl gebraucht……..sie bedankte sich mehrfach bei uns, dass wir ihr das möglich gemacht haben. Auch Dienstag und Mittwoch haben wir im Asyl mit angepackt. Sam blieb in „ihrer“ Zwingerreihe, denn da kannte sie bereits alle Hunde und den Ablauf. Am meisten hat es ihr Siska angetan, eine Hündin, die sehr auf die Volontärin Diana fixiert war und nur mit ihr den Zwinger verließ. Da aber Diana nun in Zagreb studiert, hatte Siska noch keine Ersatzperson gefunden und blieb so – auch bei offener Zwingertür – lieber im Zwinger. Bis Sam kam . Die ließ Siska alle Zeit der Welt und so lief sie bereits am Dienstag mit Sam im Auslauf rum und am Mittwoch sogar auch noch aus dem Auslauf raus. Leider hatte Sam Hundemitbringverbot, ansonsten hätten wir Siska nur zu gerne mitgenommen.

Und auch am Mittwoch, unserem letzten Tag im Asyl, bewies Sam ihre „Hundepflüsterqualitäten“. Die kleine Greta sollte mal an der Leine laufen und schlotterte nur so vor Angst. Dank Sam und auch René, Birgits Hund, ging es nachher wesentlich besser.

Die Rückreise war zwar noch etwas kompliziert, da wir erst einen langen Stau hatten mit Vollsperrung der Autobahn in Österreich und uns das 2 Stunden Zeit kostete. Anschließend hatten wir dann eine Panne und mussten auf ein anderes Auto „umsteigen“. Und Birgit und Sam hatten dann noch mit genau diesem Leihwagen des ADAC wieder eine Panne – Marderbiss. So waren die Beiden letztendlich erst um 5 Uhr morgens zu Hause – nach 21 Stunden Fahrt.

 

Alles in allem kann ich nur sagen, dass die Zeit mit Sam eine sehr gute Zeit war. Wir haben schöne Gespräche geführt und ich habe es sehr genossen.

Ich denke, sie hat sich auch wohlgefühlt. Am meisten sicherlich im Asyl bei den Hunden.

Es war mein erster Kontakt mit einem Autisten und der war sehr positiv.

 

 

Bitte Heilt mich nicht !!

Ich streite mich ab und an mal im Netz mit den besagten MMS jüngern, die versuchen Autismus mit Chlorbleiche zu heilen. so hatte ich jüngst eine diskusion darüber auf youtube. einer der MMS anwender gab mir zu verstehen,  wenn ich autistische kinder austistisch sein lassen würde, man mich wegen unterlassener hilfeleistung anzeigen müsste, weil jedes Kind das recht hätte „Normal“ zu sein. ich Poste mal gerade die zitate hier rein:

er nannte das argument das ich wohl von der Pharmamafia bezahlt werden würde, das wir ja in jeder diskusion mit den MMS befürwortern lesen können. meine reaktion sah wie folgt aus.

Ich: lol, du bist süß. Nein ich bin kein handlanger der Pharmamafia. Sorry aber das ist absurd. Ich habe das wohl autistischer Kinder im Kopf. Und das diese nicht mehr mit MMS einläufen matertriert werden. Im übrigen geht es hier um MMS und nicht irgendwelchen Medikamenten. MMS hat ja noch nicht einmal eine zulassung als verkehrsfähiges arzneimittel, das kannst du so also gar nicht vergleichen. Und Contergan davon habe ich in diesem Bericht auch nichts gehört,das war hier nicht Thema. ist auch nicht meine baustelle. Meine Baustelle ist der Autismus, einfach den raus lassen und ich höre sofort auf ;-).

darauf wurde es etwas unangenehm weil er mir als antwort das hier schickte:

MMS Jünger : Also lässt du lieber Autistische Kinder im dem Zustand,dann würde ich dich ansch.. wegen unterlassene Hilfeleistung, denn auch ein Autistisches Kind hat Recht die Umwelt so wahrzunehmen wie jeder biologisch gesunder Mensch, und wenn MMS dabei hilft warum nicht,denn Enddeckung in der Medizin wurde immer von ausstehenden entdeckt, aber euch kann man nicht helfen , weil ihr selber in die Klapse gehört mit eurer Allerwelts mit Löffeln gefressene Weisheit, denn das Denken ist euch abtrainiert worden und an der Stelle sind die Herrgötter in Weiß und Experten wie Dr. Marlboro getreten , also schön weiter schlafen und Mainstream konsumieren ! 

ok, hatte ja in verschiedenen diskusionen mir schon so einiges gefallen lassen müssen, aber ich dachte, das ist echt hart und eigentlich wusste ich auch nicht so wirklich wie ich seine argumente nun zerpflücken sollte. Argumente naja wäre übertrieben, eher beleidigungen, aber die sind wir ja von MMS-leuten schon gewohnt. da saß ich nun. war etwas perpelx und muste überlegen was ich darauf antwortete, normalerweise würde ich auf so einen geistigen ausbruch nicht antworten, aber das hier lag mir gerade echt auf der seele. Meine Antwort darauf verfasste ich recht schnell und dabei kamen diese sätze heraus:

Ich: du bist auch also einer der uns unbedingt heilen will, obwohl es da nichts zu heilen gibt ? weil wir gut so sind wie wir sind und uns wohl fühlen in unserer haut ? ahja, es sind leute wie du die uns jeden tag zeigen wieviel wert wir für euch darstellen. Mainstream konsumiere ich bestimmt nicht. Wir nehmen die welt mit unseren augen wahr, aber sie ist schöner wie durch eure augen 😉 denn wir sehen die welt wie sie wirklich ist. Ich will gar nicht so eine wahrnehmung haben wir ihr sie habt. Mein fotografisches gedächtniss eintauschen gegen eines das immer vergisst. Meine fähigkeiten mich stunde um stunde in ein Thema hinein zu fuchsen und niemals die Konzetration dabei zu verlieren, das will ich ebenfalls nicht aufgeben. Es sind immer nur die die uns bemitleiden die nicht verstehen was autismus überhaubt ist und sich nicht vorstellen können das wir gerne so sind wie wir sind. Denn das macht unsere Persönlichkeit aus. Wir haben es satt das uns leute heilen wollen, wir haben es satt das wir ständig bemittleidet werden, wir haben es satt das man uns zu normalen menschen erziehen will und wir haben es satt das es Quacksalber gibt die uns dann noch Chlorbleiche in den arsch schieben wollen. Wir sind gut so wie wir sind.

und fügte noch etwas hinterher:

Ich: und wer läuft denn nun den Mainstream hinterher ? wir die wir gerne anders sind, die mit dem anders sein gut zurecht kommen, oder jene die immer wieder behaubten, autisten kann es ja nicht gut gehen, weil sie nicht wie die normalen sind. Ist das nicht der größte mainstream den es gibt ? einfach mal einer homogenen masse hinterherlaufen weil ihr euch nicht bei uns informiert, wie wir das erleben und sehen ? eure Meinungen beruhen auf genau das was ihr von aussen her seht, aber was ihr noch nie wahrgenommen, gefühlt oder gespührt habt. Merkst du was? das ist genau das was ihr uns vorwerft. Wer läuft denn nun den mainstream hinterher und will uns normal machen ? wir oder doch ihr ?

Wie schon so oft nach meiner Diagnose, kam bei mir nochmals die frage auf: will ich autistin sein und wenn mir heute einer anbieten würde von jetzt auf gleich NT zu sein, würde mir das gefallen? Oftmals schreibe ich in meinen Blog wenn es mit dem symptomen des Autismusses schwirigkeiten gibt. gebe ich da vielleicht schon ein falsches Bild von mir ab? wenn Nts meinen blog lesen bekommen sie vielleicht die Meinung ich müsste doch geheilt werden weil ich mich, so nicht wohl fühlen könnte?

das wäre für mich aber nur ein trugschein, denn das was die leute vor dem monitor nicht mitbekommen ist das es mir zwischen den posts auf meinen blog gut geht. So gut, das ich mir ein leben als NT gar nicht vorstellen könnte. Klar klage ich mal über mein Fotografisches gedächtniss aber ein gedächtnis zu haben wie ein NT der eventuell viel mehr vergisst wie ich, der schon nach wenigen tagen kein Bild mehr davon im kopf hat. der viele sachen nicht bildlich sondern wörtlich im kopf abgespeichert hat. All die tollen sachen die man sieht, kann eine NT sich nicht ein zu eins als Bild in seinem Kopf vorstellen. Da wird es ganz klar das ich kein NT gedächtniss haben möchte. Ich möchte all die schönen sachen behalten dürfen.

Ich liebe meine lexikons, liebe es stunde um stunden darin zulesen, mag keine romane. das bildet nicht nur sondern stockt mein wissen auch enorm auf. Je nach dem welches spezialinterresse ich gerade nach gehe, kann ich mich stunde um stunde damit beschäftigen ohne müde zu werden oder gar die konzentratin zu verlieren. Manchmal sogar ohne schlaf dazwischen. ich mag es mich zu informieren und sachinformationen zu lesen, ein NT (also einer wie zb meine Nachbarin) die würde so etwas nie tun, sie pfeift sich den ganzen tag spassmedien rein, die keinerlei mehrwert darstellen. einfach nur komisches allerlei. augenscheinlich ist sie glücklich damit. ich wäre das nicht mir würden ganz schnell meine sachbücher lexikas sehr fehlen. auch hier möchte ich gar kein NT sein. ich fülle meinen kopf lieber mit wichtigen infomationen wie ihn mit gesellschaftlichen hypes zu überfluten.

ich bin oft alleine gehe kaum raus, wenn dann mal zum einkaufen, dann ist es mir oft zu laut, da könnte man sagen ok das wird wohl etwas sein das ich gerne ablegen würde, aber auch hier mus ich sagen, denke ich ein wenig länger darüber nach. Dann lautet meine antwort: nein, mein gehör will ich bestimmt nicht loswerden, leise geräusche war zu nehmen, wenn zb. in der küche der wasserhahn tropft, hat mich so manchesmal davor bewahrt eine wasserüberflutung in meiner küche zu haben. NTs drehen sich um und nach ein zwei metern bekommen sie nicht mehr mit wie andere hinter ihren rücken lässtern. Ich bekomme das noch sehr weit mit. das tut manchmal weh, schützt mich aber auch und ich weiß was ich von den leuten zu halten habe. auch in anderen situationen weiß ich durch mein übermässiges gutes gehör was um mich herum so los ist, das hat mir so manchesmal echt den hintern gerettet . Auch dieses hören würde ich niemals abgeben wollen.

In den gesichtern des gegenübers nichts zu sehen, hat auch seine vorteile. denn ich kann dort nichts hinein inteprätieren was nicht da ist. so wie NTs das schon einmal gerne tun. samlltalk noch so ein thema, von jetzt auf gleich sich nicht mehr sachbezogen äussern sondern smalltalk halten *grusel* ich bin eine frau und müsste mir gedanken über schminke machen, wo man die billigsten lebensmittel bekommt , welcher frisör gerade angesagt ist und auf jeden fall müsste ich bei vielen frauen aktivitäten mit machen. Mus ich das haben ? meine ziet damit verbringen kataloge zu wälzen dessen bilder man sofort danach wieder vergessen hat, man sich raus schreibt bei welchem laden es die nuesten sachen gibt. Nein das mus ich nicht haben !

Ich bin froh mein bis jetziges Leben ohne mainstream vebringen zu dürfen, ohne mir stunde um stunde den kopf darüber zerbrechen zu müssen was gerade „IN“ ist was ich tragen kann oder eben auch nicht. Ich denke das es für einen NT sehr anstrengend ist diese ganzen normen, für sich erfüllen zu wollen. mir reicht mein lieblingspulover (am besten mehrmals gekauft) eine lieblingshose und ich bin glücklich. daher gebe ich in meinem leben auch viel weniger an konsumgüter aus wie ein typischer NT auch das spart mir mein Geld. Auch hier möchte ich kein NT sein, diesen ganzen zwang mitmachen zu müssen. von geschäft zu geschäft zu laufen einzu kaufen um dann festzustellen das ich in zwei wochen wieder out bin.

Viele Nts nehmen vorgefertigte meinungen die ihnen andere Leute präsentieren, überprüfen sie nicht und übernehmen oft die Meinung einer Masse, da bin ich anders, ich überprüfe ständig und überall die fakten lese nach und informiere mich und erst dann wenn ich ein genaues Bild vom thema habe, beziehe ich stellung und habe eine Meinung dazu. Das ist eine eigenschaft die ich sehr an mir schätze und diese will ich ebenfalls niemals gegen ein NT denken eintauschen. Vorschnelle Meinungsbildungen beiben meistens bei mir aus.

Mein fazit aus dem oben genannten ist: liebe NTs ich möchte euch nicht schlecht darstellen, denn schließlich seit ihr auch nett und meistens sogar auch meine freunde aber dennoch möchte ich mit euch nicht tauschen denn ich fühl mich wohl in meiner haut. so wie ich bin und möchte einfach nur

ICH SEIN

bitte heilt mich nicht…..

 

PS: die Überschrift ist natürlich Provokativ gemeint, denn ich bin in keinster weise krank, so das die notwendigkeit mich zu Heilen auch gar nicht existiert. Ich bin wie ich bin. Autistisch ein Autistisch normaler gesunder Mensch

 

wer die diskusion mit dem MMS-jüngern nachlesen will findet sie hier

mal wieder ABA

Nachdem Autismus Mittelfranken eine Stellungnahme zu ABA auf ihrer Homepage veröffentlicht hat, kam nicht lange danach die Antwort von einer Organisation und eines Menschen, der ABA anbietet (hier zu lesen).

Da er die Stellungname von Mittelfranken jetzt nicht auseinanderpflücken wollte, werde ich das mit seiner Stellungnahme auch nicht tun. Aber ich spreche mich ganz deutlich gegen ABA aus und das aus guten Grunde, wie ich in nachführenden absätzen erläutern werde.

ABA-Therapie und ihre Auswirkungen: diese bekommen ABA-Therapeuten meist gar nicht mit, weil sie sich unsere Denkstruktur nicht einmal im Ansatz vorstellen oder verstehen können. Sie bekommen nicht mit, wie sehr wir darunter leiden, dass man uns immer zu „normalen“ Menschen erziehen will. Obwohl jeder weiß, dass das nur ein Trugschein ist und der Autist nur vorgibt „normal“ zu sein, aber es nicht ist. Zu was für einen Preis diese Therapie auf den Rücken der Autisten ausgetragen wird, ist vielen ABA-Menschen schlicht egal, für sie zählt nur, dass der autistische Mensch sich endlich „normal“ benimmt. Die Auswirkungen dieser Therapie, die bekommen wir zu spüren. Nämlich immer dann, wenn wir mit Autisten reden, die diese Therapie durchgemacht haben, immer dann wenn einer dieser kinder mit 25 Jahren zusammen klappt, weil sie die täglichen Anforderungen so nicht mehr bewältigen können, weil ihr erlerntes normal sein so viel Energie auffrisst, dass sie kaum in der Lage sind das zu kompensieren.

Da gibt es Autisten, die mit 25 jahren nach solchen Theras in tiefe Depressionen fallen, einfach aus dem Grunde, weil sie merken wie aussichtslos ihr Wunsch ist, als das wahrgenommen zu werden was sie sind. Das sein zu dürfen, was jeder Mensch sich heraus nimmt, nämlich ein „ich“ zu sein. Aber das „ich“ sein wurde ihnen so sehr abtrainiert, dass sie sich schon gar nicht mehr trauen irgendwo so zu sein. Das ist perfide, denn jeder Mensch hat ein Recht darauf, so zu sein wie er ist.

Ich kann jetzt schon nicht mehr zählen, wieviele ABA-Trainierten Autisten ich auffangen musste. Denn es raubt einem einfach die Kraft, man fühlt sich mit 25, als wären man 99 Jahre alt und das kann doch nicht Sinn und Zweck einer Therapie darstellen. ABA-;enschen, wenn wir mit ihnen reden und versuchen ihnen zu sagen, das ihre Therapie so wie sie sie anwenden nur Schwierigkeiten bereiten, hören uns nicht zu.

Dabei sind die Leidtragenden wir, dabei sind wir diejenigen, die es am besten wissen müssten, denn schließlich leben wir ein Leben lang mit unserem Autismus. Niemand dieser Therapeuten kann sich auch nur annähernd vorstellen, wie unsere Gehirne ticken oder zu welche einschneidenden Probleme diese Therapie führt. Wie denn auch, denn um das zu erkennen müssten sie erst einmal mit uns reden. Auch können die meisten ABA-Therapeuten sich nicht vorstellen, dass wir uns mit dem Autismus wohl fühlen. (ich tue das auf jeden Fall). Er gehört zu mir dazu, er macht meine Persönlichkeit aus. Ich bin das, mit dem Autismus, ohne ihn wäre ich nicht mehr ich.

Ausserdem wird immer eine Gefahr unterschätzt: nämlich einem Kind beizubringen, alle anforderungen, die an einen gestellt werden auch zu erfüllen, bedeuten nichts anderes als dass dieser Autist auch Anforderungen erfüllt, die nicht gut für ihn sind. So dass diese Kinder sehr gefährdet für Missbrauch und Misshandlungen sind. Wieviele von ihnen nach derartigen Therapien von solchen Vorkommnissen erzählen, bekommen die ABA-Menschen ebenfalls nicht mit. Denn sie reden ja nicht mit uns. Jeder Versuch, daran etwas zu ändern scheitert immer wieder an deren Philosophie, keinen Widerspruch zu ihrer Therapie zu dulden. Und man bekommt nur Texte an den Kopf geworfen, in denen gebetsmühlenartig herunter gebeten wird: ABA ist gut, ABA ist toll, ABA heilt, ABA macht die Kinder normal.

Was wir dazu sagen, das interessiert diese Menschen nicht und obwohl wir da eine andere Sichtweise auf den Autismus haben und ihnen immer wieder versuchen zu erklären warum diese Methode eine denkbar schlechte ist um die Autistenkinder zu therapieren. Ja dann, dann wird uns gesagt wir hätten keine ahnung vom Autismus und wir sollten ruhig sein. Keine Ahnung vom Autismus obwohl wir Autisten sind ? Geht das überhaupt? Da muss man sich eher fragen, warum ihr uns da nicht zuhört, warum ihr nicht einfach verstehen wollt, dass wir versuchen zu vermitteln, wie es uns damit geht. Denn was man von aussen sieht, ist sehr oft einfach nur Schein und Trug.

Wir möchten das aber nicht. Wir wollen normal sein, so normal wie wir einfach sind. Autistisch normal, uns nicht verbiegen müssen, unser Sein nicht verstecken müssen. Akzeptiert werden so wie wir sind. Nicht gequält werden mit stundenlangen Trainingseinheiten, die uns dazu noch bestrafen, weil wir sie angeblich brauchen, während andere Kinder schon lange Freizeit haben. Dressiert zu werden Stunde um Stunde unseren frühen Lebens, ist nicht das, was wir uns unter Kind sein vorstellen.

Wenn wir erwachsen werden und dieses Antrainierte nicht mehr leisten können, wenn wir damit überfordert sind und nicht mehr können, wenn uns die Kraft dazu fehlt und uns die Puste ausgeht, müssen wir umdenken. Wir versuchen dann wieder uns darauf zurück zu besinnen, wie wir wirklich sind, autistischer von aussen könnte man sagen, aber nein, wir legen nur das antrainierte ab und das bedeuten jahrelange harte Arbeit. Tun wir das nicht, gehen wir unter, bekommen eine riesen Depression oder sind nach wenigen Jahren so ausgelaugt, dass wir keine Erholung mehr finden können und an Arbeiten ist dann eh nicht mehr zu denken.

Also bitte liebe ABA-Menschen denkt doch daran, dass wir Autisten sehr wohl wissen wie Autismus wirklich ist, dass wir sehr wohl wissen, was in Therapien passiert, und dass wir in der Lage sind einzuschätzen was gut für uns ist und was nicht. Und das können wir auch nur selber, ein fremder, der nicht im Spektrum ist, kann niemals (auch wenn er noch so viel darüber lernt) nachvollziehen, wie es sich wirklich anfühlt ein Autist zu sein.

Sam auf abwegen und mal nicht in sachen Autismus Unterwegs

Im Tierasyl Rijeka als Autistin – was habe ich gesehen – was habe ich erlebt.

 

Hallo ihr Lieben

Ich möchte Euch erzählen, wie ich das Tierasyl in Kroatien, was von Chance für Fellnasen e.V. unterstützt wird, empfunden habe.

Bei der letzten  Spendenfahrt in dieses Asyl hatte ich das Glück, dass mich der Verein Chance für Fellnasen mitgenommen hat.

Als Autistin mag ich soziale Kommunikationen nicht besonders, und habe einiges an Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen, darum mag ich oftmals die Tiere einfach mehr, um so glücklicher war ich……..

……..über diese Chance für mich. Und freute mich auf einen Urlaub voller Arbeit mit Hunden. Manchmal habe ich einfach das Gefühl die Tiere besser zu verstehen wie die Menschen.

 Die Fahrt dahin war sehr lange und die Eindrücke da schon ziemlich überwältigend. Für mich sollte es eine sehr schöne Zeit werden. Aber erst einmal zurück zu  der Fahrt.

Denn da  hatte ich ein Erlebnis auf meinen FB-Account, der mich nachdenklich stimmte. Dort schrieb mir jemand, das ich mir das Tierheim nicht so vorstellen sollte wie Tierheime in Deutschland und das ich dort viel Elend sehen würde. Als Autistin nahm ich diese Information und dachte ein wenig darüber nach und dieser Gedankengang sah ungefähr so aus:

Über Autisten gibt es genau so viele Vorurteile wie es Autisten gibt, die oftmals aus falschen Berichterstattungen im TV und den Medien  entstehen. Was ist also wenn es über Tierasyle im Ausland ebenso falsche Vorurteile gibt?

Ich habe ein wenig gegoogelt und fand Bilder und Medienberichte von Tierheimen im Ausland, alle sagten ungefähr das gleiche aus. Die armen Hunde werden schlecht behandelt und müssen auf engsten Raum leben. Dazu gibt es dann viele bemitleidenswerte Bilder, auf denen Hunde oftmals als traurige Wesen dargestellt werden. Ob das in diesem Tierheim auch so ist davon würde ich mir ja jetzt selber ein Bild machen können. Außerdem hatte ich in der Vergangenheit schon in vielen Tierheim in Deutschland gearbeitet und war gespannt auf die Unterschiede zu diesem Tierheim in Kroatien.

 Also war ich mehr wie gespannt auf das Tierasyl und war mega aufgeregt als es endlich am nächsten Morgen hieß das wir zum Asyl fahren. Dort angekommen wurden wir schon herzlich begrüßt . Die Lautstärke (für mich oft ein großes Problem weil ich sehr Geräusche empfindlich bin, und mir laute Geräusche in den Ohren weh tun) wurde enorm laut , da alle Hunde unser Kommen bemerkt hatten und uns mit lautem Gebell willkommen hießen. Dazu kamen uns am Tor schon zwei Hunde entgegen die einfach so in dem Asyl ohne Zwinger leben und ihr Leben dort genießen. Die zwei waren sehr scheu und anfassen konnte man sie nicht. Eines fiel mir nach den ersten paar Sekunden auf. Das Gebell das uns entgegen kam , war genau das bellen was ich aus Deutschen Tierheimen kenne wenn man als Helfer früh morgen rein kommt und das Essen verteilt.

Also keinesfalls ein aggressives Bellen sondern ein freudiges erwartungsvolles Gebell. Das mir sofort eine Art gute Laune verpasste,  ja ich war angekommen. Endlich mal wieder von mega vielen Hunden umgeben zu sein, das ist für mich der pure Urlaub.

 Ich war ja nicht nur zum schauen da, sondern wollte direkt mit anpacken, und das tat ich dann auch. Ich durfte ziemlich schnell alleine für mich arbeiten ( was mir als Autistin sehr entgegen kam). Vor jeder Zwingerreihe gab es einen Auslauf , wo man die Hunde raus lassen konnte, eben so einen Auslauf wie ich ihn aus Deutschen Tierheimen her kenne, dieser wird genutzt um die Hunde laufen zu lassen während man die Zwinger reinigt.

 Mir fiel dabei schon auf, dass alle Hunde sehr freundlich, aufgeschlossen und umgänglich waren.

Also hier gab es auch kaum Unterschied zu deutschen Tierheimen. Die Hunde die ich raus ließ,  begrüßten mich freundlich und holten sich ihre Kuscheleinheiten ab. Futter gab es natürlich auch. Die Mitarbeiterinnen mischten das Trockenfutter mit allerhand Leckereien und Spenden von einem örtlichen Metzger. So kamen auch Würstchen , Brühe, Eisbein und andere viele Leckereien in die Näpfe der Hunde. Kein Wunder, dass sie ihr Futter sofort leer schlabberten. Was auffiel war, dass mir dort kein Hund entgegen kam,  der nicht freundlich und aufgeschlossen war. Das war schon etwas anders zu deutschen Tierheimen, in denen immer wieder mal auch Tiere sitzen die Angstbeisser sind oder so Menschen gerne mal beißen. In manchen Zwingern saß nur ein Hund, weil dieser sich mit anderen Hunden nicht vertrug – in anderen wiederum hatten sie immer einen Rüden und ein bis zwei Hündinnen dabei. Auch hier war nicht wirklich viel Unterschied zu deutschen Tierheimen zu erkennen. Hier in Deutschland gibt es ein Gesetz wie groß ein Zwinger für 2-3 Hunde sein muss, das Gesetz existiert aber auch hier meist nur auf dem Papier, weil es einfach viel zu viele Hunde gibt, die im Tierheim sitzen und oft einfach das Problem hat nicht zu wissen wohin man mit diesen Hunden, die abgegeben werden . Darum sitzen hier in Deutschland auch viele Hunde in eigentlich zu kleinen Zwingern.

Dort in Rijeka waren die Zwinger nicht kleiner. Auch saßen nicht überwiegend mehr Hunde darin wie in DE auch. Das hatte mich erstaunt, denn das hatte ich mir anders vorgestellt. Irgendwie voller und mit weniger Platz, so wie es oft die Bilder, die man hier zu sehen bekommt, suggerieren.

 Zeit ist ein ganz wichtiger Faktor, den man sich eigentlich nicht erlauben kann, wenn man in einem Tierheim Tiere versorgt. Denn da muss man einfach schauen das die Arbeit fertig wird. Oftmals bleibt da bei der ganzen Arbeit die Hundestreichelzeit wirklich begrenzt. Das ist in Rijeka anders, wenn ein Zwinger aufgemacht wird und der Zwinger fertig gesäubert ist, hat man 20 Minuten Zeit sich intensiv mit diesen Tieren zu befassen. Was ich gerne in Anspruch nahm. Das war anders, in DE wäre ich in den freien 20 Minuten vom Chef zu anderen Arbeiten verdonnert worden, so das ich keine Zeit für Streicheleinheiten gehabt hätte.

 

Volontäre heißen die Leute, die sich in Rijeka freiwillig und ohne Bezahlung um die Hunde tagtäglich kümmern. In DE wird jeder Angestellte im Tierheim bezahlt. Die Volontäre habe ich als besonders liebevolle Menschen und aufopfernd kennen lernen dürfen. Was ich dann erleben durfte , habe ich hier in DE in keinem Tierheim erlebt, die Volontäre liefen mit jedem Zwinger (meist drei Hunde), einfach in den Wald ohne Leine, ohne Umzäunung. Das Faszinierende für mich war daran, dass die meisten Hunde in ihrem eigenem Rudel heraus kamen und sie oftmals Straßenhunde vorher waren, diese also eigentlich in der Lage sind sich selber zu versorgen und auf die Menschen im eigentlichen Sinne nicht angewiesen sind. Deswegen war ich sehr erstaunt, dass kein Rudel auf den Gedanken kam, einfach abzuhauen, was für sie gar kein Problem darstellen würde, denn sie waren ja nicht angeleint. Doch alle Hunde kamen bereits nach einigen Minuten wieder freudig aus dem Wald gerannt. Das zeigt mir doch, das diese Hunde sich dort wohl gefühlt haben müssen, wenn es ihnen nicht gut gehen würden, würden sie gerade im Rudel auf und davon sein.

 Nicht nur das die Volontäre super lieb auf die Hunde eingingen, sondern dass sie sich auch noch dafür die Zeit nehmen, war wunderbar mit anzusehen. Spaziergänge in Deutschland in den Tierheimen, in denen ich gearbeitet habe, war für die Hunde reiner Glücksfall, da mussten schon ehrenamtliche Helfer kommen und mit den Hunden laufen gehen und die nahmen meist nur die Hunde, die sie auch mochten. Oder ein Hund hatte das Glück , dass eine Familie mit ihm lief, weil sie sich für den interessierten . Das Alle raus kommen und einmal spazieren gehen, habe ich bis jetzt nur im Asyl in Kroatien erleben dürfen.

 Ein Gebäude fiel mir beim Reinkommen in das Asyl auf, eigentlich sah das nicht aus wie ein Zwinger, sondern eher wie ein kleines Aufenthaltshäuschen für Mitarbeiter, das aber umgebaut war zu zwei Zwingern. Das gab mit gerade auf die Volontäre bezogen zu denken, denn die saßen zur Pause vor diesem Zwinger und aßen ihr mitgebrachtes Brot, was nicht selten auch an die Tiere verfüttert wurde, wenn sie vorbei kamen. (der Freilauf war direkt mitten drin). Es sah so aus, als hätten die Volontäre ihren Aufenthaltsraum irgendwann mal aufgegeben als es zu viele Hunde wurden und sie Platz brauchten. In Deutschland hat man auch oft Platzprobleme, man würde aber niemals seinen Pausenraum opfern für mehr Platz. Auch gibt es dort kein fließendes Wasser. Das ist bei uns natürlich anders, aber es kommt die Feuerwehr regelmäßig vorbei und füllt die Wassertanks wieder auf. In Deutschland würde dieses Problem über Brunnen gelöst.In Kroatien kann man wegen dem Fels leider keinen Brunnen schlagen und so wird es halt über große Wasserspeicher gelöst. Den Hunden fehlt es also an nichts. Ich habe bemerkt, dass die Hunde wirklich im Mittelpunkt dieser Volontäre stehen und sie ihr eigenes Wohl hinten anstellen. Das finde ich persönlich eine tolle Erfahrung. Es gibt dort auch sehr ängstliche Hunde, die einfach noch mehr Zeit bräuchten um sie an Menschen zu gewöhnen. Auch in Kroatien ist diese Zeit,die man dafür benötigt, einfach nicht vorhanden. Das ist in DE auch nicht wirklich anders, es sei denn man möchte Überstunden machen.

 Durch Futterspenden und Geldspenden sind die Vorratskammern wirklich gut gefüllt, und das zeigte uns die Betreiberin mit einem gewissen Stolz. So viel Futter für die Hunde zu haben, sah man ihr an, machte sie glücklich. Aber für andere Sachen wie Futter wird kaum gespendet, eigentlich bräuchte dieses Tierheim, andere Sachen so wie Zaunspenden, neue Gitter, Hundehütten , einen Aufenthaltsraum für die Volontäre und eine Dusche. Aber dafür wird kaum etwas gespendet. Farbe für die bestehenden Gitter wären auch mal toll. Aber so was wird kaum gespendet und wenn mal etwas rein kommt wird das sofort verbaut. Kaum Bau Material lag auf dem Grundstück. Das ist anders in  DE liegt oft Baumaterial und man wird als Mitarbeiter dazu verdonnert, wenn wichtiger Besuch kommt, alles auf Hochglanz zu polieren, zu streichen, die Zwinger mit einem Hochdruckreiniger zu reinigen. Es darf bloß kein Kot in dem Zwinger liegen. So, dass ein Tierheim in DE sehr sauber und ordentlich rüber kommt. Ungeachtet der Tatsache, dass die Zwinger nach drei Tagen wieder wie vorher aussehen und man diesen Trugschein in DE kaum aufrecht erhalten kann. Außerdem geht fürs Polieren so viel Zeit drauf, dass man diese Zeit eigentlich lieber als Mitarbeiter den Tieren zukommen lassen würde.

Hunde werden umverteilt, dass die Zwinger nicht so voll aussehen. Auch habe ich Tierheime erlebt, die ihre Besucher gar nicht erst in die Zwingerreihen hinein lassen, damit diese nicht abgeschreckt werden. Ein wenig Farbe auf die Gitter etwas säubern und Umverteilen macht dann eben den Eindruck das es den Hunden in DE besser geht wie in Kroatien. Kratzt man aber diesen Lack mal ab , sieht man, dass es in Wirklichkeit gar nicht so ist.

 Zeitgemäß muss man sagen hatte jeder einzelne Hund in Kroatien mehr von mir wie die Hunde hier in DE in den Zwingern, obwohl ich schon Überstunden strampelte wo es nur ging.

 Auch ging die Betreiberin mit Leckereien die Zwinger ab und gab jedem noch eine Handvoll vom Lecker bevor sie abends Feierabend machte. Bei jedem Hund, der da vom Hof ging und vermittelt war, wurde von den Volontären rührend Abschied genommen. Man kann ihnen anmerken dass die Ungewissheit darüber ,ob es den Hunden im neuen zu Hause auch wirklich gut geht, an ihnen nagt. So habe ich Volontäre kennen lernen dürfen, die sich aufopfernd um die Hunde kümmern, die ihre Brote an die Hunde verfüttern und ihnen versuchen, das zu geben was die Hunde brauchen.

Machen wir uns nichts vor, klar sind Tierheime keine wirklich schöner Ort, auch hier in DE nicht, aber so lange wie sich Leute Hunde holen und sie dann hinterher einfach dort entsorgen und sich um keine Kastration kümmern wird es so bleiben. Deswegen sind Tierheime ja auch so wichtig, ich wünschte mir auch, dass wir sie nicht brauchen würden, aber so lange es Halter gibt die ihre Tiere abgeben , oder Menschen gibt die ihre Tiere derart verwahrlosen lassen dass sie ihnen weggenommen werden müssen, sind Tierheime das Einzige was wir dagegen setzen können. Mit mehr Geld könnte man vielleicht noch viel mehr Hunde in Pflegefamilien bringen, aber auch hier ist es wie überall , dafür fehlt es.

 

Mein Fazit: Bitte spendet nicht nur Futter sondern denkt auch immer daran das Baumaterial gebraucht wird, das Hundehütten eine seltene Spende darstellen und das ein wenig Farbe schon viel ausrichten würde. So weit zu meinen Eindrücken Ich hoffe ihr hattet Spaß beim lesen.

  1. Als Autistin bin ich immer wieder von Vorurteilen geplagt und man wirft vielen Autisten vor, sie wären nicht einfühlsam und würden nicht mitfühlen können. Das stimmt ja so nicht denn wir können Gefühle an den Gesichtern des Gegenübers nicht lesen aber mitfühlen können wir sehr wohl. Aber so wie Nicht Autisten uns ein mangelndes Mitleidsgefühl zusprechen , muss ich sagen das ich andersherum auch oft denke, dass Nicht Autisten bei Tieren ein echtes Mitgefühl nicht kennen. So wird zb. oft das laute Gebell hinter Zwingern als entweder aggressiv oder als bemitleidenswert empfunden, doch kaum jemand bekommt da die waren Gefühle der Hunde mit, kaum Einer sieht, dass diese Hunde sich gerade mega freuen. Viele Hunde sind schon so lange im Tierheim, dass sie nichts Anderes kennen, für diese Hunde ist das Tierheim ein zu Hause geworden das sie mögen und den Ablauf kennen. Kaum einer denkt daran, dass Hunde sich auch in so einem Umfeld wohl fühlen können. (sicherlich nicht alle, aber viele von ihnen schon). So habe ich nur positive Gefühle von den Hunden übermittelt bekommen. Fröhlichkeit, Spaß, Freude und viele positive Gefühle schlugen mir entgegen. Kein Vergleich zu dem depressiven Denken mancher Nicht autistischer Menschen , die sich nur darauf verlassen, was sie sehen und nicht darauf was an Gefühlen zu ihnen rüber dringt. Mein Fazit daraus ist, dass manche Menschen gefühlsblind gegenüber Tieren sind und ein völlig falsches Verständnis für die Gefühlswelt der Tiere haben. Ich fühle mit und wenn ich eins sagen kann , dann dass die Emotionen bei Tieren eine viel Ehrlichere ist wie bei Menschen. Einfühlsam bin ich wohl dann doch nur eben auf eine etwas andere Art und Weise.

Geistesblitze

Manchmal kommen mir nach all den Jahren situationen in den kopf die ich als kind erlebt habe aber erst heute verstehe.

so wie in vielen verschiedenen szenen wo meine familie (mein bruder, mein vater, meine mutter und meine oma die nur selten zu besuch kam) mit mir essen gingen. an solche momente musste ich gerade unwillkürlich denken, wie sich plötzlich ein wahres feuerwerk an geistesblitzen in meinem kopf ergoss.

yaeh ich habe jetzt nach 25 jahren begriffen, was meine eltern von mir wollten wenn wir im restaurant saßen und sie zu meinem bruder und mir sagten: ihr könnt ja schon einmal nach draussen spielen gehen . meine antwort damals war immer ganz klar :NEIN zu kalt und zu langweilig. was jedesmal dazu führte das mein bruder ziemlich sauer auf mich reagierte (er ist zwei jahre älter ), manchmal schnappte er sich meinen arm und zog mich dann unter lauten protest nach draussen. draussen schimpfte er ständig auf mich ein, wie blöd und doof ich doch wäre. verdutzt stand ich dann da und fragte warum er das meinte. seine aussage: na weil wir raus gehen sollten, stieß bei mir nur auf völliges unverständniss, und meine schroffe antwort darauf war: NEIN stimmt ja gar nicht, das haben unsere Eltern nicht zu mir gesagt, sie sagten nur wir könnten ja raus gehen, sie sagten nicht, wir müssen raus gehen. mein bruder war danach immer ziemlich ungehalten: siehst du, das meine ich du verstehst ja gar nichts und bist sau dumm.

also heute kamen mir diese szenen wieder ins bewusstsein und dachte eine weile darüber nach, aus meiner heutigen sicht als mutter frage ich mich, wann ich wohl so etwas zu meiner tochter sagen würde, wenn ich neurotypisch (normal) wäre.

sofort haute ich meine hand auf die stirn, ahhhhhh shittttt …. jetzt weiß ich was meine eltern damit sagen wollten…… eigentlich sollte es bestimmt heißen: geht ihr Kinder bitte mal raus, wir erwachsenen müssen reden …. wuuuaaa nette erkenntnis.

nur leider 20 jahre zu spät, hätte ich das früher mal so gesagt bekommen hätte ich mir viel ärger ersparen können und eventuell hätten meine eltern ein paar mal weniger zu hören bekommen wie unerzogen ich doch sei.

ein Leben lang mit Bildergedächtnis

Ich weiß gar nicht mehr wann das wirklich anfing, war ich wohl noch zu klein um zu verstehen was da in mir passierte oder eben ich das auch für ganz normal hielt. worte waren mir immer sehr viel fremder als das was in meinem Kopf so los war. denn es befanden sich darin einfach keine worte, sondern einfach nur aneinander gereihte Bilder. in all den jahren war ich diesem phänomen hilflos ausgeliefert und wusste auch gar nicht das es bei vielen menschen einfach nicht so ist. mir wurde aber zunehmend ein paar sachen wirklich klar,wenn jemand etwas in unserem haus suchte weil er es verlegt hatte wusste ich immer sofort wo es war, denn schließlich sah ich ein bild von dem gegenstand ganz genau und konnte auch die umgebung des gegenstandes gut erkennen auch wenn ich kilometer weit weg davon war. nur die fragen die ich stellte, wenn mein vater wieder mal was suchte, verblüfften mein eltern . wo war denn nur der hammer hin, der mit dem schwarzen oder der mit dem roten stiel? egal welcher kam dann meist als antwort und ich holte aus zu ellenlangen dialogen. also den mit dem schwarzen stiel den du vom opa aus dem keller geschenkt bekommen hast, der dann im auto unter dem vordersitz zwei wochen lang lag, der danach auf die komode im flur wanderte und von dort aus im wohnzimmer für einen nagel über der uhr gebraucht wurde, hast du dann in dem zimmer meines bruders gelegt um einen nagel aus der wand zu ziehen, weil der hammer so eine gabel vorne drann hat, dort lag er aber nicht lange und danach hast du im garten einen pfahl eingehauen , halt stopp, nein, das ist der falsche hammer da hattest du den ganz großen mit ganz großem kopf, der kleine mit der gabelung den hast du nach dem nagel aus der wand ziehen, in den keller in das zweiteregal von oben ganz rechts hinter der türe gelegt, dort liegt er immer noch. und meine ausschweifungen gingen weiter über den hammer mit der gabelung zum hammer mit dem roten stiel auch da konnte ich genau rekonstruieren wo der hammer her kam, was er gekostet hatte wo er im haus schon überall war und wann er wo gelegen hatte und wo er sich jetzt befand.

das ging mit nahezu jedem gegenstand den ich je gesehen hatte/habe. auch über jahre hinweg war es kein problem sich diese sachen genau zu merken. was mich manchmal etwas merkwürdig daher kommen ließ, so fanden mich die eltern meiner freundin komisch wie sie einen gegenstand suchten der mir beim durchlaufen im haus schon aufgefallen war, ganz unten im geweihzimmer, ihr schlüssel liegt da in einer schüssel. die fragen die dann kamen sahen immer gleich aus, woher weißt du wo mein schlüssel liegt, die antwort war wohl noch skurriler: nah weil ich ihren schlüssel gerade in meinem kopf in dieser schüssel sehe. meist führte das zu einem gewissen unglauben und wenn ich nicht aufpasste und öffter mich so verriet wurde mir immer mitgeteilt das ich besser nicht mehr kommen sollte. aber ich verstand auch andere sachen nicht so wollte ich mal das eine nachbarin mir ein durchschriftsblatt leiht da ich keines besaß und sie meinte nur sie hätte keines, ich war total entrüstet weil ich in dem moment nur eine schublade und in der sich darin befindlichen sachen sah und da sah ich ganz genau in einem schreibbuch ein solches durchschriftsblatt, sie hatte also eines. ich verstand nicht warum sie mich belog und entrüstet rief ich ihr zu, doch du hast so eines in deiner schublade, im esszimmer vom esszimmerschrank in dem schreibheft schau da mal rein. sie schaute tatsächlich fand sie das durchschriftsblatt, leicht angesäuerte meinte sie na du kennst dich aber in meinen schubladen besser aus wie ich selber. man muss nicht mehr dazu sagen ausser das mir diese situation sehr peinlich war und ich das so nicht wollte. (hatte ich doch nur für sekunden vor ein paar monaten unabsichtlich einen blick in die schublade werfen können, weil sie gerade offen war) sekunden eine szene zu sehen reicht aus um sie jahre in meinem kopf abgespeichert zu haben. manchmal gar nicht schön

manchmal ist so ein gedächtnis aber auch sehr hilfreich, wenn menschen etwas suchen weiß ich meist wo sie es finden. vorrausgesetzt ich habe es schon einmal gesehen und in der zwischenzeit hat es keiner woanders hingeräumt.

die summe der bilder die ich tag täglich vor mir sehe sind mit sicherheit so viele bilder wie google in seiner bilderanzeige anzeigen kann. und das alles ohne jede menge server zu besitzen einfach aus meinem erinnerungsgedächtnis heraus. normale menschen habe ich mir sagen lassen filtern wichtige sachen von unwichtigen heraus und speichern nur die wichtigen sachen ab, bei mir scheint dieser filter einfach überhaubt nicht zu funktionieren.

nur die worte funktionieren oftmals einfach nicht, mir fehlen ganz viele worte zu den bildern die ich sehe und kann sie dann nur mühsam beschreiben oder umschreiben, leider bin ich im malen auch nicht besonders gut so das ich diese bilder auch nie aus meinem kopf heraus bekomme. ich würde mir eine schnittstelle wünschen via USB einfach an meinem kopf und alle bilder runter laden, wie würde es dabei nur mit dem uhrheberrecht aussehen? ich würde warscheinlich ständig verklagt werden ;-).

auch meine normale kommunikation ist anstrengend da ich alles einfach nur in bildern sehe, auch das denken an sich. es ist in etwa so als würde ich eine fremdsprache sprechen und müsste diese ständig in eine andere sprache die keine ähnlichkeiten miteinander haben übersetzen. auch wenn ich vielen reizen ausgesetzt war oder ich zu besuch in einer stadt war, laufen die bilder in der verarbeitungsphase ständig weiter an mir vorbei und das in einer so großen geschwindigkeit das ich mich fühle als hätte ich ein schleudertrauma oder säße auf einer achterbahn. manchmal hält dieser zustand, den ich gerne mal als migräne bezeichne, tagelang an.

ich habe in den jahren gelernt nicht immer das zu sagen, was ich in meiner erinnerung gespeichert habe, zu oft stieß ich damit auf ablehnung und totalen misstrauen. mir ist bewust geworden das viele menschen einfach vergessen. darum versuche ich eine lösung für mich zu finden, mir erscheint die krankheit alzheimer als ein wunderbarer gedanke, einfach nicht mehr so viel an einzelheiten zu wissen fände ich einfach nur mal  geil. eine vorstellung die mir so wunderbar erscheint, wie es sich kaum einer vorstellen kann.

 

das musste jetzt mal raus

 

 

 

 

 

Mein Blog, mein wunsch ihn weiter zu schreiben, meine Barriere die Rechtschreibung

erst einmal entstauben und die spinnenweben in meinem blog beseitigen. zu lange habe ich keinerlei beiträge mehr geschrieben, da es für mich oftmals sehr schwierig und mit einem doch hohen aufwand verbunden ist.

bevor ein beitrag von mir veröffentlicht werden kann muss ich ihn zuerst einer rechtschreibprüfung unterziehen lassen, das heißt ich brauche immer jemanden der mir den artikel gegen ließt und die rechtschreibfehler beseitigt, was manchmal aufgrund, der vielen fehler die ich mache, sehr viel zeit in anspruch nimmt. manchmal ist es auch so das ich artikel schreibe, die dann aber in der nachbearbeitung stecken bleiben, da zu dem zeitpunkt gerade keiner da ist der den artikel berichtigt.

woher kommen eigentlich meine rechtsschreibfehler ?

diese sind meist meinem bildergedächtnis geschuldet, denn wenn man in bildern denkt, braucht man keine formen, absätze, kommas, keine wörter zu formen oder gar buchstaben aneinanderzureihen. aus diesem grunde fällt es mir oft sehr schwer die regeln der rechtschreibung einzuhalten.

blamiere ich mich wenn ich meinen blog einfach so niederschreibe und meinen wunsch mich zu äussern nach komme ?

lange habe ich darüber nachgedacht, ich möchte mich äussern, möchte zeitnah artikel in meinem blog veröffentlichen, doch meine barriere steht/stand mir bis jetzt leider immer im weg. die frage die sich mir stellt ist, wie möchte ich damit umgehen? meine leser die den blog  lesen, wird es ihnen schwer fallen zu akzeptieren das ich rechtschreibung nicht einfach lernen kann? denn das ist mir über die jahre hinweg bewusst geworden, das egal wie sehr ich mich auch anstrenge die worte sich einfach nicht richtig in meiner erinnerung abspeichern lassen und ich immer wieder die gleichen fehler mache. viele leute haben versucht mir in der hinsicht zu helfen, haben mich korregiert , mich berichtigt mich auf fehler hingewiesen, doch alle mussten schnell einsehen das ich beim nächsten text die gleichen fehler wieder mache. also ist diese barriere für mich unüberwindbar. ich möchte aber dennoch nicht immer auf hilfe von aussen angewiesen sein um mich mitteilen zu können.

daher ziehe ich nun ein fazit und möchte die leser bitten mit meiner rechtschreibung nachsichtig zu sein, wenn ihr meinen blog trotz allem lesen möchtet finde ich das wirklich toll. es war bisher immer frustrierend für mich das ich nicht einfach so schreiben konnte, wie ich es gerne wollte. deswegen ist das hier nun ein versuch mich aus dieser frustecke zu befreien.

Ja ich möchte mich mitteilen, ja ich mag nicht immer von anderen abhängig sein um mich mitteilen zu können, ja ich mag trotz meiner barriere kommunizieren. vielleicht ist es einfach an der zeit diese schwäche für mich anzunehmen und zu akzeptieren. es wird sich nicht mehr ändern lassen,  aber die leser dieses blogs haben es ja auch irgendwie in der hand, wenn sie meine rechtschreibung wirklich zu heftig finden können sie ja immer noch meinen blog meiden. andere leser finden es vielleicht auch gar nicht so schlimm.

denn ab heute möchte ich mich einfach auch mal trauen so zu schreiben wie ich es kann.

 

ganz liebe grüße

eure tageshauscaos sam becker

 

 

 

 

 

Gedanken zur Verantwortung

Seit es ein wenig turbulent im Netz geworden ist und wir Autisten uns mehr und mehr schädlichen Therapien gegenüber gestellt sehen, frage ich mich ob wir so weiter machen können wie bisher.

Klar, viele von uns haben angefangen zu schreiben was ihnen auf der Seele lastet oder ihre Meinung in Blogs ausgedrückt. Doch für mich persönlich wirft es eine Frage auf. Autismus war ja lange Zeit nicht bekannt und wird meist erst seit Mitte der 80 jahre hier in Deutschland diagnostiziert. Also sind die Autisten die nun erwachsen geworden sind auch die erste Generation die von sich selber und ihren Erfahrungen erzählen können. So daß heutige Autistenkinder und ihre Familienangehörigen von uns profitieren könnten.

Haben wir denn hier auch eine Verantwortung? Liegt vielleicht in der Aufklärung sogar eine Art Pflicht für uns? Wir könnten uns ja denken, was habe ich mit den anderen Kindern oder Familien zu tun. Aber wenn das Wissen der Ärzte und Therapeuten nur aus dem Lehrbuch kommt und nicht von uns eigentlichen Autisten mal beschrieben wird, woher sollen dann die wertvollen Informationen für den  Alltag kommen? Ich denke das eine Therapie und die alleinige Diagnose nicht ausreicht um hier den Menschen zu erklären wie wir sind.

Ich war die Tage bei Tony Attwood in einer Vorlesung. Er beschrieb es so, dass er sich wünschen würde, dass jeder junge Autist eine Art Mentor zur Seite gestellt bekommen sollte. Er würde sich wünschen das jeder junge Autist einen erwachsenen Autisten als Wegbegleiter hätte. Der Gedanke gefällt mir gut. Könnte nicht darin auch eine neue Aufgabe für uns Erwachsene liegen? Jüngere auf ihrem Weg ins Erwachsenenalter hinein zu begleiten? Könnten wir das trotz unserer Andersartigkeit und was bräuchte man eigentlich dafür?

Ich denke, da müssten wir uns erst einmal bewusst werden das wir hier tatsächlich eine Art Verantwortungsbewusstsein entwickeln müssten, um auch zu verstehen das manch eine Familie ohne Hilfe von uns an seltsame Therapien geraten, weil sie nicht verstehen oder sich nicht vorstellen können, dass wir auch erwachsen geworden sind. Das wir selbstständig leben können und das den meisten von uns ihre Andersartigkeit nichts ausmacht. Ich könnte mir ein normales Leben und denken gar nicht vorstellen und mag mich sogar so wie ich bin . Wäre es hier nicht unsere Aufgabe weiter auf die Eltern zu zugehen und ihnen zu zeigen: hey schaut her, wir sind hier und uns geht es gut. Wir gehen Arbeiten, haben Beziehungen , haben unsere Erfüllung gefunden und lieben unsere Spezialinterressen, damit der Autismus für diese Eltern nicht mehr so erschreckend aussieht?

Und die Jungen? Könnten sie nicht davon  enorm profitieren, das wir durch alles wo sie durch müssen, schon durch gegangen sind? Um so mehr ich darüber nachdenke wird mir bewusst, dass ich hier drin meine Aufgabe sehe. Ich habe  eine Verantwortung die ich nicht wegdiskutieren kann. Wenn wir die jungen und die Eltern nicht abholen … wer dann????

Ich denke darüber sollten wir noch viel mehr Nachdenken. Viele haben ja schon begonnen Blogs und Bücher zu füllen. Aber so ein Mentor wäre noch einmal eine ganz andere Aufgabe, die mit Sicherheit von vielen auch dankend angenommen werden würde.

Dafür müssten wir auch Berührungsängste abbauen und jedem signalisieren das wir redebereit sind und auch gerne unsere Erfahrungen weiter geben möchten. Ja, ich denke das ich den ein oder anderen Jungen wirklich begleitend zur Seite stehen könnte.

Last but not least: an alle Eltern mit autistischen Kindern – kommt ein wenig auf uns zu. Fragt uns. Nur wenn wir wissen das es euch da draussen gibt, können wir  beratend zur Seite stehen. Verantwortungsbewusstsein können wir da zeigen, wo es auch gewünscht ist. Nicht alles ist gut, was man an Therapien für uns bereit hält. Ein riesengroßer Dschungel aus Angeboten wollen gut durchforstet werden und so manch eine Familie ist damit schon alleine überfordert. Wir haben so einiges durch, haben Therapien hinter uns, können erzählen was für uns gut funktioniert hat und was nicht.

Darin sehe ich für uns Autisten eine Aufgabe. Eine Aufgabe die wir bewältigen können und die vielen von uns bestimmt sogar Spass machen könnte. Mentor zu sein, für andere da zu sein. Wir haben Erfahrung, liebe Eltern nutzt diese. Es gibt nichts wertvolleres als das eigene Kind auch zu verstehen und zu wissen das es Wegbegleiter hat, die sich wirklich damit auskennen. Damit eure Kinder nicht in die gleichen Fallen und Gefahren laufen, in die wir mehr oder weniger hinein geraten sind.