Autistisches Recycling – Klappe, die Dritte.

Heute mal wieder etwas zum Thema Autistisches Recycling

Am Wochenende war ich auf einen Markt und hatte mir dort ein Oberteil gekauft.
Doch wie ich voller vor Freude zu Hause das neue Teil anprobierte viel mir leider auf das mein Bauch nicht ganz hinein passte.
Einen kurzen Moment war ich darüber sehr Traurig, kommt ja nicht so oft vor das ich mal in die Stadt zum einkaufen komme.
Wie gesagt das war nur ein kurzer Moment, bis ich in meiner Nähecke auf ein paar Stoffe, die noch von der Patchworkdecke übrig war, gestoßen bin.
Passender weise waren die auch noch aus dem selben Material wie mein neu Gekauftes Oberteil.
Also was tut eine Autistin die sich zu enge Sachen kauft?
Ganz klar sie näht Freihand und ohne Anleitung das Oberteil einfach nach.
Ich finde das es mir sogar, für meine Spährlich ausgestattete Maschine, sehr gut gelungen ist.
Wie immer dürft ihr euch natürlich selbst ein Bild darüber machen.

Bild 1 zeigt das gekaufte Teil

Bild 2 das von mir genähte (mitten drinn ging mir ein Stoff aus, deswegen musste ich auf eine andere Farbe ausweichen)

Update: Aus diesen Grund würde ich es gerne schaffen, sehr gut im nähen zu werden, um einen großteil meiner Kleidung selber herstellen zu können.

Patchwork – Decke

Langsam, sehr langsam und mit viel Skepsis, versuche ich wieder ein wenig auf die Menschen zu zugehen.
Schritt für Schritt taste ich mich vor.
Es ist der nächste Abschnitt, den ich seit meiner Diagnose gehe, denn vor meiner Diagnose hatte ich schon aufgegeben. Ich wollte niemanden mehr kennen lernen.
Das was man mir bis dahin alles angetan hat, würde reichen für mein ganzes Leben, habe ich bei mir gedacht.
Schon gar nicht war mir bewusst, warum Leute die ich kennen lernte, mich nach kurzer Zeit schon mies behandelten. So ganz erklären kann ich mir das bis heute immer noch nicht.
Nach den letzten verbitterten Erfahrungen die ich machen musste, und den ständigen Anfeindungen die mir entgegen schlugen, hatte ich keine Kraft mehr um auch nur noch auf einen Menschen zu zugehen.
Ich hatte meinen Freund das reichte mir.
Ich schloss mich zu Hause ein und ging nur wenn es unbedingt sein musste vor die Tür. Von meinem Leben selbst, erwartete ich nichts mehr.
Meine Gedanken gingen in die Richtung, „wenn ich eh nur Enttäuschungen erlebe und niemand mir wirklich eine Chance in meinem Leben geben will, dann brauche ich auch niemanden, der mir nur weh tut oder mein Vertrauen schamlos ausnutzt.“
Ich habe kaum nette Menschen kennen gelernt. Mobbing war da noch die netteste Art wie man mit mir umgegangen ist.
Doch dann kam die Diagnose und eines änderte sich. Ich konnte das erste Mal in meinem Leben mich erklären und den Leuten sagen wer ich war.
Eine Autistin die ihren Platz in der Welt noch sucht.
Dann kamen recht schnell die ersten zaghaften Schritte zu Leuten, denen es ebenfalls genauso ging wie mir und die auch Autisten waren.
Das erste Mal merkte ich schnell, dass ich plötzlich in einer Gruppe akzeptiert wurde. Ein sehr komisches Gefühl, wenn man das das erste Mal nach so vielen Jahren erleben darf.
Das ist jetzt auch schon etwas her und den ein oder anderen Menschen gibt es nun in meinem Umfeld.
Einen davon möchte ich euch heute einmal vorstellen. Er ist einer der ersten neurotypischen Menschen, denen ich mit meinem neuen Ich entgegen trete.
Eigentlich kenne ich ihn, bzw. seine Bilder schon länger, wie er mich. Er ist Künstler und eines seiner Bilder sah ich vor vielen Jahren in einem Schaufenster. Das Bild fand ich sogar so schön das ich mich darüber erkundigt hatte. Es war ein Pferdekopf in flammenden Farben. Leider konnte ich es damals nicht käuflich erwerben.
Pino hieß der Maler (Künstlername: Poverino Peppino). Er malt sowohl gegenständlich, als auch abstrakt und er macht in seiner Freizeit auch Musik.
Und seit dem, wenn jemand über Kunst mit mir sprach, fiel mir nur der eine Name des Künstlers ein, der dieses für mich faszinierende Bild gemalt hatte.
Also ich kann sagen, ich kannte seine Werke noch bevor ich ihn kannte.
Jahre später ging sein Pc kaputt und er suchte jemanden der ihn reparieren konnte. Wie der Zufall es so wollte, gab ein Bekannter von meinem Freund ihm unsere Adresse.
Wenige Tage später stand er vor uns. Man hatte sich in all den Jahren mal ab und zu aus der Ferne gesehen, ich wusste immer wer er war. Aber er kannte mich, wenn überhaupt, nur vom Hören-Sagen.
Zum reparieren des Pc, musste mein Freund zu ihm nach Hause. Und natürlich nahm er mich mit.
Da stand ich nun gegenüber dieses Künstlers, dessen Bild ich vor 8 Jahren gesehen hatte, und war neugierig.
Schnell entstand in den ersten Gesprächen eine Art Vertrautheit.
Zum Dank lud er uns dann noch zum Essen ein und weil er hörte, dass ich gerne nähte, kramte er einen Karton für mich hervor, der voll bis oben hin gefüllt mit Stoffen war.
„Eigentlich wollte ich eine Patchworkdecke für meine Freundin damit nähen, doch irgendwie schaffe ich es nicht und habe dieses Projekt fallen gelassen.“, erklärte er mir. Darum schenkte er mir also die Stoffe. Und ich war so gerührt, dass mir jemand etwas so tolles gab, dass ich das Gefühl hatte, ihm auch etwas tolles zurück geben zu wollen.
Zu Hause setze ich mich hin und nähte nur mit Nadel und Faden (ohne Maschine) eine Patchworkdecke. Zwei Wochen habe ich gebraucht, um 100 Flicken mit der Hand zusammen zu nähen. Dabei war ich so aufgeregt und hoffte jeden Tag aufs Neue, dass ihm die Decke gefallen würde.
Er war überwälltigt XD und sie gefiel ihm super gut….
Leider hatte ich vergessen, Fotos zu machen. Doch mittlerweile fragen mich immer wieder Menschen, die von dieser Decke hören, wie sie denn aussah. Und so habe ich zusammen mit meinem neu gewonnen Freund gestern ein paar Fotos davon geschossen.
Ich hoffe sie Gefällt euch …..
Meine Patchwork-Decke: über 100 Flicken von Hand genäht…
Liebe grüße sam becker

Autistisches Recycling……

Autistisches Recycling……

Heute war es soweit. Meine heißgeliebte Tasche gab den Geist auf. Ein riesiges Loch klaffte auf der Innenseite.
Schade eigentlich. Hatte ich die Tasche doch schon seit ca. 2 jahren. Noch länger besaß ich vorher die Jeanshose, aus der die Handtasche gemacht worden war.
2009 hatte ich die Jeanshose für einen Ausflug nach Berlin gekauft, doch leider war sie nach 3 Jahren durchgescheuert.
Es war eine ganze Weile meine Lieblingsjeans. Auf dem Trödel hatte ich sie von einer jungen Frau für gerade einmal 2 € gekauft. 
Warum kaufe ich eine Jeans auf dem Trödelmarkt, wird sich der ein oder andere nun fragen?
die Antwort dürfte zumindest von einigen Leuten als merkwürdig empfunden werden, denn ich kann schlicht und ergreifend kein Geld für mich ausgeben.
2€ sind der maximal Betrag den ich pro Artikel ausgeben kann. Wenn ich versuche darüber hinaus etwas Geld auszugeben, kann ich mich meist nicht entscheiden, und die sachen bleiben dann doch im Laden hängen.
Viele Frauen gehen shoppen und fühlen sich danach sehr gut und freuen sich über ihre neuen Sachen, ich hingegen freue mich nicht.
Eher ist es so, dass ich regelrecht, nach einer shoppingtour, schlechte Laune bekomme.
Mein Freund sagt dann immer scherzeshalber zu mir:“ du bist die einzige Frau, der ich blind meine Kreditkarte anvertrauen würde, wenn ich denn eine hätte.“ XD.
So gestaltet es sich oft sehr schwierig, wenn sachen kaputt gehen oder ich etwas neues haben muß.
Noch vor ein paar Jahren besaß ich nie eine Handtasche ich empfand so was als Geldverschwendung und darüber hinaus gab es viel zu viele Taschen in den Einkaufsläden. So hätte ich mich niemals für eine entscheiden können, da mir das Gefühl fehlt etwas als schön zu empfinden.
Aber irgendwann brauchte ich dann doch mal eine und es war Sonntag. Alle Läden hatten geschlossen. Ich wusste nicht, was ich machen sollte und lief ziemlich aufgeregt in meiner Wohnung auf und ab und durchsuchte dabei jede Ecke. Doch es lies sich keine Tasche finden.
Gerade wie ich vor meinem Kleiderschrank stand, fiel mir von ganz oben eine Hose direct in meine Arme. Eigentlich wollte ich sie schon wieder hinein werfen, als ich ganz automatisch in meinem Kopf Bilder von Jeanstaschen sah.
„Mhhh…“, dann noch mal kurz auf meine Jeans geschaut, die sehr alt und eh schon löchrig war.
So entstand die Idee, alte Hosen nicht einfach wegzuwerfen, sondern etwas Neues daraus zu machen. Ich nahm Nadel und Faden in die Hand und fing an, die Hose zu einer Tasche umzuarbeiten. Das Tollste daran war eigentlich, dass ich für eine neue Tasche gar kein Geld ausgeben musste und dass sich das Ergebniss auch noch sehen lassen konnte.
Seitdem haben meine Klamotten nicht nur eine Funktion, viel eher leben sie nach dem Abtragen weiter. In welcher Form auch immer.
Heute ist nun meine erste selbstgemachte Tasche kaputt gegangen, dafür musste ja nun Ersatz her. Ich nahm eine Jeans, die ich mir leider zu klein auf einem Trödelstand gekauft hatte und nähte sie um…
Hier seht ihr nun das Ergebniss meines Klamotten-Recyclings:

(Eine Nähmaschine besitze ich seit kurzer Zeit, doch viele Sachen nähe ich immer noch nur mit Nadel und Faden.)