ein Leben lang mit Bildergedächtnis

Ich weiß gar nicht mehr wann das wirklich anfing, war ich wohl noch zu klein um zu verstehen was da in mir passierte oder eben ich das auch für ganz normal hielt. worte waren mir immer sehr viel fremder als das was in meinem Kopf so los war. denn es befanden sich darin einfach keine worte, sondern einfach nur aneinander gereihte Bilder. in all den jahren war ich diesem phänomen hilflos ausgeliefert und wusste auch gar nicht das es bei vielen menschen einfach nicht so ist. mir wurde aber zunehmend ein paar sachen wirklich klar,wenn jemand etwas in unserem haus suchte weil er es verlegt hatte wusste ich immer sofort wo es war, denn schließlich sah ich ein bild von dem gegenstand ganz genau und konnte auch die umgebung des gegenstandes gut erkennen auch wenn ich kilometer weit weg davon war. nur die fragen die ich stellte, wenn mein vater wieder mal was suchte, verblüfften mein eltern . wo war denn nur der hammer hin, der mit dem schwarzen oder der mit dem roten stiel? egal welcher kam dann meist als antwort und ich holte aus zu ellenlangen dialogen. also den mit dem schwarzen stiel den du vom opa aus dem keller geschenkt bekommen hast, der dann im auto unter dem vordersitz zwei wochen lang lag, der danach auf die komode im flur wanderte und von dort aus im wohnzimmer für einen nagel über der uhr gebraucht wurde, hast du dann in dem zimmer meines bruders gelegt um einen nagel aus der wand zu ziehen, weil der hammer so eine gabel vorne drann hat, dort lag er aber nicht lange und danach hast du im garten einen pfahl eingehauen , halt stopp, nein, das ist der falsche hammer da hattest du den ganz großen mit ganz großem kopf, der kleine mit der gabelung den hast du nach dem nagel aus der wand ziehen, in den keller in das zweiteregal von oben ganz rechts hinter der türe gelegt, dort liegt er immer noch. und meine ausschweifungen gingen weiter über den hammer mit der gabelung zum hammer mit dem roten stiel auch da konnte ich genau rekonstruieren wo der hammer her kam, was er gekostet hatte wo er im haus schon überall war und wann er wo gelegen hatte und wo er sich jetzt befand.

das ging mit nahezu jedem gegenstand den ich je gesehen hatte/habe. auch über jahre hinweg war es kein problem sich diese sachen genau zu merken. was mich manchmal etwas merkwürdig daher kommen ließ, so fanden mich die eltern meiner freundin komisch wie sie einen gegenstand suchten der mir beim durchlaufen im haus schon aufgefallen war, ganz unten im geweihzimmer, ihr schlüssel liegt da in einer schüssel. die fragen die dann kamen sahen immer gleich aus, woher weißt du wo mein schlüssel liegt, die antwort war wohl noch skurriler: nah weil ich ihren schlüssel gerade in meinem kopf in dieser schüssel sehe. meist führte das zu einem gewissen unglauben und wenn ich nicht aufpasste und öffter mich so verriet wurde mir immer mitgeteilt das ich besser nicht mehr kommen sollte. aber ich verstand auch andere sachen nicht so wollte ich mal das eine nachbarin mir ein durchschriftsblatt leiht da ich keines besaß und sie meinte nur sie hätte keines, ich war total entrüstet weil ich in dem moment nur eine schublade und in der sich darin befindlichen sachen sah und da sah ich ganz genau in einem schreibbuch ein solches durchschriftsblatt, sie hatte also eines. ich verstand nicht warum sie mich belog und entrüstet rief ich ihr zu, doch du hast so eines in deiner schublade, im esszimmer vom esszimmerschrank in dem schreibheft schau da mal rein. sie schaute tatsächlich fand sie das durchschriftsblatt, leicht angesäuerte meinte sie na du kennst dich aber in meinen schubladen besser aus wie ich selber. man muss nicht mehr dazu sagen ausser das mir diese situation sehr peinlich war und ich das so nicht wollte. (hatte ich doch nur für sekunden vor ein paar monaten unabsichtlich einen blick in die schublade werfen können, weil sie gerade offen war) sekunden eine szene zu sehen reicht aus um sie jahre in meinem kopf abgespeichert zu haben. manchmal gar nicht schön

manchmal ist so ein gedächtnis aber auch sehr hilfreich, wenn menschen etwas suchen weiß ich meist wo sie es finden. vorrausgesetzt ich habe es schon einmal gesehen und in der zwischenzeit hat es keiner woanders hingeräumt.

die summe der bilder die ich tag täglich vor mir sehe sind mit sicherheit so viele bilder wie google in seiner bilderanzeige anzeigen kann. und das alles ohne jede menge server zu besitzen einfach aus meinem erinnerungsgedächtnis heraus. normale menschen habe ich mir sagen lassen filtern wichtige sachen von unwichtigen heraus und speichern nur die wichtigen sachen ab, bei mir scheint dieser filter einfach überhaubt nicht zu funktionieren.

nur die worte funktionieren oftmals einfach nicht, mir fehlen ganz viele worte zu den bildern die ich sehe und kann sie dann nur mühsam beschreiben oder umschreiben, leider bin ich im malen auch nicht besonders gut so das ich diese bilder auch nie aus meinem kopf heraus bekomme. ich würde mir eine schnittstelle wünschen via USB einfach an meinem kopf und alle bilder runter laden, wie würde es dabei nur mit dem uhrheberrecht aussehen? ich würde warscheinlich ständig verklagt werden ;-).

auch meine normale kommunikation ist anstrengend da ich alles einfach nur in bildern sehe, auch das denken an sich. es ist in etwa so als würde ich eine fremdsprache sprechen und müsste diese ständig in eine andere sprache die keine ähnlichkeiten miteinander haben übersetzen. auch wenn ich vielen reizen ausgesetzt war oder ich zu besuch in einer stadt war, laufen die bilder in der verarbeitungsphase ständig weiter an mir vorbei und das in einer so großen geschwindigkeit das ich mich fühle als hätte ich ein schleudertrauma oder säße auf einer achterbahn. manchmal hält dieser zustand, den ich gerne mal als migräne bezeichne, tagelang an.

ich habe in den jahren gelernt nicht immer das zu sagen, was ich in meiner erinnerung gespeichert habe, zu oft stieß ich damit auf ablehnung und totalen misstrauen. mir ist bewust geworden das viele menschen einfach vergessen. darum versuche ich eine lösung für mich zu finden, mir erscheint die krankheit alzheimer als ein wunderbarer gedanke, einfach nicht mehr so viel an einzelheiten zu wissen fände ich einfach nur mal  geil. eine vorstellung die mir so wunderbar erscheint, wie es sich kaum einer vorstellen kann.

 

das musste jetzt mal raus

 

 

 

 

 

Mein Blog, mein wunsch ihn weiter zu schreiben, meine Barriere die Rechtschreibung

erst einmal entstauben und die spinnenweben in meinem blog beseitigen. zu lange habe ich keinerlei beiträge mehr geschrieben, da es für mich oftmals sehr schwierig und mit einem doch hohen aufwand verbunden ist.

bevor ein beitrag von mir veröffentlicht werden kann muss ich ihn zuerst einer rechtschreibprüfung unterziehen lassen, das heißt ich brauche immer jemanden der mir den artikel gegen ließt und die rechtschreibfehler beseitigt, was manchmal aufgrund, der vielen fehler die ich mache, sehr viel zeit in anspruch nimmt. manchmal ist es auch so das ich artikel schreibe, die dann aber in der nachbearbeitung stecken bleiben, da zu dem zeitpunkt gerade keiner da ist der den artikel berichtigt.

woher kommen eigentlich meine rechtsschreibfehler ?

diese sind meist meinem bildergedächtnis geschuldet, denn wenn man in bildern denkt, braucht man keine formen, absätze, kommas, keine wörter zu formen oder gar buchstaben aneinanderzureihen. aus diesem grunde fällt es mir oft sehr schwer die regeln der rechtschreibung einzuhalten.

blamiere ich mich wenn ich meinen blog einfach so niederschreibe und meinen wunsch mich zu äussern nach komme ?

lange habe ich darüber nachgedacht, ich möchte mich äussern, möchte zeitnah artikel in meinem blog veröffentlichen, doch meine barriere steht/stand mir bis jetzt leider immer im weg. die frage die sich mir stellt ist, wie möchte ich damit umgehen? meine leser die den blog  lesen, wird es ihnen schwer fallen zu akzeptieren das ich rechtschreibung nicht einfach lernen kann? denn das ist mir über die jahre hinweg bewusst geworden, das egal wie sehr ich mich auch anstrenge die worte sich einfach nicht richtig in meiner erinnerung abspeichern lassen und ich immer wieder die gleichen fehler mache. viele leute haben versucht mir in der hinsicht zu helfen, haben mich korregiert , mich berichtigt mich auf fehler hingewiesen, doch alle mussten schnell einsehen das ich beim nächsten text die gleichen fehler wieder mache. also ist diese barriere für mich unüberwindbar. ich möchte aber dennoch nicht immer auf hilfe von aussen angewiesen sein um mich mitteilen zu können.

daher ziehe ich nun ein fazit und möchte die leser bitten mit meiner rechtschreibung nachsichtig zu sein, wenn ihr meinen blog trotz allem lesen möchtet finde ich das wirklich toll. es war bisher immer frustrierend für mich das ich nicht einfach so schreiben konnte, wie ich es gerne wollte. deswegen ist das hier nun ein versuch mich aus dieser frustecke zu befreien.

Ja ich möchte mich mitteilen, ja ich mag nicht immer von anderen abhängig sein um mich mitteilen zu können, ja ich mag trotz meiner barriere kommunizieren. vielleicht ist es einfach an der zeit diese schwäche für mich anzunehmen und zu akzeptieren. es wird sich nicht mehr ändern lassen,  aber die leser dieses blogs haben es ja auch irgendwie in der hand, wenn sie meine rechtschreibung wirklich zu heftig finden können sie ja immer noch meinen blog meiden. andere leser finden es vielleicht auch gar nicht so schlimm.

denn ab heute möchte ich mich einfach auch mal trauen so zu schreiben wie ich es kann.

 

ganz liebe grüße

eure tageshauscaos sam becker