Flüchtlingsdebatte

In den letzten Wochen wird der Ton rund um die Einwanderer und Flüchtlinge immer rauher. Nein es sind nicht nur Rechtsextremisten von denen ich plötzlich komische Kommentare in diese Richtung höre. Meist sind es ganz normale Menschen aus der Mittelschicht um mich herum, die mir erzählen, wie doof sie es finden das Deutschland immer mehr Flüchtlinge aufnehmen muss.
Manchmal fallen dann auch ganz merkwürdige Phrasen wie: die Deutschen sind ja bald nur noch ein Mischvolk und das kann doch nicht gut sein.
Oder: die wollen doch nur unser Geld.
Das sind noch die harmlosen Sachen die mir zu Ohren kommen. Jedesmal bin ich dann reichlich erschrocken und sehr traurig.

Die ganze Welt wurde irgend wann einmal aufgeteilt. Fahnen gesetzt, Grenzen gezogen. Das Land auf dem man stand, einfach zu seinem erklärt. Zäune wurden gezogen, Königreiche gegründet und plötzlich war die Welt aufgeteilt. In Staaten und Länder mit Zäunen und Mauern. Manch ein Kopf denkt mittlerweile auch nur noch bis zu seiner eigenen Grenze, bis zu seiner eigenen Mauer und alles was darüber hinaus geht, dafür fehlt ihnen der Blick.
Egoistisch vielleicht. Vielleicht sind sie auch einfach nur zu klein um über diese Grenzen und Mauern hinweg sehen zu können. Ich weiß es nicht, denn wenn sie groß wären und sie würden alles sehen, dann würde ich doch nicht so viele negative Sprüche über unsere Gäste vernehmen. Wer über die Mauern hinweg sehen kann, der sieht auch das Leid das in den Ländern aus denen unsere Gäste kommen herrschen. denen fällt auf, wie schwer es sein muss hinter diesen Grenzen zu sein. Und denen ist auch klar, dass es Menschen gibt, die eben versuchen über die Grenzen ihres Landes zu kommen um ein besseres Leben starten zu dürfen. Ich gönne es jedem Einzelnem der es geschafft hat, denn es war bis hier her mit Sicherheit ein beschwerliche Reise.

In meinem Kopf existieren keine Grenzen, keine Mauern, denn ich sehe nur eines, einen großen Erdball auf dem es Teile gibt in denen Menschen nicht gut Leben können, verfolgt werden, dem Tod entkommen müssen. Bilder aus den Nachrichten brennen sich so tief in meinen Kopf hinein, das ich nicht verstehe warum andere Menschen diese einfach nicht sehen, nicht wahrhaben wollen, unsere Gäste verachten und ihnen nichts als Schlechtes an den Hals wünschen. Dabei vergessen sie, dass sie eben nur Glück hatten hier geboren worden zu sein. Nur Glück hatten, nicht so ein beschwerliches Leben führen zu müssen und das wir alle eben auch nur eines sind: nämlich Menschen deren Blut die selbe Farbe hat.

So viele Bilder – zu viele Bilder die ich sah, in denen Tote durch die Strassen getragen wurden. Bei der Flucht erschossen oder auf hoher See umgekommen. Dann kommen die Überlebenden hier an und werden behandelt, als wären sie Eindringlinge, Gefährder. Dabei sind es nicht sie, die die Grenzen und Mauern gebaut haben. Dabei sind es nicht sie, die dafür verantwortlich sind das sie fliehen mussten. Dabei sind sie nur die Opfer von Kriegen, Gewalt und Armut. Sie können nichts dafür, das in ihrem Heimatland kein freies Leben möglich ist.

Der Erdball: eine Fläsche aus Wasser und Land, eine runde Fläsche mit mal mehr, mal weniger Ressourcen. Und wir Menschen teilen sie einfach auf, anstatt es so zu sehen wie es ist.

die Erde

Sie gehört jedem von uns

3 Gedanken zu “Flüchtlingsdebatte

  1. > Bilder aus den Nachrichten brennen sich so tief in meinen Kopf hinein

    Und ich dachte alle Autisten wären logisch/rational und manipulationsresistent, aber dass es bei einigen so einfach (mit Bildern) geht hätte ich nicht gedacht.

  2. Bei den Aufständen in Ägypten zb gab es drei Lifecams die mit gezeichnet haben. magst du mir damit sagen das die Bilder die ich dort gesehen habe zb. gar nicht existierten? ES kommt da ja auch immer auf die quelle an aus der man sich bedient.Leicht zu manipulieren bin ich nicht, auch nicht über Bilder man kann sich auch verschiedene Situationen aus verschiedenen Blickrichtungen an schauen. bedeutet sehen heißt nicht gleich verstehen. Was kriege Folter usw angeht, das werde ich NIEMALS verstehen wie Menschen miteinander so umgehen können. Oft gibt es keine gute oder schlechte seite, weil beide seiten aufeinander los gehen, da gibt es für mich kein gut und böse. Die Menschen die damit nur nichts zu tun haben und nur rein zufälligerweise in diesen Ländern wohnen und wie man so schön sagt Zivilisten sind, sind da die waren opfer.

  3. @Sam,
    so wirklich verstehe ich folgende Aussage eigentlich auch nicht:

    „Und ich dachte alle Autisten wären logisch/rational und manipulationsresistent, aber dass es bei einigen so einfach (mit Bildern) geht hätte ich nicht gedacht.“

    Für mich persönlich jetzt kein Beweis dass dieser Gedanke (einige Autisten ließen sich (mit Bildern) recht einfach manipulieren.) zwingend richtig sein muss.

    Selbst wenn eine größere Zahl an Menschen da die gleiche Ansicht vertreten würde, so macht diese Anzahl so eine Ansicht ja nicht gleich richtiger.

    „Bei den Aufständen in Ägypten zb gab es drei Lifecams die mit gezeichnet haben. magst du mir damit sagen das die Bilder die ich dort gesehen habe zb. gar nicht existierten?“

    Ich weiß jetzt auch nicht so recht was er damit sagen will, aber vielleicht bezweifelt er den Wahrheitsgehalt dieser Bilder.?

    Er hat anscheinend etwas erkannt, was du als Autistin nicht erkannt hast. So zumindest verstehe ich das jetzt gerade.

    (Zitat: „Wenn etwas scheinbar evident und klar ist, bedarf es keiner weiteren Diskussion, meint der Manipulator.“)

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