Autistisches Recycling……

Autistisches Recycling……

Heute war es soweit. Meine heißgeliebte Tasche gab den Geist auf. Ein riesiges Loch klaffte auf der Innenseite.
Schade eigentlich. Hatte ich die Tasche doch schon seit ca. 2 jahren. Noch länger besaß ich vorher die Jeanshose, aus der die Handtasche gemacht worden war.
2009 hatte ich die Jeanshose für einen Ausflug nach Berlin gekauft, doch leider war sie nach 3 Jahren durchgescheuert.
Es war eine ganze Weile meine Lieblingsjeans. Auf dem Trödel hatte ich sie von einer jungen Frau für gerade einmal 2 € gekauft. 
Warum kaufe ich eine Jeans auf dem Trödelmarkt, wird sich der ein oder andere nun fragen?
die Antwort dürfte zumindest von einigen Leuten als merkwürdig empfunden werden, denn ich kann schlicht und ergreifend kein Geld für mich ausgeben.
2€ sind der maximal Betrag den ich pro Artikel ausgeben kann. Wenn ich versuche darüber hinaus etwas Geld auszugeben, kann ich mich meist nicht entscheiden, und die sachen bleiben dann doch im Laden hängen.
Viele Frauen gehen shoppen und fühlen sich danach sehr gut und freuen sich über ihre neuen Sachen, ich hingegen freue mich nicht.
Eher ist es so, dass ich regelrecht, nach einer shoppingtour, schlechte Laune bekomme.
Mein Freund sagt dann immer scherzeshalber zu mir:“ du bist die einzige Frau, der ich blind meine Kreditkarte anvertrauen würde, wenn ich denn eine hätte.“ XD.
So gestaltet es sich oft sehr schwierig, wenn sachen kaputt gehen oder ich etwas neues haben muß.
Noch vor ein paar Jahren besaß ich nie eine Handtasche ich empfand so was als Geldverschwendung und darüber hinaus gab es viel zu viele Taschen in den Einkaufsläden. So hätte ich mich niemals für eine entscheiden können, da mir das Gefühl fehlt etwas als schön zu empfinden.
Aber irgendwann brauchte ich dann doch mal eine und es war Sonntag. Alle Läden hatten geschlossen. Ich wusste nicht, was ich machen sollte und lief ziemlich aufgeregt in meiner Wohnung auf und ab und durchsuchte dabei jede Ecke. Doch es lies sich keine Tasche finden.
Gerade wie ich vor meinem Kleiderschrank stand, fiel mir von ganz oben eine Hose direct in meine Arme. Eigentlich wollte ich sie schon wieder hinein werfen, als ich ganz automatisch in meinem Kopf Bilder von Jeanstaschen sah.
„Mhhh…“, dann noch mal kurz auf meine Jeans geschaut, die sehr alt und eh schon löchrig war.
So entstand die Idee, alte Hosen nicht einfach wegzuwerfen, sondern etwas Neues daraus zu machen. Ich nahm Nadel und Faden in die Hand und fing an, die Hose zu einer Tasche umzuarbeiten. Das Tollste daran war eigentlich, dass ich für eine neue Tasche gar kein Geld ausgeben musste und dass sich das Ergebniss auch noch sehen lassen konnte.
Seitdem haben meine Klamotten nicht nur eine Funktion, viel eher leben sie nach dem Abtragen weiter. In welcher Form auch immer.
Heute ist nun meine erste selbstgemachte Tasche kaputt gegangen, dafür musste ja nun Ersatz her. Ich nahm eine Jeans, die ich mir leider zu klein auf einem Trödelstand gekauft hatte und nähte sie um…
Hier seht ihr nun das Ergebniss meines Klamotten-Recyclings:

(Eine Nähmaschine besitze ich seit kurzer Zeit, doch viele Sachen nähe ich immer noch nur mit Nadel und Faden.)

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