entspannt feiern aber wie ? 32c3

Hallo, heute kommt mal kein Blog, wie hat es mir auf dem Congress gefallen und was habe ich dort erlebt, denn es war mal wieder einfach nur GEIL. Heute möchte ich euch ein paar Tips da lassen wie man als Autist ein solches Event entspannter besuchen kann.

Tipp 1 die Vorbereitung:

Ihr entschließt euch ein größeres Event zu besuchen, ihr seit vielleicht sogar das erste Mal dabei und unsicher ob ihr dort wirklich schöne Tage verbringen könnt. Dann sucht euch Leute die schon einmal da waren und euch  im Vorfeld etwas zum Congress erzählen können. meist reicht da schon ein einziger Tweet aus. Ihr könnt euch aber auch jederzeit an das Chaospatinnenprojekt oder an Auticare wenden und euch dort anmelden.Manchmal ist es hilfreich zu wissen das es Menschen gibt die einen dort am Anfang das Gebäude einmal zeigen. So erhält man schon einmal den nötigen Überblick.

Ihr könnt euch aber auch vorab auf der Homepage vom CCH den Lageplan des Gebäudes ansehen.

Wenn ihr das Ticket habt, dann heißt es Koffer packen, vergesst dabei eure Hilfsmittel nicht, so wie Gehörschutz, Sonnenbrille, Skillbälle und alles was ihr sonst noch so benötigt (denn es ist überall recht laut und es gibt viele blinkende Lichter). Die Neonlichter werden oft mit Folie abgeklebt, so das diese einem nicht mehr so grell erscheinen und das flackern auch für uns kaum mehr wahrnehmbar ist. Am besten ihr kümmert euch schon im Vorfeld darum das ihr so Stress frei wie möglich zum Veranstaltungsort gelangt, sucht euch Bahnverbindungen heraus, kauft euch am besten ein ICE Ticket um entspannter reisen zu können, wie mit den meist vollen und lauten Regionalbahnen. Die Regel gilt: um so entspannter ihr auf dem Congress ankommt um so länger könnt ihr diesen Genießen.

Tag 1 und ihr kommt am Congressgebäude an:

Die schlange an der Kasse ist lang und auch ein wenig beengt (für uns Autisten die Probleme mit enge und nähe haben), kommt am besten sehr frühzeitig um als erster in der Schlange zu stehen oder noch besser ein wenig später, denn die Kassen sind schnell und die Schlange ist auch schnell abgearbeitet. so kommt ihr schon entspannt durch das Kassensystem hindurch. Seit ihr bei den Paten oder bei mir angemeldet, so habt ihr im Vorfeld schon einmal eine Mail bekommen, sagt Bescheid das ihr da seid. Sucht euch eine Assembly (am besten eine in der ihr schon Leute kennt.) wo ihr immer zurück kommt, das kann helfen. Outing ist immer ein Problem wer möchte kann tweeten das er gleichgesinnte sucht, es wird nicht lange dauern bis ihr PN s habt und ihr euch treffen könnt. Lauft durchs Gebäude und sucht euch ecken, wo ihr im Notfall ruhe finden könnt. eventuell hilft euch einer der Twitter Bekanntschaften dabei schon weiter.

Ganz wichtig finde ich, das ihr euch (feste) Zeiten setzt an denen ihr eine Auszeit nehmt, denn in dem Gewusel, der Lautstärke, den vielen tollen Leuten übersieht man oft seine eigenen Signale, da ist es wichtig auch wenn man denkt, es geht doch noch, diese Auszeiten einzuhalten. traut euch wenn ihr überlastet seit eure stimmigs einzusetzen und sie zu benutzen, ob es sich dabei nun um Hände verbiegen oder das all seits bekannte wippen ist, meine Erfahrung sagt mir, das man dort damit nicht weiter auffällt und es völlig ok ist ;-).

In einem Gesprächsverlauf bekommt ihr Probleme, der gegenüber versteht euch eventuell falsch und es droht zu eskalieren? dann hilft euch in diesem falle das Awarenessteam sehr weiter. Das Awarenessteam ist eine art Schlichtungsprogramm das man telefonisch erreichen kann, (besorgt euch am besten bereits frühzeitig die Telefonnummer über das ihr dieses Projekt erreichen könnt)  die können Gespräche schon einmal gut leiten und versuchen zu vermitteln. Manchmal hilft das schon enorm weiter. (wobei ich diese Situation noch NIE auf diesem Event erlebt habe.)

Ihr habt Defizite und kommt in einen Raum nicht hinein, weil eventuell Lichter direkt in eure Augen leuchten und ihr so geblendet werdet das ihr nichts mehr seht. Traut euch das zu Kommunizieren, wenn man normalerweise nur an gelächelt wird, und andere sowas nicht verstehen, werden dort schnell Leute da sein die euch gerne dabei behilflich sind, einfach mal die Barriere wegzuräumen. das kann passieren, in dem man Leute bittet einen zu führen und man dann die Augen schließt oder aber in dem sich einfach mal jemand vor das Licht stellt bis ihr daran vorbei seit. Traut euch da um Hilfe zu bitten. 😉 meine Erfahrung dahingehend ist Bombastisch, nicht ein einziges mal bin ich komisch angeschaut worden, sondern es wurde einfach mal eben so geholfen. Seit kreativ beim beheben eurer Defizite, überlegt wie ihr Barrieren die vorhanden sind für euch abbauen könnt um doch daran teilnehmen zu können. 😉

Ihr möchtet euch einbringen und auch einmal Engeln ? geht in den Himmel und fragt nach ruhigen Engelschichten. Es gibt sie, die Schichten die wie gemacht sind für uns, weit ab vom getümmel und ruhig, aber da muss trotzdem einer stehen/ sitzen. Ihr könnt das Prima mit eurer Pause verbinden. Ruhepause einhalten und dabei seine Engelstunden auffüllen, was will man mehr. 😉

Ihr merkt ihr braucht ein Auszeit , seit sehr überlastet und es droht der Overload, dann heißt es schnell Hilfe zu finden, die sich damit auskennt, am besten habt ihr euch meine Telefonnummer vorher notiert oder kontaktiert mich über twitter und den anderen Netzmedien. Auch das Cert ist in diesem Falle ein guter Anlaufspunkt, das Cert würde euch dann in einen kleinen Raum durchlassen ( am besten allerdings nur im größten Notfall da das Cert immer ausgelastet ist.). Ich könnte euch in diesem falle zu ruhigen orten (räumen) führen, eine Begleitung sein, euch zu hören und gemeinsam können wir Strategien erarbeiten wie ihr wieder Erholung finden könnt.

Schlaf ist sehr wichtig, werdet ihr müde überlastet euch nicht und geht ins Hotel, auch wenn ihr es gerade noch so schön findet. es wäre zu schade wenn ihr durch zu hoher Überlastung einen Tag pausieren müsstet.

Macht euch einen Spass daraus, euch mit anderen Autisten zu treffen und NT s in euren Kreis hinein zu lassen, schaut euch an wie irritiert sie sein werden, wenn sie plötzlich die Kommunikation zwischen euch nicht verstehen und ausnahmsweise mal sie diejenigen sind, die mit großen Fragezeichen neben euch stehen. Klärt sie hinterher darüber auf und gebt ihnen eine Mate aus. Das bricht die Blockade und diese Menschen werden sich daran erinnern, wenn sie mal unverhofft auf einen Autisten treffen. und ihr hättet einen großen teil zur Aufklärung beigetragen.

Mein fester Vorsatz fürs nächste mal : ein Treffen Organisieren in dem wir uns einmal gegenseitig kennen lernen können , um zu sehen wer von uns eigentlich vor Ort ist.

diesen Blogpost habe ich geschrieben, da es einige Autisten gab die mich gefragt haben wie ich es aushalte 4 Tagelang den Congress genießen zu können.

 

ganz liebe Grüße eure sam

 

Nachtrag: steht ihr in der Launch (Partyzone) und findet nicht hinaus, schaut an die Decke die Exitschilder weisen euch den Weg.

 

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu “entspannt feiern aber wie ? 32c3

  1. kauft euch am besten ein ICE Ticket um entspannter reisen zu können, wie mit den meist vollen und lauten Regionalbahnen.

    Das kann man nun wirklich nicht vom Zugtyp abhängig machen. Ich habe genauso häufig schon übervolle, laute ICEs erlebt wie fast leere Regionalzüge. Eine Ausnahme mag es sein, wenn man sich ICE 1. Klasse leisten kann.

    Bei Zügen, in denen man reservieren kann, ist es aber hilfreich, vorher mal zu gucken, ob auf bahn.de neben dem Zug ein weißes R im grauen Kreis steht („Reservierung empfohlen“), und zwar nicht bei dem Zug, den man nehmen möchte, sondern schon ein paar Wochen vorher bei denen, die aktuell fahren. Denn das sind im allgemeinen die Züge, die mehr als voll werden.

    Es kann außerdem sinnvoll sein, Abteil statt Großraum zu buchen; im Abteil kann man sich mit den maximal fünf anderen Mitreisenden eher auf etwas mehr Ruhe verständigen als im Großraumwagen mit 120+ Menschen. Allerdings muß man Abteil frühzeitiger buchen; wenige Tage vorher sind die Plätze im allgemeinen längst weg.

    Was den Lärm an sich angeht: MP3-Player bzw. Player-App auf dem Smartphone und geschlossene Kopfhörer sind bei mir mittlerweile grundsätzliche Begleitung auf jeder längeren Fahrt, egal ob Zug oder Fernbus (wobei ich letztere nur im Notfall nehme). Und wenn ich keinen Abteilplatz mehr bekomme, buche ich Großraum mit Tisch; da ist in allen ICE-Typen die Wahrscheinlichkeit am höchsten, eine Steckdose zu bekommen. Zumindest bei mir hält das Smartphone sonst im allgemeinen nicht lange genug durch. Ansonsten ist es natürlich auch nicht falsch, eine kräftige Powerbank zu besitzen.

  2. Ein kleiner Tipp für die Kassenschlange… Einen Tag vor Eröffnung kommen, die Kassen sind abends auf und mehr als 10-15 Leute warten eigentlich nicht

Kommentar verfassen