Die Weihnachtsverweigerung

Habt ihr eigentlich schon einmal versucht um Weihnachten herum zu kommen ? Vielleicht sogar aus dem Grunde das es euch dieses Jahr nicht ganz so gut geht?

Ich für meinen Teil versuche das seit ca. 10 Jahren, jedes Jahr erneut. Doch wie kann man sich von etwas fernhalten was überall akzeptiert und gehuldigt wird? Schon kurz nach den Herbstferein lässt es sich enfach nicht mehr verleugnen, dass es bald wieder so weit sein wird. Die Weihnachtskalender schmücken die Auststellflächen der Läden, jede Menge Spielzeug in den Discountern lässt den Weihnachtskonsum nur ansatzweise erahnen. Die Lebkuchenindustrie freut sich auch schon ab spätestens Oktober. Bei mir kommt da meist nur ein Gefühl hoch: „Ohje, nun ist es wieder einmal so weit.“ In dieser Zeit ist es auch das erste Mal das ich mir Gedanken darüber mache, wie ich an diversen Weihnachtsfeiern vorbei komme ohne unhöflich zu wirken oder mich aus der Gesellschaft auszuschließen.

Kaum haben wir den 1. Dezember sind meine weiblichen Nachbarn wie ausgewechselt. Sie reden nur noch über ihre Fenster und dass sie dieses Jahr ja nicht so doll geschmückt haben, weil sie nicht so viel Lust haben. Doch sie wollen nur hören das man ihr Fenster auch gesehen hat. „Ja hast du toll gemacht, sieht hübsch aus.“ Sofort darauf kommt von ihnen dann die vorwurfsvolle Frage: „Und du? Dieses Jahr mal wieder nichts gemacht?“ Meine Antwort: „Nein, natürlich nicht. Habe die Fenster ja gerade erst geputzt. Da werde ich die bestimmt nicht mit schmierigem Kleber wieder dreckig machen.“

Man muss nicht erwähnen, dass ich bei solchen Aussagen komisch angeschaut werde. Ich geh dann meistens meiner Wege.

Einkaufen würde ich nun am liebsten gar nicht mehr. Ab dem ersten Dezember sollte man sich zu Hause einmotten und verstecken. Denn von irgendeinem wird man garantiert zu einem Weihnachtsmarktbesuch, Weihnachtsumtrunk oder Weihnachtsfeier eingeladen. Ich mag weder Geschenke verschenken noch Geschenke bekommen. Trotzdem kommt man irgendwie nicht drum herum.

Ausreden sind nun an der Tagesordnung. Warum oder wieso verstehen eh die Wenigsten. Versucht man einfach mal zu sagen – ich mag einfach nicht – heißt es gleich, „oh du Arme. Dir geht es echt schlecht. Dann ist Ablenkung ja eigentlich das Beste für dich.“ Krank sein wird oft akzeptiert. Wie oft ich im Dezember Magen-Darm habe ist mir unbegreiflich.

Von dem Ganzen schon völlig aus der Puste, gehts auf die letzten Wochen zu. Die Fenstern der Nachbarn interessieren niemanden mehr. Dafür aber was man denn noch für Geschenke kaufen muss. „Was must du denn noch kaufen?“ –  „Nichts! “
„Hast du etwa schon alles gekauft?“ – „Nein ich kaufe nichts!“

Sie erzählen weviel sie noch kaufen müssen und dass sie im Dezember auch noch so viel gespendet hätten und wo ich es denn hin spenden würde. Was? Mein Geld? Ne, ich kaufe eine Obdachlosenzeitung gleich vor unserem Laden, bei einem Verkäufer. Aus Dank dafür, dass er ständig auf meinen Hund aufpasst, während ich einkaufe. Aber das tue ich das ganze Jahr über und nicht nur im Dezember, kurz vor Heiligabend.

Kurz vorher – man denkt man hat es schon fast geschafft – da kommt garantiert einer mit einem Geschenk daher, das man gar nicht erwartet hat und gar nicht haben wollte. So ein mist! Doch noch erwischt. Alles wehren und betteln hilft da nicht …

Dieses Geschenk war doch für mich ……… -.-

 

 

 

 

 

 

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