Die Reise nach Hamburg Teil 2 – Doppelte Hotels und nächtlicher Hungermarsch….

Heute gibt es den versprochenen zweiten Teil unserer Odyssee nach Hamburg.

Das Treffen selbst behandeln wir noch in einem eigenen Artikel auf auticare.de. Hier geht es um die Zeit nach dem Treffen bis wir endlich im Reich der Träume versunken waren…. Und das abrupte Erwachen.

Das Treffen in Hamburg war sehr schön. Aber viel zu kurz. Daher hatten wir gemeinsam kurzerhand beschlossen, das Treffen in die Kneipe nebenan zu verlagern und allesamt dort noch etwas zu plaudern und ein paar Bier zu trinken.

Ganze 3 Stunden saßen wir noch in der Kneipe bis meiner Holden und mir siedend-heiß einfiel, dass wir ja noch im Hotel einchecken mussten. Unserer Erinnerung nach ging das nur bis 23 Uhr.

Ein schneller Blick auf die Uhr….. es ist 23 Uhr……. Panik!

Wir beendeten dir Runde, liefen zurück zum Bahnhof Altona und fuhren mit der nächsten S-Bahn in Richtung Berliner-Tor, wo unser Hotel lag.

Wir rannten aus dem Bahnhof, und suchten verzweifelt unser Hotel. Keiner von uns hatte Lust bei dem Wetter draußen zu übernachten 

Völlig abgehetzt fragt mich meine Frau: „Du Schatz, warum beeilen wir uns eigentlich so?“

Ich glotze sie total verdattert an und stammele was von: „Ja, äh, weil, du weißt schon…. Rezeptionsschluss und so. Die machen um 23 Uhr dicht.“

Jetzt glotzte meine Frau mich total entgeistert an.

„Wieso 23 Uhr Schluss? Das war das andere Hotel, das zu teuer war. Das hier hat rund um die Uhr offen.“

Kennt ihr das? Wenn der Frust über die eigene Dämlichkeit und die Erleichterung darüber, das eine Situation doch nicht so ausweglos ist wie gedacht, sich um die Hoheit im Gehirn streiten?

Dieses Gefühl zwischen Freude und kotzen? Ich nenn das Frotzen…..

Nachdem ich meine Gesichtszüge wieder einigermaßen unter Kontrolle hatte, liefen wir deutlich entspannter in Richtung Hotel.

Dort angekommen, waren wir angenehm überrascht. Es war zwar der Bettenbunker, den man für 44 Euro pro Nacht erwarten konnte, aber es war sehr sauber und das Personal war freundlich.

Es gab sogar einen Flatscreen auf dem Zimmer, ein eigenes Bad und kostenloses Wlan.

Alles in allem ein fast schon spektakulärer Preis für Hamburg.

Wir stellten unsere Sachen ab, ich drehte die Heizung von 3 auf 4, da es etwas fröstelig im Zimmer war. Dann überlegten wir noch etwas Essen zu gehen. Wir hatten beide seit 8 Stunden nichts mehr gefuttert.

Also zogen wir die Jacken wieder an und verließen das Hotel.

Immernoch mittelgradig angeheitert von unserem Gaststättenbesuch machten wir uns im nächtlichen Hamburg auf die Suche nach einer urbanen Nahrungsquelle. Wir begaben uns sozusagen in rustikaler Großstädtermanier auf nächtliche Treibjagd. 

Aber wir wären ja nicht wir, wenn das glatt gegangen wäre……

Wir liefen einfach blindlinks in eine Richtung los. An der nächsten Kreuzung angekommen schauten wir uns um. Da drüben scheinen Lichter die Strasse entlang. Das scheint eine Hauptstrasse zu sein. Da gibt es Futter……

Wir liefen also die Strasse entlang.

Und wir liefen…….

und liefen……

und liefen……

Versicherungsunternehmen. IT-Unternehmen. Consulting-Unternehmen. Baustelle. Consulting-Unternehmen.

Verflucht nochmal. Wir waren scheinbar in dem einzigen Viertel von Hamburg gelandet, in dem es keine Fresstempel gab. Riesige Unternehmen. Die Mitarbeiter müssen doch irgendwo essen. Die haben doch nicht alle Kantinen.

Wir suchten weiter. Mittlerweile war schon 0.30 Uhr. Halb eins.

Dann sahen wir an einer Kreuzung, neben einer Tankstelle eine Mc-Donald’s Filiale.

Juchu. Besser als nichts. Nicht unbedingt, was wir uns jetzt gewünscht hätten, aber immerhin.

Wir liefen zu der Filiale. An der Tür standen die Öffnungszeiten. Bis 01.00 Uhr stand da.

Bitte was? Wir sind hier doch in Hamburg und nicht auf dem Dorf.

Selbst hier in unserem vergleichsweise winzigen Dinslaken hat der lokaler Burgerlieferant rund um die Uhr offen.

Aber egal. 20 Minuten blieben uns ja noch zur nächtlichen Energieversorgung.

Also schaufelten wir uns in Rekordtempo jeder 2 Burger und eine Portion Streifkartoffeln rein.

Danach machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel.

…..Und verliefen uns…….

Wir hatten keine Ahnung in welche Richtung unser Hotel lag. Navi war nicht, da der Handy-Akku schon vor uns schlafen gegangen ist.

Also suchten wir in der Dunkelheit nach vertrauten Strukturen. Ich hatte so eine grobe Ahnung in welche Richtung wir gehen mussten. Nach fast einer dreiviertel Stunde sah ich auf einer Fassade groß die Reklame unseres Hotels.

Froh, satt und glücklich stapften wir in die Lounge des Hotels.

Aber irgendwas stimmte nicht. Irgendwie hatten wir die Lounge etwas größer in Erinnerung. Und ich hätte schwören können, direkt gegenüber von der Rezeption wäre der Durchgang zu dem Fahrstuhl gewesen.

Sonst was alles gleich. Die gleichen blasgelben Wände, die gleichen allerwelts-Fliesen auf dem Boden, der gleiche Billardtisch. Trotzdem passte hier was nicht.

Bevor wir jedoch den Weg zu unserem Zimmer gesucht und festgestellt hätten, dass der Schlüssel nicht passt und man uns womöglich noch wegen versuchten Einbruchs verhaftet hätte, kam uns die Erleuchtung…….

Das ist nicht unser Hotel!!

In der Tat gab es in dem Viertel, nur wenige hundert Meter voneinander entfernt, 2 Hotels der gleichen Kette.

Also suchten wir noch eine halbe Stunde, bis wir unser Hotel endlich fanden.

Als wir durch einen anderen Eingang als beim ersten Mal die Lounge betraten fiel uns beiden ein großes Neonschild über der Rezeption auf, das wir zuvor gar nicht bemerkt hatten.

Darauf stand: „Pizza, 24h an der Cocktailbar“.

Na toll……

Als ich inzwischen reichlich müde die Zimmertür öffnete, wurde ich fast von einer Schockwelle erschlagen. Entweder jemand machte in unserem Zimmer ein Barbeque, oder das Zimmer brennt. Gott war das heiß. Wie in der Sauna. Ich hatte die Heizung doch nur leicht von 3 auf 4 erhöht, aber in dem Zimmer waren es locker 35 Grad.

Also rissen wir erstmal die Fenster auf und ließen es etwas abkühlen. Nachdem wir die etwas widerborstige Heizung dan mit viel Fingerspitzengefühle minutiös einkalibiert hatten, schauten wir noch etwas fern und gingen kurz danach schlafen. Den Wecker hatten wir auf 8.30 Uhr gestellt. Bis 10 mussten wir das Zimmer verlassen.

Um Punkt 7.00 Uhr fielen wir vor Schreck fast aus dem Bett.

Von draußen hämmerte ein ohrenbetäubendes Hubkonzert durch die geschlossenen Fenster.

Ich sprang aus dem Bett und schaute nach draußen. Die in der Nacht so verlassene Strasse vor dem Hotel, die im Übrigen im Dunkeln gar nicht so groß aussah, entpuppte sich als 4-spurige Einbahnstrasse mit Ampeln am Anfang und am Ende. Rushhour in Hamburg. Juchu……

Also packten wir rasch unsere Sachen, gingen im Hotel noch schnell frühstücken und machten uns dann auf den Heimweg.

Der wiederum war nach all dem Vorangegangenen, erstaunlich ereignislos……

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