Der Film über Tample Grandin

Du gehst nicht alleine

Auf Arte Läuft wieder einmal der Film über Tample Grandin.
Ein Film den ich schon sehr oft gesehen habe.
Und mit dessen Figur ich mich sehr gut identifizieren kann.
Das Verhalten dieser Frau, ist meinem so unendlich ähnlich.
Manchmal denke ich, wie schade das ich die echte Tamplin Grandin, nie live erleben werde.
Ich habe noch nie einen Menschen kennengelernt der augenscheinlich so gleich mit mir ist, wie sie es ist.
Ich muss, wenn ich an diesen Film denke, unweigerlich an ihre Quetschmaschine denken.
Denn auch ich habe, in stark abgewandelter Form, solche Sachen für mich gebaut und gefunden.
Hätte ich den Film früher gesehen, so wäre mir bestimmt viel schneller klar gewesen, das ich eine Asperger-Autistin bin.
Auch mein Bildergedächtnis, kommt an ihres sehr nah heran.
Ihre Ängste vor immer neuen Situationen sind mir so verdammt vertraut.
Auch das Verständnis von Tieren ist bei mir recht ausgeprägt vorhanden.
Ich wuchs eben so wie sie mit sehr vielen Vierbeinern auf, was mir in meiner Entwicklung wohl auch viel geholfen hat.
Für alle die diesen Film nicht kennen,habe ich den Link zum Podcast von Arte hier eingefügt
Für mich bedeutete dieser Film von der ersten Minute bis zur letzten ein ständiges wiedererkennen von mir selbst.

Aber am besten ihr bildet euch euer eigenes Urteil.

Viel Spaß beim anschauen, von dieses wirklich tollen Film.

Ich sollte Marsianer werden

Eigentlich wollte ich heute über meinen Ärger schreiben den ich fühle, wenn ich zum Arzt muss und einfach keinen Arzt finde der mich im Ganzen untersucht, sondern es nur noch welche zu geben scheint, die den menschlichen Körper in Stücke unterteilen. Somit müsste ich für eine Sache in mindestens zwei Arztpraxen..
Aber darüber zu jammern, gerade jetzt, erscheint mir so sinnlos. Darüber zu schreiben was mich gerade stört, oder welche Probleme ich gerade mit meiner Umwelt habe, empfinde ich gerade sehr lächerlich.
Lächerlich, wenn man sich die Schlagzeilen der letzten Tage einmal anschaut, so viel Leid wie da über die Bildfläche flimmert, so viel Schmerz den man dort sehen kann, lässt meinen doch so klein erscheinen.
Wenn ich heute, wie üblich, durch die menschenleeren Wälder streife und wie gewohnt die Bilder des Tages durch meinen Kopf laufen, dann befreit es mich nicht, die Bilder laufen zu lassen. Nein, ganz im Gegenteil. Es macht mich tief in mir drin, sehr schwermütig und traurig.
Das alles sind Bilder, dessen grausame Inhalte  ich nicht verstehe. Und immer wenn ich etwas nicht verstehe dann weint mein Herz ganz dolle vor sich hin.
Dann wird mir noch mehr wie sonst bewusst, das ich nicht dazu gehören kann und es auch gar nicht will.
Mein Kopf hat schreckliche Bilder eingefangen, die er nun nicht wieder los wird.
Ich bin durcheinander, Unglück, Unfall, Erdbeben, Bomben das alles bewegt zur zeit die Welt.
Bei mir drehen sich die Bilder immer zu und immer schneller.
Es ist sinnlos versuchen zu wollen zu verstehen, warum eine Menschenrasse so böse Exemplare hervorbringen kann. Nein dazu will ich nun wirklich nicht gehören!
Nur wie entfliehe ich dem ganzen, am Tv ist es klar, den dort gibt es einen Ausknopf, für die Menschen die live dabei waren, gibt es den genauso wenig wie für mich.
Es kommt mir so unwirklich vor, den in mir laufen schreckliche Bilder, während vor mir, sich ein Menschenleerer Wald erstreckt und so friedlich vor sich hin sein Lied der Natur summt.
Vielleicht bin ich wirklich nicht gemacht für diese Welt, ja vielleicht sollte ich sogar Marsianer werden.
Das wäre toll, ich hätte da nur eine bitte, könntet ihr mich ganz alleine hoch schießen.
Doch leider falle ich aus den Auswahlkriterien heraus.
So bleibt mir nur, die eine Frage,
wann hören diese Bilder endlich auf …..

Asperger Autistin hilft Kanner Autisten

Heute bin ich etwas stolz auf mich, denn ich konnte trotz meiner Kontakt Schwierigkeiten einem Jungen aus meiner Nachbarschaft helfen.

Ich stand an der Haltestelle um in die Stadt zu fahren, wie ein Vater mit einem jungen Kanner Autisten auch an diese Haltestelle kam.

Ich kenne den Jungen und seinen Vater schon etwas länger, denn ich sehe sie hin und wieder bei uns in der Nähe.
Dem Vater hatte ich schon einmal erzählt das ich auch Autistin bin, nur habe ich ja den Vorteil mich mitteilen zu können. Was dem Jungen leider vergönnt ist, denn er hat, wie so viele Kanner-Autisten, keine Sprache.

Der Junge tut mir meistens nicht sehr leid, denn ich bekomme oft seine ungebändigte Lebensfreude mit, und freue mich jedes mal, wenn er vor Freude auf und ab hüpft. Was der Vater meist irrtümlich als schlechte Laune deutet.

Jedenfalls stand ich heute am Bus, wie der Vater schon freudig auf mich zu kam.
Sofort, als er bei mir stand, sprudelte es aus ihm heraus: „Mein Sohn war vor ein paar Tagen beim Friseur. Der hat vielleicht ein Theater gemacht. Zu dritt mussten wir ihn festhalten, damit der Friseur seine Haare schneiden konnte.
Können sie mir sagen was ihn so gestört haben könnte?“

Sofort platzte ich sehr laut mit meiner Antwort heraus, denn auch ich habe zur Zeit das Problem zum Friseur zu müssen. Aber noch drücke ich mich davor, da die Probleme beim Friseur mir im Moment zu viel sind.
„Ich mag keinen Friseur. Allein die vielen Spiegel, in denen man nur in seine eigenen Augen sehen kann, machen mich wahnsinnig. Ich kann es auch einfach nicht ertragen, wenn ein fremder Mensch mir auf den Kopf fasst, denn das fühlt sich wie tausend Nadelstiche an. Dann ist da noch die Metallschere, die ganz dicht an meinem Ohr ein metallisch-klapperndes Schneidgeräusch erzeugt. Das macht mir jedes mal eine riesige Gänsehaut. Auch dieses Gefühl mag ich so gar nicht auf meiner Haut.
Das alles dürfte bei ihrem Sohn zu einer Reizüberflutung führen und somit zur totalen Überforderung.“

Der Vater sah mich sehr erstaunt an, dass ich anscheinend, für ihn so belanglose Sachen genannt hatte. Er bedankte sich bei mir mit den Worten: „Sie sollten eine Beratungsstelle für Autisten und ihre Angehörigen aufmachen. Denn, wenn ich sie sehe, lerne ich jedes mal so enorm viel von ihnen.
Sie machen das sehr gut..“
Ich bedankte mich für dieses sehr schöne Kompliment und hoffe sehr, dass meine Ratschläge auch gut umgesetzt werden können.

Ich habe mir nun vorgenommen immer mal wieder mit diesem Vater zu reden und wer weiß, vielleicht kommt für den Jungen ja noch die ein oder andere gute Sache dabei heraus.

  

Überforderung und Faszination dicht beieinander

Heute habe ich den 1. April, nach einer längeren Erholungsphase, endlich verdaut.
Sicherlich war nicht nur der erste April schuld daran, eher meine Intention mal wieder nach Ikea fahren zu können.
Was zum Henker hatte ich mir nur dabei gedacht?
jeder Mann, der schon einmal mit seiner Frau in diesem Möbelhaus war, weiß wovon ich rede.
Nur ein paar kleine Regale wollte ich, mehr eigentlich nicht, und ich dachte das es eine gute Idee wäre, mich vorher an einen Tisch in der Kaffeeterria zu setzen, um mich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Das hätte ich lieber lassen sollen, denn dieser Raum war so voll, dass ich gar keinen Platz mehr bekam. Auch die Masse und somit die Geräusche der Leute hatte ich mal wieder total unterschätzt.
So war mir bereits nach einigen Minuten reichlich schlecht.
Danach sah ich nur noch Tische, Stühle, Betten, Küchen und Kitsch ….. Oh Mann, so viel zu sehen und so viel verwirrende Informationen. Ich war mal wieder völlig aufgeschmissen und versuchte meine Orientierung nicht gänzlich zu verlieren. Was sich angesichts der vielen Eindrücke als furchtbar schwierig erwies. So konnte ich nicht einmal mehr behalten, was ich dort eigentlich wollte. Ziellos lief ich den Pfeilen hinterher und war reichlich angenervt, weil das Labyrinth anscheinend kein Ende nehmen wollte.
In dieser ganzen Geräuschkulisse nahm ich ein klirrendes leises Geräusch wahr. Schnell versuchte ich auszumachen, woher dieses Geräusch kam. Dazu scannten meine Augen den Boden ab und sahen ein Cent-Stück, das gerade dabei war unter einen Schrank zu rollen.
Na super von einem Cent-Stück so erschreckt zu werden, empfand ich als reichlich blöd.
Wenn man dort mit einer Frau hinein geht, dann darf man sich darauf gefasst machen einige Stunden darin zu verweilen.
Wenn eine Autistin ,wie ich eine bin, den Laden besucht, ist es eher wie ein Wettkampf im Schnell- und Hürdenlauf. Meine Begleiter hatten daher Schwierigkeiten, mit mir Schritt zu halten.
Wie gut, dass es nach einiger Zeit endlich die Treppen zum Lager hinunter ging, doch die riesengroßen Regale flößten mir Ehrfurcht ein.
Während andere in diesen Hallen darauf bedacht sind, ihre Sachen in den Regalen zu finden, bin ich hingegen damit beschäftigt mir auszurechnen, wie lange es wohl dauern würde, wenn man das erste Regal anstoßen würde, bis das letzte umgefallen wäre.
Wie viele Kilometer Regal wohl dann in einer endlosen Reihe hintereinander liegen würden?
In diesen Hallen könnte ich Stunden verweilen, so viele Regale, alles soooo hoch, soo viele Zahlen und Regalreihen . Dabei ist alles so akurat aufgeräumt und alles steht auf seinem Platz.
Der Himmel der Ordung, nichts beherrscht hier anscheinend das Chaos alles ist sortiert. Was für ein schönes Geschenk für einen Autisten.
Sich das anschauen zu dürfen, war im diesen Moment das Allergrößte für mich.
Aber leider, schoben mich die anderen Leute schon weiter, durch die Kasse, hindurch und hinaus.

So liegen manches mal, völlige Überforderung und totale Faszination irre dicht beieinander.

Warum ich den "April-April" nicht mag

Warum ich den April-April nicht mag:

Heute morgen fing schon alles sehr gut an. Ich stand wie jeden Morgen auf und versuchte mich anzukleiden, doch bei den Schuhen musste ich feststellen, dass ich den rechten Stiefel einfach nicht an bekam. Auch der vierte und fünfte Versuch blieb ohne Erfolg.
Wie mein Tochter mich dabei beobachtete, bekam sie wohl ein schlechtes Gewissen: „Mama, schau doch einfach mal in den Schuh, ob sich da was versteckt hat.“
Ich: „Wieso sollte sich da was versteckt haben, ich habe dort doch gar nichts reingetan.“
Sie: „Na, überleg mal.“
Ich: „Ne, echt keine Ahnung.“
Sie: „Na weil wir den 1. April haben.“
ich: „Ähmmmmm“
Sie: „April April“

jetzt erst bemerkte ich worauf sie hinaus wollte. Ja klar, hatte ich doch glatt vergessen, dass es so einen Quatsch-Tag gibt.

Also schaute ich in die Stiefel und fand einen Gummiball…..

Schon leicht angenervt, weil ich durch diese Aktion meine täglichen Routinen erst zu spät ausführen konnte, kam dann nach einer halben Stunde der nächste Eklat…

Für meinen Kopf war jetzt also klar: 1. April !!!

Ich lief mit dem Hund raus. Dort begegnete uns ein Nachbar, der wärend er an mir vorbei lief, mir frohe Ostern wünschte, doch für mich war ja klar, dass wir den 1. April haben. Meine Antwort darauf war logischerweise:
*April April*

Durch das komische Gesicht, das mein Nachbar machte, wurde mir klar irgendwas war falsch, aber ich kam nicht drauf was.

Erst nach Stunden dämmerte es mir, dass man ja auf frohe Ostern nicht „April-April“ sagen konnte. :-)

Doch da stand ich bereits in einem Kiosk, um noch etwas Schoki zu kaufen. Der Verkäufer war gerade dabei mir zu erzählen, ich hätte etwas auf der Nase, während er mir zeigte, wo genau ich etwas auf der Nase haben sollte, indem er sich auf seine tippte.
Ich rieb mir die gleiche Stelle und versuchte das „etwas“ los zu werden.
Immer wieder zeigte der Verkäufer auf eine andere Stelle meiner Nase, während alles um mich herum schon lachte, folgte ich brav den Anweisungen des Verkäufers, bis der nach einer scheinbar ewigen Zeit angenervt meinte:
„April April!“
Hinter mir ne Schlange Kunden. Ich verstand nicht und schaute den Verkäufer erst fragend, dann wiederholend an: „April April ???!!!!“
Dem Kunden hinter mir hat es wohl gereicht, denn er räusperte sich ganz laut, und bestellte dann einfach über meinen Kopf hinweg.
In meinem sah es gerade so aus:

Er sagte: April April!
Ich: Warum sagt der das nur? Ich habe doch nur was auf der Nase.
Er:  April April!
Ich: Was meint er damit nur?
Er: Aprill Aprill!
Ich: Ich hab doch was auf meiner Nase.

Das hätte jetzt ewig so weiter gehen können, wenn mein Bus nicht gekommen wäre.
Wie gut, dass ich im Bus dann ganz alleine war. Wer weiß, in welche Fettnäpfchen ich sonst noch so getreten wäre.
Nur noch einer Nachbarin begenete ich. Sie hatte sich wohl die Haare färben lassen. Ich meinte zu ihr, das ihre neue Frisur schön aussehen würde.
Sie: „Ja, meinen sie wirklich?“
Ich: „Ja… April April!“
Aber dies bermerkte ich zum Glück noch, wie es halb auf meiner Zunge hing. Gerade nochmal gut gegangen.
Aber jetzt schnell nach Hause, bevor noch irgendwas passiert.

Und nun liebe Leute wisst ihr auch, warum ich den 1. April nicht mag.