Sigint

Kaum zu glauben wie schnell die Zeit bis jetzt vergangen ist.
Mir kommt es fast so vor als wäre ich gestern erst vom großen Bruder der SigInt, dem CCC- Congress nach Hause gekommen.
Schon sitze ich in meinem Wohnzimmer und denke darüber nach, wie die SigInt wohl werden wird.
War ich im Dezember das erste mal bei einem Hackercongress, so soll es dieses mal etwas gemütlicher und kleiner bei der SigInt sein.
Trotzdem habe ich ein wenig Angst davor.
Mir gehen Gedanken durch den Kopf:
Hoffentlich bekomme ich auch noch am Tagesschalter Karten, denn den muss ich leider nutzen. Zum überweisen wäre die Zeit jetzt schon zu knapp.

Am 5.7.  – 7.7. findet die SigInt statt.
Schade, dass sie ausgerechnet auf das Datum fällt, an dem auch hier im ganzen Ruhrgebiet eine riesengroße Veranstaltung namens Extraschicht stattfindet. Da werde ich mich an einem Tag ganz schön teilen müssen.
Ich könnte mich auch einfach nicht entscheiden, wohin ich nun gehen sollte.
Also habe ich mich entschieden, an beiden Events teilzunehmen.
Am 6.7 werde ich dann also bis zum Nachmittag auf der SigInt sein und danach zur Extraschicht aufbrechen. Die fängt eh erst um 17 Uhr an und läuft bis 2 Uhr Nachts.

Am 7.7 bin ich dann wieder wie gewohnt in Köln. Wie gut, dass Köln gerade mal eine Stunde Zugfahrt von mir entfernt liegt.

Ich hoffe auf der SigInt so nette Menschen treffen zu können wie auf dem CCC-Kongress im Dezember auch.
Ich muss noch an so vieles denken:
Meine Ohrstöpsel muss ich mir noch kaufen.
Mein MP3 Player muss dringend mit Musik bespielt werden.
Ich glaube ich werde mir noch eine Tasche nähen müssen, denn ich habe keine in einer passenden Größe.
Immerhin werde ich viel mitnehmen.

Ich bin jetzt schon total aufgeregt.

Ah…. und was ich noch auf gar keinen Fall vergessen darf ist mein T-shirt, das ich auch schon im Dezember beim Kongress an hatte.

Auf der Internetsseite der Bahn war ich auch schon lange. Die strecke habe ich mir rausgesucht und wehe sie hat wieder derbe Verspätung.
Dann wird das kleine Auti zu einem tobenden Vulkan.

Mit freundlichen Grüßen in Richtung SigInt fiebernd

Eure Autistin Tageshauscaos.

Selbstfindung

Den Hatte ich kurz vor meiner Diagnose vor zwei jahren geschrieben. Ich finde das er viel zu schade ist ihn weiter, in irgend einer schublade versauern zu lassen.
Ich bin der Meinung dieser Text wurde geschrieben um gelesen zu werden, darum stelle ich ihn Heute auf meinen Blog. 
Viel Spass beim lesen
 
Ich stand am Bahnsteig … wo wollte ich hin ? ich wusste es nicht genau . ich wusste nicht was mich erwartete. würde ich es als gut oder schlecht empfinden ?

denn schließlich hatte ich nie eine Gruppe , in der ich hinein gepasst hätte .
ich hatte keine Leute die mich verstanden hätten .
ja, das verstehen. das verstehen war immer schon ein Problem .
ein Problem von mir .
Denn entweder ich verstand die Leute in meiner Umgebung nicht ,
oder sie verstanden mich nicht .
ihr verhalten war mir so fremd . ich fühlte mich ständig wie eine Person in einem fremden Land
die die Sprache der anderen nicht verstand .

Ich hatte mich eingeigelt. hatte mir meine Umwelt so gestaltet das ich niemanden mehr verstehen musste ,
meist eingemottet und für mich total allein .

und jetzt stand ich auf den Bahnsteig in Richtung einer Gruppe , zu einer Gruppe , in eine Gruppe hinein .
ich war seit Jahren nicht mehr in einer Gruppe . „sind sie wirklich so anders ?“
„sind sie wirklich so wie ich ?“, schossen mir meine Gedanken einen Moment lang durch den Kopf bevor pfeifend und quietschend der Zug neben mir zum stehen kam .
es blieb keine zeit mehr und auch kein weg zurück für mich, nur Mut , nur vorwärts, hinein in den Zug der ratternd einfach so mit mir in Richtung der Gruppe fuhr .

hatte ich doch lange zeit einfach keine Worte dafür , konnte ich über Jahre mich einfach nicht erklären .
jemand hatte vergessen mir Worte für mein verhalten zu geben .
Worte die vieles erklärt hätten hat man vergessen mir bei zu bringen .
all das was ich ihnen nicht erklären konnte , all das was anscheinend an mir komisch war das ich aber nicht bestimmen konnte.
mein komplettes verhalten was nur auf Ablehnung stieß . wo man ständig geängstigt wurde „wenn du das, oder das denkst, sagst, oder wirklich meinst, gehörst du in die Psychiatrie“ , und vieles mehr wurden an Worte an meinen Kopf geschmissen .
aber es gab mir keiner Worte . Worte mit denen ich hätte erklären können . Worte mit denen ich mich hätte verständlich machen können .Worte die alles erklärt hätten .
Nein , diese Worte musste ich mir suchen , mühselig zusammensuchen . dabei fand ich mal hier ein Wort, mal dort ein Wort in Krankheitsbildern die es hätten doch sein können . aber wieder und wieder passte ich nicht wirklich hinein , es war so als wollte man versuchen ein Rechteck in ein viel zu kleinen Kreis hinein zu bekommen, ständig hatte ich das Gefühl mir Jacken (Diagnosen) anzuziehen die mir dann doch nicht passten .
Bei der einen waren die Ärmel zu kurz, bei der anderen schaute mein Bauch heraus .
wieder eine andere hatte kein Rückenteil .
es passte nicht, die Jacken passten nicht , die Diagnosen nicht ,die Worte nicht .

ich saß im Zug, der Gruppe näher kommend .
nervös wippend nahm ich die Leute um mich nicht wahr , so wie ich sie nie wahrnahm so wie ich sie eh nie sah .
sie störten nur, waren laut und zudringlich zu gleich .

nicht lange war es her, nur ein paar Momente , ein paar tage oder auch ein paar Wochen schon .
ich weiß es nicht so ganz genau .
da las ich ein Wort , bin darüber gestolpert, und mir war nicht klar warum, weshalb, oder wieso , aber ich musste einfach lesen .
AUTIST stand dort .
bitte was ist das ?
was ist das für ein Wort ?
Ich war zu neugierig um das Thema Thema sein lassen zu können .
ich fing an Texte zu lesen , Berichte zu wälzen .
einen nach dem anderen .
nach jedem Text, nach jedem Absatz , nach jedem Bericht , zog ich ein weiteres teil einer Jacke an .
erst der linke arm , vorsichtig nicht zu schnell .
ich mag nicht sehen wenn es wieder nicht passt , mag mich nicht hinein verirren .
mag keine Einbildungen erzeugen , doch der Ärmel passte .
er war Passgenau nicht zu kurz und nicht zu lang, genau richtig .
mich wühlte das auf , so wie sonst wenn ich eine neue Jacke anprobierte .
ich wollte nicht weiter , nicht weiter sehen .
ich zog die Jacke erst mal wieder aus , doch mit jedem Text mit jedem Bericht, mit jedem Wort ,formte sie sich weiter. mit jedem Gespräch das ich hatte , wurde die Jacke größer, besser und schöner .
wie all die Jacken die ich schon kannte .

die Jacke nahm ich zum guten Schluss mit zu meiner Ärztin , wollte ich doch fragen ob sie meinte das diese mir passt und ob sie mir stehen würde .
ihre Worte waren klar : „also nein, diese Jacke passt ihnen nicht“ .
die Jacke wollte ich nicht weglegen sie sah so passend aus , sie musste einfach passen.
und so entgegnete ich ihr : „erklären sie mir bitte, wie ist ein AUTIST ?“.
Und sie begann zu erzählen.
stockte bei jedem Satz .
und so langsam viel ihr auf;.und voll entsetzt und „geplättet“ ( so wie sie sagte) , entschuldigte sie sich gleich bei mir .
„natürlich , ein Autist!“.
sie stotterte fast als sie diese Worte vor sich hin murmelte, „ na ganz klar wie konnte ich sie nur nicht sehen? Entschuldigen sie .“

Sie entließ mich mit den Worten : „ziehen sie die Jacke an probieren sie sie an . prüfen sie sie , und sagen sie mir ob sie ihnen wirklich passt .“

der Treff der Gruppe , für mich nur der letzte schritt um zu schauen ob der Reißverschluss auch zu geht , ob die knöpfe auch alle dran sind , ob ich richtig lag.
so nervös war ich noch nie .
nur noch die Treppen hinauf und dann würde ich es wissen .
„ist meine Jacke heil ? oder hat sie löcher ?“, so schoss es mir noch schnell durch den Kopf , ehe ich die Gruppe sah , und sie wahrnahm .
mit jedem Satz der gesprochen wurde , mit jeder Gestik die ich verstand, mit jedem blick der vor den köpfen der Leute endete , formten sich die letzten knöpfe meiner Jacke .
sie war perfekt.
alles passte .
sie hatte keine löcher , der Reißverschluss ging zu , die Ärmel waren nicht zu lang und nicht zu kurz .
sie war warm , aber nicht zu warm .
sie war weich ,umhüllte meinen Körper so wie es vor ihr noch keine Jacke tat.

und ja, ich hatte endlich mein Wort gefunden , und ja endlich hatte man mir Worte gegeben die alles erklärten und ja ich war in diesem Moment wohl das erste mal so richtig zufrieden mit mir .
mit meiner Jacke , mit dem wie ich war , mit mir selber ganz für mich in mir.
alles stimmte überein , die Jacke passte und sie passt mir so gut , wie keine Jacke es jemals tat .

Und wie war eure Woche so ?

Mal wieder ist eine Woche rum
Und was durfte ich, als Autistin, mir so alles in dieser Woche anhören?
Fangen wir mal am Anfang der Woche also dem Montag an.
Da meinte doch glatt eine zu mir, ob ich behindert wäre. Ich glaube das meinte sie nicht ganz so ernst. Doch die Antwort die auf dem Fuße folgte war sehr ernst ;-). Ja, aber woher weißt du das?
Die fragenden Blicke die sie dann in meine Richtung warf, kann man sich bestimmt vorstellen. Nun ist der Autismus nicht unbedingt in zwei Sätzen erklärt, und so langweilte sich meine Zuhörerin sehr schnell, während ich immer weiter über mein Lieblingsthema sprach.
Am Dienstag ,oh ja der Dienstag, der war gut!
Ich musste zu einer Hausärztin zur Blutabnahme. Zum ersten mal ging ich in ihre Praxis.
Wie ich es befürchtet hatte, kannte die gute Frau sich nicht mit Autismus aus.
Autismus kann nicht geheilt werden und trotzdem setzte die gute Ärztin zu dem Satz an, „nehmen sie Tabletten?“
Ich antwortete mit einem sehr bestimmten:“nein!“
Sie: “Aber warum nicht? Mit Tabletten würde es IHNEN bestimmt besser gehen, und ihre Zuckungen würden aufhören.“
Da platzte mir etwas der Kragen und ich entgegnete ihr: “Das hört sich eher so an, als sollte ich Tabletten nur dafür nehmen damit SIE besser mit mir zurecht kommen, da ich ja dann schön ruhig gestellt bin. Nein danke. Die Tabletten können sie behalten ,denn ich komme mit mir selber super gut klar.“
Leicht genervt untersuchte mich die Ärztin weiter. Doch durch die Blume ließ sie mich wissen, dass sie es gar nicht gut fand, dass ich keine Psychopharmaka wollte.
Der Mittwoch war nicht wirklich besser.
Es gibt immer mal wieder Menschen, denen man begegnet und die der Meinung sind man müsse nur an seinen Defiziten arbeiten und würde alles durch Übung erlernen können. Natürlich ist damit auch das Händeschütteln gemeint. ( das mögen Autisten so gar nicht und es liegt in der Natur des Autisten dies am liebsten nicht machen zu müssen.)
Da ich es kategorisch ablehne jemanden bei der Begrüßung die Hand zu geben, war dieser Mensch den ich traf sehr schockiert und fragte, warum ich so unhöflich sei.
Ich erklärte ihm, dass das Händeschütteln bei mir Schmerzen verursacht und ich diese Begrüßungsform daher ablehnen müsse.
Daraufhin meinte er, dass ich das aber unbedingt lernen müsste. Auch meine Schmerzen müsste ich dabei einfach mal in Kauf nehmen.
Und dann kam der Donnerstag ….
Eine News von Querdenker brachte dann das Fass zum überlaufen. Da sind tatsächlich Menschen in den USA der Meinung, dass man Autismus einfach weg-ätzen kann, indem man dem Autisten Natriumchlorit (nicht zu verwechseln mit Natriumchlorid (Kochsalz)) von oben und unten verabreicht.
Ihr habt richtig gehört..
Dem Autisten wird also Bleiche mit Wasser verdünnt eingeflöst.
Man soll sich auch keine Sorgen machen, wenn bei der Behandlung Fieber und Erbrechen auftaucht, das wäre normal und würde zeigen, dass die Bleiche wirkt und die Bakterien die Autismus auslösen abtötet.
Autisten sind angeblich von Bakterien verseucht und diese müssten schließlich weg-geätzt werden.
Klingt für mich eher nach Teufelsaustreibung und Folter.
Heute ist Freitag bis jetzt war noch nichts aber wer weiß der Tag ist ja noch nicht zu Ende.
Außer das jemand meinte das ich ja keine Vereinsarbeit leisten könnte, weil ich ja behindert bin und nicht belastbar wäre.
Das war ein Querschnitt durch meine Woche …. und wie war eure Woche so?

Der Autist im fremdem Bett

Der Autist im fremdem Bett
Aus familiären Gründen musste ich verreisen. Da wo ich hinreisen musste, hatte ich leider für meinen Blog keine Zeit bzw. kam ich einfach nicht dazu einen Blog Beitrag zu schreiben.
Das hole ich dann heute nach.
Schon einen Abend bevor ich los musste, packte ich meine Tasche und versuchte meine Gedanken dahin gehend zu sortieren, welche Routinen ich wohl würde mitnehmen können und welche ich nicht würde durchführen können.
In einem kurzen Gedankenblitz ging es durch meinen Kopf: „Habe ich alles eingepackt? Ob es dort wo ich hinfahre vielleicht meinen Supermarkt gibt, in dem ich jeden Morgen zur gleichen Zeit einkaufen gehe?“
Schnell lief ich zum PC, Google Maps war mal wieder mein Freund.
Oh ja, meinen Supermarkt den gab es zwar, nur leider etwas weiter weg als bei mir zu Hause. Aber, immerhin es gibt ihn dort.
Ich brauche meinen Rucksack zum einkaufen, doch der ist nicht da.
Was mach ich nur?
Mein Rucksack ist nicht da .
Aufgeregt rannte ich hin und her. Mein Freund sah mich kurz an: “Nimm morgen früh einfach eine Tasche zum Einkaufen mit.“
„Das geht doch nicht. Ich packe meinen Rucksack immer gleich ein und kaufe auch das Gleiche. Wenn ich eine Tasche nehme, dann weiß ich doch nicht ob meine Sachen da auch alle reinpassen.“
Daraufhin reichte mein Freund mir einen Stoffbeutel: “Na dann probier das halt mal aus!“
Ich nahm den Beutel und holte die Sachen die ich morgens immer kaufe aus dem Kühlschrank heraus und verstaute sie probeweise in der Stofftasche.
„Oh Prima das passt, da geht alles rein, die nehme ich mit.“
Sehr nervös, weil ich auch noch ganz alleine mit dem Zug verreisen musste, ging es weiter.
Am Bahnsteig war es dann wie immer. Ich rannte meine Kreise ab, während ich auf den Zug wartete und die Menschen um mich herum mich anstarrten, als wäre ich ein Tiger im Zoo.
Ich fühlte mich auch gerade so.
Vom Bahnsteig holte mich keiner ab. Ich durfte laufen.
Auch wurde mir gesagt wo ich den Haustürschlüssel finden würde; in einem Schuh auf einer Terrasse sollte er liegen. Bei der Ankunft suchte ich diesen Schuh fast eine ganze Stunde lang auf der recht kleinen Terrasse, doch ich fand ihn nicht. Total verzweifelt ging ich zur Haustüre um vielleicht doch die Klingel zu benutzen. (was ich mehr wie alles andere hasse)
Zum Glück stand der Schuh dann nicht wie verabredet hinterm Haus sondern vor der Tür. Puh, endlich drinnen und etwas Ruhe.
Ich schaute auf die Uhr:
14 Uhr. Eigentlich Zeit um mit meinem Hund Gassi zu gehen. Doch den hatte ich ja nicht dabei. Wie gut, dass es in diesem Haus gleich zwei Hunde gab. So trottete ich einfach mit denen los.
Hunde-geh-zeit um 14 Uhr.
Am Abend lag ich in meinem Gästebett, doch alles sah so falsch aus. Nichts war richtig.
Leer und verlassen fühlte ich mich. Ja, noch nicht einmal meine Nähecke war da, auf die ich abends in meinem Bett immer schaue und die mich normalerweise sehr beruhigt.
Hier sollte ich schlafen. Nein, das ging nun wirklich nicht. Alles falsch, nichts richtig. Nicht so, wie ich es gewöhnt bin.
Ich sprang auf und lief leise, um die anderen nicht zu wecken, in die Küche.
Da fing ich an zu putzen. Das beruhigt mich, wenn es in mir so chaotisch und unaufgeräumt wirkt.
Nur heute ging das nicht. Mein Kopf beruhigte sich einfach nicht. Alles war falsch, stand am falschen Ort, roch anders oder fühlte sich anders an.
Die ganze Nacht schrubbte und putzte ich und bekam mich einfach nicht beruhigt.
Morgens um 7 Uhr stellte ich den Eimer weg und lief zu dem Supermarkt und kaufte meine Sachen ein, wenigstens etwas das mir Sicherheit gab.
Die nächsten zwei Tage wurde es nur noch schlimmer. So überreizt wegen Schlafmangel musste ich auch noch mein Sein verstecken und überspielen. Ich durfte dieses mal nicht so sein wie ich bin.
Niemand darf es sehen, keiner darf mitbekommen, was mit mir nicht stimmt. Ausgelaugt und völlig ausgepowert, fiel mir das unheimlich schwer.
Schon Ränder unter den Augen und kaum noch in der Lage richtig zu stehen, ging ich am zweiten Abend in mein Bett, doch auch dieses mal war an schlafen nicht zu denken. Die Geräusche die das Haus machte und die ich nicht kannte, ließen mich einfach nicht zur Ruhe kommen. Alles knarrte und hörte sich nicht nach dem mir bekannten Zuhause an. Das Heimweh war in diesem Moment sehr schlimm.
Vor innerlicher Unruhe sprang ich wieder auf. Nein, schlafen das ging nun wirklich nicht und wie in der Nacht zuvor schlich ich mich in die erste Etage und schrubbte putzte die ganze Nacht. Doch beruhigte sich mein Körper nicht.
Tagsüber fing der Kampf mit meinem Körper und meinen Kopf an. Bloß nichts zeigen. Angespannt versuchte ich die Konzentration aufrecht zu halten, setzte mich künstlich unter Stress um überhaupt noch funktionieren zu können.
Der Letzte Tag. Ich zählte die Stunden. Mittlerweile nahm ich alles nur noch wie durch einen Nebel war. Ständig sackte ich in mich zusammen. Ja es war schön bei euch, ich war gerne hier, hallte es automatisch durch meinen Kopf.
Ich will nur noch nach Hause in mein Bett. Bitte haltet mich hier nicht mehr so lange auf. Doch das sagte ich nicht laut.
Nun bin ich endlich zu Hause. Die letzten Tage fallen von mir ab. Ich fühle mich gerade immer noch etwas fehl am Platz und finde mich nur schwer wieder in meine Ordnung rein.
Den Schlaf den werde ich noch nachholen müssen. Ich weiß nun aber auch das ich mein zu Hause liebe und ich es unheimlich schätze, so sein zu dürfen wie ich bin.