Und alles fing mit einem Kleeblatt an

Es war ein nicht ganz so schöner Abend, die Wolken hingen dick und schwarz unter dem Himmel, als meine zwei Hunde vor mir her einen Waldweg trotteten. Ganz zufällig sah ich auf die Grashalme am Rande des Weges, auf einmal Erblickte ich in einem Kleefeld etwas, das nicht ins Bild Passte. Ich Stockte ging den einen Schritt wieder zurück und suchte das Störbild, keine zwei Sekunden Später sah ich es, es war ein 4Blättriges Kleeblatt. Ich Pflückte es und Trug es den ganzen langen Weg vorsichtig, bis zu meinem Auto, in meiner Hand.

Man sagt über 4Blättrige Kleeblätter, das sie Glück bringen, sehr abergläubisch bin ich nicht, aber gehen wir mal einen Moment lang davon aus, es würde stimmen. Warum sollte nur mir dieses Glück gehören, weil ich es Gefunden hatte, und brauche ich das Glück denn im Moment wirklich? Gibt es nicht Menschen die es gerade dringender benötigen würden als ich? Und wann bekommt man das Glück? wenn man es sieht, es Pflügt  oder wenn man es besitzt? Was wäre eigentlich wenn man das Kleeblatt verschenken würde, würde der andere dann dieses Glück bekommen?

Ich würde es sehr egoistisch von mir finden, Glück für mich alleine behalten zu wollen, und so dachte ich darüber nach,nein, für mich alleine würde ich das Glück wirklich nicht Behalten. Viel lieber würde ich es Teilen.

Und so entstand ein Twitterpost

kleeblatt1

Auf eine Antwort brauchte ich nicht lange zu warten, ein User meinte, das in dem Moment beide das Glück bekommen, und meine Gedanken liefen weiter, wenn es so wäre, wäre es doch so einfach, wie geil wäre es mit Vielen Leuten sein Glück Teilen zu können. Denn im Moment ist die Welt mehr als rau und Hässlich, wäre es dann nicht gut, sie ein wenig sanfter werden zu lassen? Und ich schrieb aus meiner Seele diesen Wunsch, für euch auf : Können wir das Glück,dann nicht so über den ganzen Erdballen schicken,wenn sich das Glück beim weiter Verschicken weiter teilt ?

Kleeblatt2

Und die Antwort die ich bekam rührte mich: Glück gehört wie wir wissen, zu den Dingen, die sich mehren wen man sie mit anderen Teilt. Also meinetwegen sofort.

Und so entstand die Idee zur Aktion #geteiltesglück, meine Vision das Kleeblatt an einen Lieben Menschen zu schicken, der davon ein Foto macht, es mit uns auf Twitter Teilt und es dann an einen weiteren Menschen schickt, von dem er denkt das er etwas Glück gebrauchen könnte. Wenn viele mit machen und das Kleeblatt hoffentlich ganz lange im Umlauf bleibt, dann würden wir es vielleicht, nicht schaffen alle Leute von einem Aberglauben zu überzeugen ;-), aber es wäre ein tolles Zeichen.

Also hier mein Aufruf: macht mit unter dem Hashtag #geteiltesglück.

Hier könnt ihr verfolgen, wer das Kleeblatt gerade hat, und solltet ihr selber Post mit dem Kleeblatt bekommen, so teilt es auf Twitter mit uns und schickt es weiter. So das Hoffentlich ganz viele Leute, von meinem #geteiltesglück etwas abbekommen und es weiter Tragen.

 

Update:  Der erste schritt wäre Geschafft

Update: Das #geteilteglück ist Heute beim ersten Empfänger angekommen

 

Einen Blumenstrauß für einen Mobber

Gerade Flackert eine Nachricht durch meine Timeline , hi du, meine Kinder werden Gemobbt, was kann ich dagegen tun ?

Unweigerlich führte das bei mir zu einer Netten Erinnerung, an eine Geschichte wie ich mal mit einem Weiblichen Mobber Umgegangen bin, könnt ihr nun selber Lesen.

Ich trat eine neue Arbeitsstelle an, in einem kleinerem Unternehmen mit ca 40 Mitarbeitern, schon in den ersten Stunden meiner Arbeitszeit machte ich Bekanntschaft mit einer Jungen Blonden Frau. Sofort schoss sie sich mit Hasstiraden auf mich ein, dabei benutzte sie Worte die ich so nicht mal ansatzweise aussprechen würde. Ich kannte diese Person vorher nicht, aber sie machte mir sofort klar das sie mich nicht leiden konnte, und sie mich nicht in ruhe lassen würde, bis ich wieder gehen würde.

Nut** , Hu**, Pflicht** so etwas war mir bis dato noch nie Untergekommen, eine Frau mit so viel Hass auf mich in sich. Ich Verstand gar nicht wo das herkommen konnte, denn sie kannte mich ja gerade mal 10 Minuten lang. Den ganzen Tag und den Darauf folgenden, vor den ganzen Arbeitskollegen, ging es so weiter und niemand sagte etwas dazu, eher sahen die anderen Frauen betreten auf dem Boden, trauten sich aber nicht auch nur etwas dazu zu sagen. Eine kam auf mich zu und meinte mach dir nichts daraus die ist einfach immer so.

Ich wollte mir das aber nicht gefallen lassen, am zweiten Tag war ich schon ziemlich fertig und überlegte mir, wie ich dieser Frau nun Einhalt gebieten könnte. Und mir kam eine Idee. Ich wollte ihr auf eine nette Art und weise beibringen das man mit mir so etwas besser nicht anstellen sollte.

Also am nächsten Morgen ging ich wieder zur Arbeit, aber nicht ohne vorher an einem Blumenladen zu Stoppen und einen Strauß roter Rosen zu besorgen, dann noch ein Anhänger mit einem kleinen Herzen dran und schon war mein Plan im vollem gange. Den Blumenstrauß schön versteckt, hinter meinem Rücken, betrat ich meinen Arbeitsplatz und die Mobberin war auch schon da, sie stürmte gleich mit ihren Hasstiraden auf mich ein. In einer tur schmetterte sie mir dabei Schimpf Worte entgegen, als sie dann nah genug war, kam von mir nicht das übliche beschämende auf den Boden schauen, sondern mein Blick hielt ich fest in ihre Augen gerichtet. Dann nahm ich den Blumenstrauß hinter meinem Rücken hervor. Kniete mich vor ihr nieder und begann ihr vor versammelter Mannschaft eine Liebeserklärung zu machen. Ich liebe dich einfach und mag dein Gesicht, wenn es so Wut verzerrt ist , ich steh auf Erniedrigungen und auf BDSM, du bestärkst meine Gefühle mit jedem Ausdruck von dir, wird mein Liebesgefühl zu dir nur noch stärker und ich will für immer mit dir zusammen sein. Dabei musste ich mich sehr Beherrschen, denn echt sollte das alles aussehen und das tat es auch.  Sie lief Mega rot hat, presste ihre Lippen aufeinander und wollte etwas sagen , doch es war nur ein Gestammel was da aus ihrem Munde heraus kam. Unsicher schaute sie hinter sich in die Runde ihrer Mitarbeiter. Dann schrie sie mich an , du hu*** du Fotz** du schlam*** , doch ich blieb ganz ruhig und schob hinter jedem Wort ein, oh ist das geil, weiter, das gefällt mir , und ich liebe dich immer mehr. Sie riss mir den Blumenstrauß aus der Hand zertrat ihn auf dem Boden und schrie , ich Liebe dich aber nicht.

Und da wusste ich es, ich hatte sie , es ärgerte sie, aber mal so richtig und sie wusste gerade nicht wie sie damit Umgehen sollte. Ich zog weiter meinen Plan durch, bis zur ersten Pause beschimpfte sie mich, mit Sicherheit noch ein Dutzend mal, doch aus meinem Mund kam immer nur, ich Liebe dich und ganz besonders wenn du so wie jetzt zu mir bist. Immer noch hatte sie einen hoch roten Kopf und ich hatte schon ein wenig Angst das dieser bald Platzen könnte. Nach der Pause dann der Wandel ich stand direkt gegenüber vor ihr, und immer wenn ich sie anschaute blickte sie verschämt auf den Boden, sie traute sich nicht mehr, auch nur den Blick in meine Richtung schweifen zu lassen, und ich hatte, ein für alle mal ruhe vor dieser Mobberin……

 

UPDATE:  mich fragt gerade jemand auf Twitter wie ich mich in dieser Situation denn gefühlt hätte. Ich Antwortete so: fühlte sich an, als würde man einen guten Krimi lesen , dessen Ausgang man nicht kennt, ein wenig wie Achterbahn fahren

Reha Ja Nein liegt es wirklich nur an mir ?

Eigentlich sollte ich letzten Monat eine Reha antreten, doch daraus wurde leider nichts.

Eine Reha gegen Schmerze sollte es eigentlich werden, ich hatte einen Termin die Koffer waren gepackt ich war Pünktlich vor Ort. Und doch rollte die Katastrophe schon vorweg. Eigentlich stelle ich mich immer gut auf solche Situationen ein und bereite mich so gut es geht darauf vor. Doch leider ging ich von falschen Voraussetzungen aus, denn ich erwartete ein Ruhiges ankommen, so wie in einem Krankenhaus, leider war dies nicht der Fall. Ich wurde von einer kleinen aber Lauten Eingangshalle überrascht. Dadurch geriet meine Vorstellung über mein Ankommen total aus den fugen. Durch meine Aufregung und ohne Gehörschutz ging es für mich gleich ohne weitere Vorwarnung in den Overload.

Kein Problem dachte ich, bin ja hier Medizinisch Betreut und die Ärzte werden so etwas gut handhaben können. Leider weit gefehlt, schon durch mein auf und ab Gerenne viel ich einfach auf. Ich hatte meinen Aktenordner mit, schließlich müssen die ja wissen, wer da in ihr Haus hinein kommt, auch ging ich einfach davon aus, das die Gefühlten 40 Seiten die ich vorher ausfüllen mussten, gelesen worden wären. Leider auch hier weit gefehlt, die Ärzte wussten nicht was auf sie zu kam und die Bitte das ich mein Essen nicht im Speisesaal zu mir nehmen könnte, führte schlussendlich zum Ausschluss der Reha. Inklusive eines Schreibens an den Rententräger das ich nicht Reha Tauglich wäre.

Dieses Rehahaus das viel Unternimmt um Behinderten Menschen den Zugang zu gewährleisten, Rampen Baut , Extra breite Flure hat, Wegweiser für Blindenstöcke im Boden eingelassen hat, sah sich nicht in der Lage, mich für 4 Wochen zu beherbergen.

Und das einfach nur aus dem Grund, das meine Besonderheiten, eben in ihr vorgefertigtes System nicht hinein passen würde, und ihr System an mich an zu passen, ginge in dieser Einrichtung gar nicht. Sie wären einfach zu Unflexibel dafür und ich, konnte also wieder abreisen.

Ich passe ja oft nicht ins System aber darauf das ich in einem Umfeld von Ärzten und Therapeuten nicht nach meinen Bedürfnissen Behandelt werden kann, darauf war ich nicht vorbereitet. Ist das System wirklich so steif gehalten das es nicht Machbar ist ? Und wenn ja, dann frage ich mich, warum eine Großveranstaltung es jedes Jahr schafft mich genial zu Integrieren, aber so ein Rehahaus nicht in der Lage dazu ist ?

Ich passe mal wieder nicht ins System und warum ? weil ich mich mal, so einfach nicht einem System unter Ordnen kann , sondern das System sich auf mich einstellen müsste. Auf mich eingehen und Überlegungen wie es Trotzdem gehen kann, Fehlanzeige.Also bin ich mal wieder, jemand der an einem System scheitert, das nur noch von Massenabfertigungen lebt. Passt du hinein ist alles gut, passt du nicht, hast du eben halt einfach mal Pech gehabt. Und da sie das ja nicht auf sich zurück fallen lassen wollen, geben sie mal gleich eine allgemeine Empfehlung heraus, das ich nicht Reha (System) tauglich bin.

Ich bin ein gutes Beispiel dafür, wie eng das System tatsächlich gehalten ist und das ein geringfügiges abschweifen davon, schon zu so Massiven Problemen führen kann.

wie geht es nun weiter? naja , der Kreis-Rententräger hat meinen Antrag nun zum Landes-Rententräger geschickt, dieser lässt sich nun ein Gutachten von dieser Klinik schicken. Um danach zu Beurteilen ob es denn irgendwo vielleicht doch ein System geben könnte in das ich hinein passen würde.

Viel Glück dabei …

Meine andere Seite

Heute schreibe ich mal nicht zum Thema Autismus nein Heute geht es mir eher um meine andere Seite, von der ich offen meist nicht so viel erzähle.
Heute geht es um Missbrauch.

darum auch im Vorfeld hier meine *******Triggerwarnung*****

Es ist schlimm wenn einem sehr Jungen Menschen so etwas Passiert, aber noch viel schlimmer (finde ich) sind die Kommentare zu diesem Thema, die man sich oft dazu anhören darf.
Diese Kommentare versetzen einem oft noch Jahre später in eine Art Schockstarre und man weiß oft nicht wie man darauf Antworten soll.
Im Laufe meines Lebens, habe ich oft Aussagen gehört die ich lieber nicht vernommen hätte, einfach weil sie mir die Tränen in die Augen schießen lassen.

Ich muss hier auch mal die Männerwelt etwas in Schutz nehmen, denn aus meiner Geschichte heraus, waren oftmals die Kommentare eher von Weiblichen Mitmenschen verfasst, während ich bei vielen
Männlichen Wesen eher eine Art Mitgefühl geerntet habe. Zumindest bei Gesprächen außerhalb des Internets.

Die Kommentare die ich am meisten zu hören bekam, waren solche wie, Frauen die Vergewaltigt werden sind selber schuld :
Wie die sich auch Anziehen, da müssen sie sich nicht wundern.
Ganz klar haben diese Personen oft auch Ratschläge für mich , die da heißen, zieh dir mal was schicken an , Schminke dich mal, lauf doch nicht immer in solchen lumpen herum usw usw, es sind genau jene Frauen
die dann aber zu mir kamen mit ihrer Meinung, Opfer sind das alles selber schuld.

Doch ich habe nichts der gleichen getan . Sich nicht aufreizend zu kleiden, bedeutet nicht davon verschont zu bleiben, sich nicht zu schminken oder sich nicht aufreizend zu Verhalten bedeutet nicht, das so etwas einem nicht passieren kann.
Ich war 12 beim ersten mal, 13 beim zweiten mal und mit 14 gleich noch einmal. Wie doof kann man sein 3 mal in die gleiche falle zu laufen, bemerkte mal eine Frau zu mir. Beschämend habe ich zum Boden geschaut und nach Erklärungen gesucht.
Eine andere , ergänzte als ich mit ihr darüber redete, ja und wie konnte es dazu kommen, ich meine was hast du gemacht , das dieser Mann das Überhaupt konnte?
Und wieder war ich diejenige, der man Unterschwellig, die schuld für alles gab.

Ich käme mit allem klar und es würde nur halb so weh tun , wenn es diese scheiß, doofen Verfickt** blöden Kommentare nur nicht mehr geben würde. Denn sie tun verdammt noch mal weh.
Ich habe all das nicht getan, und dennoch ist es passiert und ich kann und will nicht dulden, das man mir dafür auch noch die schuld zu schiebt.

Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem einfach alles wieder einmal hoch kommt, und dann ist da aber auch wieder diese Wut. Ich kann nicht ändern was passiert ist , ich kann nicht die zeit zurück drehen.
Aber das was ich kann, ist Begreifen das ich für all das nichts konnte, das es nicht in meiner macht lag, das niemand jemals das Recht hatte mich derart zu Verletzen.
Heute ertappe ich mich immer noch dabei, wie ich denke, du hättest doch ! Ja was hätte ich doch? einen Wintermantel anziehen können ? mitten im Hochsommer? Nicht an das gute im Menschen glauben dürfen?
Liebe Leute da draußen, wann immer ihr auf das Thema stoßt bitte ich euch einfach nur diese Kommentare, die sich anfühlen wie Messer in einem Rücken, zu Unterlassen.

Denn niemand hat das recht einen anderen Menschen derart zu verletzen.
Ich kann es niemals ungeschehen machen, aber ich kann lernen damit um zu gehen, ich kann es als einen Teil meines Lebens anerkennen, als einen Teil von mir das auch meine Persönlichkeit geprägt hat.
Ich bin stark geworden. Über die Jahre habe ich gelernt viel zu überstehen, aber das was mich wirklich in die Verzweiflung treibt ist dieses immer wieder kehrende

DU BIST DOCH SELBER SCHULD

Und Morgen bist du auch dabei !

Heute ist Heute und Gestern war Gestern,

Gestern war ich auf einer Kundgebung, für Inklusion und die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft. Der kleine Demonstrationszug zog über einen gut besuchten Trödelmarkt und anschließend durch eine Shopping Mall.

Dieser Blogpost ist nun nicht an die gerichtet, die den Mut aufbrachten mit zu ziehen.

sondern an alle die uns begegneten, denn es ist wahrlich keine Freude,bei so etwas dabei zu sein. Eine schöne Veranstaltung hatten wir da aufgebaut. jeder hatte seinen Informationsstand gut gefüllt, Werbegeschenke lagen aus, eine Hüpfburg für die Kinder, Kaffee , Kuchen und Würstchen, eben alles was eine gute Veranstaltung ausmacht. Trotzdem blieben wir unter uns.

Auch der Protestmarsch, der auf unsere Veranstaltung aufmerksam machte, änderte nicht viel daran.

Denn

Wir ernteten schnell verächtliche Blicke. Man konnte daraus schon erahnen was diese Menschen dachten. „Wir wollen hier Einkaufen, Quatschen, andere Leute treffen, was bilden die sich ein uns hier mit so einem schweren Thema zu belasten und uns so aus der Sonntaglichen Blubberblase heraus zu holen.“

Es waren eben die Blicke die man Beobachten kann,wenn einer von uns an ihnen vorbei Läuft und sie einem hinterher starren.

Manche waren auch nett und nahmen den Handzettel freundlich an. Doch die anderen, ließen Kommentare los, die mich beschämend zurück lassen. Einer zerknüllte den Zettel vor meinen Augen, und fügte den Kommentar hinzu “ Lass mich mit dem scheiß in ruhe“ Wenn man da mitläuft, tuen solche Aussagen natürlich ganz besonders weh.

Doch die schlimmsten waren die,

Die sich scheinbar angeekelt umdrehten,

Die,die uns Musterten

Die, die die Zettel vor unseren Augen zerknüllten,

Die,die angeekelt weg schauten,

Die, die sich aufregten, weil wir ihre schöne Blubberblase platzen ließen.

Die, die sich blöde Sprüche nicht verkneifen konnten.

Und deswegen ist dieser BlogPost auch für sie :

Denn auch für euch gilt,

„Behindert ist man nicht, Behindert wird man.

Und wer weiß denn schon was Morgen ist ?

Denn Morgen

Morgen könnte es sein,

seit ihr auch dabei !!!!!! 

 

https://youtu.be/pgjCIGaSKfM

 

eine Hommage an mein Netbook

Nun habe ich dich verloren, irgendwo zwischen Tag 0  und zu Hause bist du mir abhanden gekommen.

Mein kleines Netbook, ich weiß noch genau wann ich dich bekommen habe, du warst ein Geschenk von meinem Freund ,zum Geburtstag, an mich. Du hattest nicht viel Speicher und auch deine CPU war nicht ganz so schnell, Windows lief eher schlecht wie recht auf dir, so spielte ich ein abgespecktes Linux auf. Ich streichelte ein paar mal über deine Klappe, ja du warst jetzt meins und ich sollte ein paar schöne Jahre mit dir verbringen dürfen.

Spezialeffekte so wie der Cube liefen auf dir nicht, dazu war es zu wenig Leistung, aber ein Schreibprogramm, ein Firefox und ein abgeschaltetes Flash, ja so warst du eben.Es reichte mir aus, mehr brauchte ich auch nicht.

Die erste Veranstaltung die ich mit dir besuchte war der 29c3 in Hamburg, schon bald zierten die ersten Aufkleber deine Klappe. Mein erstes Buch fand seine Zeilen auf deinen Bildschirm. Selbst dabei warst du langsam und ich musste dann doch dieses Buch auf meinem Großrechner zu Ende schreiben. Doch ich optimierte dich, und spielte Ubuntu auf. An die neue Oberfläche und die neue Umgebung gewöhnte ich mich schnell. Nun warst du etwas schneller und das freute mich natürlich sehr. Du warst mein Begleiter wo immer ich Internet brauchte. Auf der Sigint bekamst du weitere Aufkleber und warst mir dort auch ein toller Begleiter. Du bekamst deine ersten Kratzer, und schon bald wollte mein Freund mir ein neues Netbook holen, doch ich verteidigte dich wo es nur ging, Nein dich los werden? Niemals! Mein heiß geliebtes Netbook irgendwo in einem Schrank nicht mehr in Benutzung, nein das würde gar nicht gehen. So warst du auch beim Hackover dabei und es zierten neue Aufkleber deine Klappe. Da du sehr klein warst, sahst du schon bald ziemlich bunt damit aus.

Mit den Aufklebern von Snowden, dem 29c3 , der Sigint, dem Hackover kamst du Schluss endlich mit zum Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Wir fielen natürlich sofort auf. Die Fotografin die uns erblickte ließ uns den ganzen Tag nicht mehr aus den Augen und schoss von allen Seiten von dir und mir Bilder. Sogar in Kroatien, wo ich ein Tierasyl Unterstützte, warst du mit dabei.

Die ersten Zeilen meines zweiten Buches fanden den Weg in deinen Speicher. Ein großes Event folgte, das Hackercamp. Mann war ich froh dich dabei zu haben. Ich sammelte wieder Aufkleber ein und du wurdest noch ein ganzes Stück bunter. Vor dem Camp wollte mein Freund mir erneut ein neues Netbook holen, doch wieder weigerte ich mich, der Gedanke daran dich nicht mehr in den Händen zu halten und die Aufkleber nicht mehr ansehen zu können, machten mich sehr lethargisch, meine Antwort war kurz und knapp NEIN. mein kleines Netbook bleibt bei mir.

Dein Mauspad, damit kam ich nie so wirklich klar, scrollen damit unmöglich, darum nahm ich immer auch eine Maus mit, um sie an dich zu hängen, um gut arbeiten zu können.

Nun bist du also weg, irgendwo auf meinem Weg verloren gegangen, ich werde Dich und die Aufkleber nicht wieder sehen, aber habe dein Aussehen ja in meinem Kopf gespeichert, und werde es nie vergessen. Du bist immer noch leistungsfaul, daher hoffe ich das der, der dich gefunden hat, dich trotzdem benutzen wird. Das man dich gut behandeln wird und du nicht in einem Müllcontainer endest. Denn dafür warst du mir immer ein zu guter Begleiter.

Du bist nun auf Reise gegangen und ich werde deinen Weg nicht mehr verfolgen können. Mein unfertiges Manuskript liegt auf dir, eventuell findet es jemand und wer weiß, vielleicht findet er es ja sogar gut und lädt es ohne Ende ins Internet hoch, vielleicht macht es dann ja sogar die Runde und wenn das Ende von mir heraus kommt, möchten es viele Menschen lesen. Ja das wäre mal eine Gaudi. Ich weiß nicht was aus dir wird, und wahrscheinlich sehe ich dich nicht wieder. Ein neues wird wohl erst einmal nicht meine Hände schmücken, denn dafür vermisse ich dich zu sehr.

Mein treuer Begleiter.

So wünsche ich dir auf deiner Reise alles, alles gute, nette Menschen, und das man sich um dich kümmert, dich pflegt einen neuen Ram spendiert und dich benutzt.

Deine dich vermissende Sam

 

 

entspannt feiern aber wie ? 32c3

Hallo, heute kommt mal kein Blog, wie hat es mir auf dem Congress gefallen und was habe ich dort erlebt, denn es war mal wieder einfach nur GEIL. Heute möchte ich euch ein paar Tips da lassen wie man als Autist ein solches Event entspannter besuchen kann.

Tipp 1 die Vorbereitung:

Ihr entschließt euch ein größeres Event zu besuchen, ihr seit vielleicht sogar das erste Mal dabei und unsicher ob ihr dort wirklich schöne Tage verbringen könnt. Dann sucht euch Leute die schon einmal da waren und euch  im Vorfeld etwas zum Congress erzählen können. meist reicht da schon ein einziger Tweet aus. Ihr könnt euch aber auch jederzeit an das Chaospatinnenprojekt oder an Auticare wenden und euch dort anmelden.Manchmal ist es hilfreich zu wissen das es Menschen gibt die einen dort am Anfang das Gebäude einmal zeigen. So erhält man schon einmal den nötigen Überblick.

Ihr könnt euch aber auch vorab auf der Homepage vom CCH den Lageplan des Gebäudes ansehen.

Wenn ihr das Ticket habt, dann heißt es Koffer packen, vergesst dabei eure Hilfsmittel nicht, so wie Gehörschutz, Sonnenbrille, Skillbälle und alles was ihr sonst noch so benötigt (denn es ist überall recht laut und es gibt viele blinkende Lichter). Die Neonlichter werden oft mit Folie abgeklebt, so das diese einem nicht mehr so grell erscheinen und das flackern auch für uns kaum mehr wahrnehmbar ist. Am besten ihr kümmert euch schon im Vorfeld darum das ihr so Stress frei wie möglich zum Veranstaltungsort gelangt, sucht euch Bahnverbindungen heraus, kauft euch am besten ein ICE Ticket um entspannter reisen zu können, wie mit den meist vollen und lauten Regionalbahnen. Die Regel gilt: um so entspannter ihr auf dem Congress ankommt um so länger könnt ihr diesen Genießen.

Tag 1 und ihr kommt am Congressgebäude an:

Die schlange an der Kasse ist lang und auch ein wenig beengt (für uns Autisten die Probleme mit enge und nähe haben), kommt am besten sehr frühzeitig um als erster in der Schlange zu stehen oder noch besser ein wenig später, denn die Kassen sind schnell und die Schlange ist auch schnell abgearbeitet. so kommt ihr schon entspannt durch das Kassensystem hindurch. Seit ihr bei den Paten oder bei mir angemeldet, so habt ihr im Vorfeld schon einmal eine Mail bekommen, sagt Bescheid das ihr da seid. Sucht euch eine Assembly (am besten eine in der ihr schon Leute kennt.) wo ihr immer zurück kommt, das kann helfen. Outing ist immer ein Problem wer möchte kann tweeten das er gleichgesinnte sucht, es wird nicht lange dauern bis ihr PN s habt und ihr euch treffen könnt. Lauft durchs Gebäude und sucht euch ecken, wo ihr im Notfall ruhe finden könnt. eventuell hilft euch einer der Twitter Bekanntschaften dabei schon weiter.

Ganz wichtig finde ich, das ihr euch (feste) Zeiten setzt an denen ihr eine Auszeit nehmt, denn in dem Gewusel, der Lautstärke, den vielen tollen Leuten übersieht man oft seine eigenen Signale, da ist es wichtig auch wenn man denkt, es geht doch noch, diese Auszeiten einzuhalten. traut euch wenn ihr überlastet seit eure stimmigs einzusetzen und sie zu benutzen, ob es sich dabei nun um Hände verbiegen oder das all seits bekannte wippen ist, meine Erfahrung sagt mir, das man dort damit nicht weiter auffällt und es völlig ok ist ;-).

In einem Gesprächsverlauf bekommt ihr Probleme, der gegenüber versteht euch eventuell falsch und es droht zu eskalieren? dann hilft euch in diesem falle das Awarenessteam sehr weiter. Das Awarenessteam ist eine art Schlichtungsprogramm das man telefonisch erreichen kann, (besorgt euch am besten bereits frühzeitig die Telefonnummer über das ihr dieses Projekt erreichen könnt)  die können Gespräche schon einmal gut leiten und versuchen zu vermitteln. Manchmal hilft das schon enorm weiter. (wobei ich diese Situation noch NIE auf diesem Event erlebt habe.)

Ihr habt Defizite und kommt in einen Raum nicht hinein, weil eventuell Lichter direkt in eure Augen leuchten und ihr so geblendet werdet das ihr nichts mehr seht. Traut euch das zu Kommunizieren, wenn man normalerweise nur an gelächelt wird, und andere sowas nicht verstehen, werden dort schnell Leute da sein die euch gerne dabei behilflich sind, einfach mal die Barriere wegzuräumen. das kann passieren, in dem man Leute bittet einen zu führen und man dann die Augen schließt oder aber in dem sich einfach mal jemand vor das Licht stellt bis ihr daran vorbei seit. Traut euch da um Hilfe zu bitten. 😉 meine Erfahrung dahingehend ist Bombastisch, nicht ein einziges mal bin ich komisch angeschaut worden, sondern es wurde einfach mal eben so geholfen. Seit kreativ beim beheben eurer Defizite, überlegt wie ihr Barrieren die vorhanden sind für euch abbauen könnt um doch daran teilnehmen zu können. 😉

Ihr möchtet euch einbringen und auch einmal Engeln ? geht in den Himmel und fragt nach ruhigen Engelschichten. Es gibt sie, die Schichten die wie gemacht sind für uns, weit ab vom getümmel und ruhig, aber da muss trotzdem einer stehen/ sitzen. Ihr könnt das Prima mit eurer Pause verbinden. Ruhepause einhalten und dabei seine Engelstunden auffüllen, was will man mehr. 😉

Ihr merkt ihr braucht ein Auszeit , seit sehr überlastet und es droht der Overload, dann heißt es schnell Hilfe zu finden, die sich damit auskennt, am besten habt ihr euch meine Telefonnummer vorher notiert oder kontaktiert mich über twitter und den anderen Netzmedien. Auch das Cert ist in diesem Falle ein guter Anlaufspunkt, das Cert würde euch dann in einen kleinen Raum durchlassen ( am besten allerdings nur im größten Notfall da das Cert immer ausgelastet ist.). Ich könnte euch in diesem falle zu ruhigen orten (räumen) führen, eine Begleitung sein, euch zu hören und gemeinsam können wir Strategien erarbeiten wie ihr wieder Erholung finden könnt.

Schlaf ist sehr wichtig, werdet ihr müde überlastet euch nicht und geht ins Hotel, auch wenn ihr es gerade noch so schön findet. es wäre zu schade wenn ihr durch zu hoher Überlastung einen Tag pausieren müsstet.

Macht euch einen Spass daraus, euch mit anderen Autisten zu treffen und NT s in euren Kreis hinein zu lassen, schaut euch an wie irritiert sie sein werden, wenn sie plötzlich die Kommunikation zwischen euch nicht verstehen und ausnahmsweise mal sie diejenigen sind, die mit großen Fragezeichen neben euch stehen. Klärt sie hinterher darüber auf und gebt ihnen eine Mate aus. Das bricht die Blockade und diese Menschen werden sich daran erinnern, wenn sie mal unverhofft auf einen Autisten treffen. und ihr hättet einen großen teil zur Aufklärung beigetragen.

Mein fester Vorsatz fürs nächste mal : ein Treffen Organisieren in dem wir uns einmal gegenseitig kennen lernen können , um zu sehen wer von uns eigentlich vor Ort ist.

diesen Blogpost habe ich geschrieben, da es einige Autisten gab die mich gefragt haben wie ich es aushalte 4 Tagelang den Congress genießen zu können.

 

ganz liebe Grüße eure sam

 

Nachtrag: steht ihr in der Launch (Partyzone) und findet nicht hinaus, schaut an die Decke die Exitschilder weisen euch den Weg.

 

 

 

 

 

 

 

rebloggt

 rebloggt von:
Offener Brief
Am 17.11.2015 bezeichnete der Sicherheitsexperte Karl-Heinz Kamp in der Phoenix-Runde (1) islamistischen Extremismus als eine Form von Autismus. Damit setzt er, den neuesten Prävalenzstudien (2) zufolge, bis zu 2 % der weltweiten Bevölkerung in einen direkten Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris und Beirut und den Greuel der Terrororganisationen IS, Boko-Haram und Al Quaida.
Wie auch andere Männer in der Öffentlichkeit, von Jakob Augstein (3) bis Henryk M. Broder (4), verwendet Karl-Heinz Kamp den Begriff als pseudo-intellektuelle Beleidigung (5) und setzt auf den bequemen wie falschen Stereotypen auf, die ein Bild von Autisten als gefühlskalte, emotionslose Roboter prägen. 
Wie in der Vergangenheit, wenn Autisten vorschnell – und nahezu immer falsch (6) – als verantwortlich für Schießereien im Gespräch waren, werfen solche Aussagen ihren Schatten auf die autistische Bevölkerung, jung wie alt. So folgte bereits der Ruf nach Registrierung von Autisten (7) oder ihrer zwangsweisen psychiatrischen Unterbringung. Die Folge waren Gewaltausbrüche wie in England, wo ein jugendlicher Autist gejagt wurde, bis er in einen Abgrund sprang (8), oder direkte Angriffe, weltweit (9). Auch Mütter, die ihre autistischen Kinder töteten oder einen Tötungsversuch unternahmen, bauten ihre Verteidigung auf dieser Welle allgemeinen Autistenhasses auf. 
Auf Grund dieser Vorurteile werden Autisten Hilfen verweigert und scheuen Autisten das Outing in Schule, Universität und Beruf und verzichten damit auf notwendige Unterstützung.
Dass der Präsident einer Bundesakademie und Berater der Bundesregierung, ein Terrorexperte, auf einem öffentlich-rechtlichen Sender diesen Autistenhass weiter schürt, ist nicht hinnehmbar. 
Daher erwarten wir von Karl-Heinz Kamp umgehend eine öffentliche Entschuldigung, von der Bundesakademie für Sicherheitspolitik eine Distanzierung von den Aussagen ihres Präsidenten und vom Sender Phönix ebenfalls eine Distanzierung von den unwidersprochen in ihrem Programm gesendeten Aussagen.
Nachtrag:
Ein Pressesprecher der BAKS sagte dazu, dass „das Wort leider aus laienhafter Kenntnis verwandt wurde“ und sie dafür sensibilisiert wurden. Außerdem wurde zugesagt, auf der Internetseite der BAKS auf die „verkehrte Wortwahl“ hinzuweisen. Eine Bereitschaft zu weiteren Schritten oder einer Entschuldigung war nicht zu erkennen.
Angesichts der Tatsache, dass dieser Hinweis von nur einem Bruchteil der Menschen wahrgenommen werden wird, die diese Sendung gesehen haben, empfinden wir dieses Angebot jedoch als nicht ausreichend um den entstandenen Schaden zu kompensieren und sind insbesondere von der fehlenden Bereitschaft zu einer Entschuldigung enttäuscht.
Quellen:

Unterzeichnerliste :

Organisationen:
1. Verein „autismus Südost-Niedersachsen“
2. autonomes Referat für behinderte und chronisch kranke Studierende im AStA an der Uni Münster
3. Auticare e.V. (Verein von und für Autisten)
4. Autland Nürnberg
Einzelpersonen:
1. Mela Eckenfels (Mitglied ASAN [Autistic Self Advocacy Network])
2. Max Neumann
3. Benjamin Falk
4. Bernd Martin Rohde (Mitglied der CDU)
5. Denise Linke
6. Ina Blodig (Specialisterne)
7. Silke Burmeister (Mitglied bei Amnesty International)
8. Aleksander Knauerhase (Inklusionsbotschafter)
9. Petra Dietz
10. Thomas Dietz
11. Aada K. Lopez
12. Katja Schmidt
13. Sandra Brangs
14. Jan Ismael Kluever
15. Aenne Munkel
16. Carolin  Brendecke
17. Maria Papiomitoglou
18. Anita Schleutermann
19. John Schleutermann
20. Jeannette Schleutermann
21. Heiko
22. Alex Kauk
23. Kristin Johannsen
24. Marion Schäfer
25. Isabella Künzinger
26. Silke Mühlbacher
27. George L. Lopez
28. Juergen Niggemann
29. Claudia Zweinert
30. C.Seinsche
31. Erik Falk
32. Sam Becker
33. Juliane Linke
34. Daniela Schreiter
35. Dagmar Keiper
36. Rainer Brings
37. Stephan Siekmeyer
38. Katharina Winterhalder
39. Carina Ohmes
40.Claudia Schmidt
41. Cordula Rode
42. Martje Henrike Rode
43. Thomas Winterhalder
44. Barbara Kruse
45. Christina nowak
46. Rita Murawski-Nowak
47. Anja Bönsch
48. Josef Bönsch
49. Kristina Möller
50. Janina Waetzmann
51 Sabrina Stolzenberg
52. Tanja Einheuser
53. Christin Klepac
54.Marina Buchholz 
55. Renè Buchholz 
56. Monika Scheele Knight
57 Gabriele Reitz
58. Rainer Haggenmiller
59 Ulrike U
60. Jennifer Kazanci
61 Nicole Döling
62. Alexandra Lais
63. Rebecca F.
64. Alexander F.
65. Melanie Feldmann 
66. Karolina Wasalska
67. Claudia Steinhagen 
68. Nurten Meriç 
69. Ulrike Rost 
70. Andreas Hinz

rebloggt von Quergedachtes

Ich reblogge wegen unverschämtheiten die ich so nicht stehen lassen kann und bitte frau K mir doch eine Lösch PN zu schicken 😉

hier der Post :

Das wahre Gesicht, eine Chronik des Grauens

Wichtiger Hinweis: Wer diesen Blogpost  rebloggt und kommentiert muss damit rechnen, dass Frau Klemm um Löschung bittet. So geschehen im Blog von Sabrina Stolzenberg. Rebloggen also auf eigene Verantwortung!

Ich stecke eigentlich mitten in meiner Vorbereitung für eine Reise. Ich werde als Gast und Zuhörer in Nürnberg an einer Veranstaltung von Autismus Mittelfranken teilnehmen. Thema:

“Autismus-Therapie im Spannungsfeld zwischen Evidenzbasierung und Lebensqualität”

Übrigens entstanden aus der Stellungnahme des Vorstandes von Autismus Mittelfranken zum Thema ABA.

Ich wurde dann heute auf die Facebookseite von Autismus Karlsruhe hingewiesen. Hier wurde die Seite bzw. der Verein über die Facebook eigene Funktion mit einem Stern bewertet

Kommentar: Widerlicher Verein der ABA promoted

Gut, nicht jeder würde es so ausdrücken, aber es ist eine Meinung. Und das Autismus Karlsruhe ganz vorne beim Thema ABA dabei ist, ist kein Geheimnis.

Frau Klemm, ihres Zeichens ehemalige Vorsitzende des Vereines, reagierte auf diese Bewertung die NICHT von mir stammt wie folgt:

„Sehr geehrter Herr Kummer, in welchem Kontakt stehen Sie zu dem Verein. Haben Sie persönliche Erfahrungen mit ABA gemacht und warum bezeichnen Sie den Verein als widerllich.“

Es folgt ein Link zu folgendem Zeitartikel

Um es kurz zu machen: Der Artikel handelt von extremistischer Gewalt und rechtsradikalen Brandanschlägen auf Flüchtlingsheime.

Was will Frau Klemm uns damit sagen? Dass Kritiker nur „Scheiße im Kopf“ haben (Titel der verlinkten vierten Seite)? Oder doch, dass Autisten die sich gegen ABA aussprechen extremistisch sind? Alleine schon dieser Link kann als Provokation empfunden werden.

Herr Kummer antwortete dann für mich nachvollziehbar:

„Weil es sich bei ABA um eine von den meisten Autisten abgelehnte Menschenrechtsverletzung handelt…“

Frau Klemm antwortet dann (in Auszügen) folgendes:

„Sehr geehrter Herr Kummer, wahrscheinlich sind Sie ein Mensch mit Autismus und vielleicht nicht in der Lage, die Konsequenzen Ihres Handelns einzuschätzen.“

Wieso ist jemand der ABA Kritisiert wahrscheinlich Autist? Und warum wird dem Kommentator unterstellt dass er evtl. nicht in der Lage ist die Konsequenzen seines Handelns einzuschätzen? Etwas das sich, wenn man die Kommentare weiter verfolgt, eigentlich Frau Klemm fragen sollte.

„Ihre Aussage ist inhaltlich falsch, da es sich bei ABA um eine Naturwissenschaft handelt, die sich mit dem Verhalten von Lebewesen, z.B. Ihnen beschäftigt. Es handelt sich um Verhaltentherapie im weiteren Sinne.“

Ja was denn nun? Ist ABA eine eigene Disziplin der Naturwissenschaft? Oder doch eher eine Therapie(form) und damit Teil der Psychologie als wissenschaftliche Disziplin? Für mich widerspricht sich das.

Sam Becker ergriff danach das virtuelle Wort und verdeutlichte nochmal warum es Autisten gibt, die ABA ablehnen und warum sie dies tun. Ein Auszug davon:

„Es gibt auch nicht nur vereinzelte autisten die sich gegen ABA zu recht zur wehr setzen, sondern mittlerweile schon ganz viele. ABA Therrapeuten täten gut daran endlich diesen heute erwachsenen autisten zu zu hören und ihre kretik auch ernst zu nehmen. anstatt diese ständig herunter zu Putzen. denn unsere stimme zählt eben auch , es muss sich hier ganz gehörig etwas ändern. Und ich bin sehr froh darüber das immer mehr autisten den Mut aufbringen sich gegen diese art von Therrapie zur wehr zu setzen. mit freundlichen grüßen ihre sam becker“

Frau Klemm erklärte dann folgendes:

„In Deutschland gibt es fast keine BCBA und wenn arbeiten sie nicht nach den Standards des Gesundheitssystems in Amerika. Die meisten Menschen die in Deutschland an Kindern mit Autismus unter dem Namen ABA rumfuschen, haben gar keine Ausbildung und dürften das in Amerika nicht. Das gehört verboten und ist ein Versagen der deutschen Politik, die ganz insgesamt nicht sicherstellt, dass Menschen mit Behinderung in Deutschland nicht mit öffentlicher Finanzierung unlauteren oder schädigenden Praktiken ausgesetzt werden.“

Punkt 1: In Deutschland gibt es also kein „richtiges“ weil zertifiziertes ABA.

Punkt 2: Was unter ABA angeboten wird ist in Deutschland Pfusch (außer das was die wenigen zertifizierten machen).

Punkt 3: Was in Deutschland unter ABA läuft gehört verboten weil es schädigend und unlauter ist.

Natürlich betrifft das, laut Frau Klemm, nur die nicht zertifizierten ABA Anbieter. Soweit kein Wunder befindet sich Frau Klemm doch selbst in der Ausbildung zum BCBA.

Ich mache gerade meinen Abschluss als BCBA.

Interessant ist, dass man das schädliche ABA dadurch besser machen möchte indem man das “nicht zertifizierte ABA” als „Pfusch“ und „schädlich“ abwertet. Tut mir leid Frau Klemm: Das macht „Ihr“ ABA nicht einen Deut besser. Was wir kritisieren ist neben der Ausführung das Weltbild das hinter ABA steht: Autisten sind in ihren Augen defekt und müssen umerzogen werden. Und da sind sich alle ABA Therapien, egal ob zertifiziert oder nicht, gleich.

Weiter geht’s mit Frau Klemm herself:

„Und zu dem dummen Gepöbel mit den Behindertenrechten: Ich habe auch Rechte, meine Stimme als Erziehungsberechtige zählt auch und ich lasse mich nicht in der Öffentlichkeit von Menschen, auch wenn sie behindert sind, als jemand darstellen, der sein Kind quält. Das ist eine Unverschämtheit, zumal Sie keine Ahnung von dem Thema haben und es nur instrumentalisieren. Sie schaden ganz vielen Kindern und ihren Eltern.“

Behindertenrechte sind also dummes Gepöbel? Sowas aus dem Mund einer ehemaligen Vorsitzenden eines Regionalverbandes von Autismus Deutschland? Geschrieben von einer Person EDIT: die sich “in Ausbildung zum BCBA” befindet und “Abschlüsse und Referenzen in der evidenzbasierten Autismustherapie” hat?

Es wurde übrigens niemals behauptet, dass Frau Klemm ihr Kind quält. ABA als Therapieform wurde, und das war eine Meinungsäußerung, als Menschenrechtsverletzung betitelt. Menschenrechte sind vielfältiger als das Recht nicht gequält zu werden. Und auch Sam Becker erwähnte nur mögliche Folgeschäden. Anscheinend fühlte sich Frau Klemm aber auch genau dort angesprochen, woher kommt sonst die Interpretation von Quälerei?

Zum Schluss wirft man den Kritikern vor vielen Kindern und Eltern zu schaden. Es ist also ungebührlich und schädigend wenn man als Mensch ABA kritisiert? Ist ABA gar unantastbar?

Sam Becker versuchte wiederum zu erklären und vor allem sich des Vorwurfes zu erwehren nicht mitsprechen zu können.

Frau Klemm wiederum antwortete folgendes:

„Also ich bin jetzt gerade an zwei Hochschulen eine in der USA und eine in Deutschland und beschäftige mich von Morgens bis Abends mit nichts anderem. Ich habe Abschlüsse und Referenzen in allen möglichen Bereichen der evidenzbasierten Autismstherapie, die ich Ihnen auch gerne zu kommen lassen, wenn Sie mir Ihren akademischen Hintergrund vorab belegen.“

Man muss also einen akademischen Hintergrund haben um mit Frau Klemm über ABA zu diskutieren? Reicht ein Diplom, muss es ein Master sein oder geht unter einer Promotion nichts? Nur damit akademisch gebildete Autisten nicht umsonst versuchen mit Frau Klemm zu diskutieren. Wäre schade um die Zeit und wieder nur eine Rückweisung.

Zur immer wieder genannten „Evidenzbasierung“ wurde schon viel gesagt. Ich sage nochmal: Es ist auch augenscheinlich (also evident), dass das Abtrennen des Kopfes vom Restkörper eines Menschen zum Tode führt. Ist es deshalb angemessen? Ist es nicht. Und so ist es auch mit ABA: Es wird die Wirksamkeit (unter dem Aspekt des Verschwindens der autistischen Verhaltensweisen) untersucht und erfasst. Aber nicht was ABA mit den Menschen macht und welche Auswirkungen es hat. Die ABA Forscher werden schon wissen warum….

Sam Becker wies Frau Klemm übrigens darauf hin, dass sie weiblich sei und eine Anrede mit Herr Becker falsch ist. Frau Klemm interpretierte dann folgendes:

„Wir habe uns noch nie persönlich getroffen. Sie kennen mich nicht und mein Kind nicht, Unbekannterweise ist mir daher ein Fehler in Ihrem Geschlecht unterlaufen, anscheinend gibt Ihnen dies ein erfreuliches Gefühl der Überlegenheit und Macht. Dies so auszuschlachten, ist ja leider oft Teil der Behinderung, wenn Sie denn dann ohne Förderung in eine narzisstische Perversion übergeht, ist das Empathievermögen eingeschränkt oder gar nicht vorhanden.“

Für jemanden der, nach eigener Aussage, sich von Morgens bis Abends mit Autismus und ABA beschäftigt ist das eine gewagte Interpretation. Eine Autistin die darauf besteht FRAU Becker und nicht HERR Becker zu sein wird unterstellt das zu korrigieren weil sie ein Gefühl der Überlegenheit und Macht braucht? Jemand der EDIT: “Abschlüsse und Referenzen in der evidenzbasierten Autismustherapie” hat und sich in der “Ausbildung zum BCBA” befindet sollte solche Schlüsse besser nicht ziehen. Weiter noch wird aber eine Aussage getroffen die weder einer angehenden BCBA noch überhaupt jemanden zusteht der die kritisierte Person nicht kennt:

 „Dies so auszuschlachten, ist ja leider oft Teil der Behinderung, wenn Sie denn dann ohne Förderung in eine narzisstische Perversion übergeht, ist das Empathievermögen eingeschränkt oder gar nicht vorhanden.“

Autisten (und das ist eben die Behinderung um die es hier geht) werden also ohne Förderung (nach ABA?) oft zu jemandem der zu narzisstischer Perversion neigt. Geht es noch? Hier wird ein Urteil bzw. eine pauschale Aussage über Autisten getroffen die zutiefst beleidigend und herabwürdigend ist. Da bleibt mir nur die Frage:

„Frau Klemm: Wo ist IHRE Empathie für Autisten, deren Gefühle und Handlungen?“

Frau Klemm holt aber noch weiter aus:

„Die meisten Menschen ohne Kontakt zu Menschen mit Autismus können sich nicht vorstellen, wie narzisstisch pervers Menschen mit ihrem Behinderungsbild agieren können.“

Sie vertritt also die Meinung, dass die Autisten die sich zu Wort melden ihre Behinderung nutzen um narzisstisch pervers zu agieren.

Damit gibt sie sich ja klar ihre eigene Daseinsberechtigung als zukünftige EDIT: zertifizierte BCBA mit “Abschlüssen und Referenzen in evidenzbasierter Autismustherapie”: Denn mit Förderung werden aus Autisten auch keine narzisstischen perversen Menschen. Sie bewahrt diese Welt also vor diesen fürchterlich unangenehmen narzisstischen und perversen Autisten die entstehen wenn ABA nicht als Förderung angewandt wird. Wie menschenfeindlich kann ein Bild von Autismus und Autisten noch sein? Wie ableistisch, wie herablassend und Ehrabschneidend? Und solche Menschen mit eben diesem Menschenbild sollen EDIT: zukünftig als BCBA Experten für Autismus sein? Will das die Gesellschaft? Kann das eine Mutter wollen die ein autistisches Kind hat? Kann das im Sinne des deutschen EDIT: Gesundheitssystem sein, wenn autistische Menschen pauschal zu potentiellen narzisstischen pervers agierenden erklärt werden wenn sie sich nicht mit EINER Frühförderung unterziehen lassen? Und sind dann alle Autisten die zu alt für diese „Frühförderung“ sind nun narzisstische pervers agierende Menschen?

Eigentlich müssten wir alle dankbar sein. Dafür, dass eine angehende zertifizierte BCBA ABA EDIT: Expertin ihr wahres Gesicht zeigt. Und was sie von Kritik hält und wie sie über autistische Menschen denkt die ihre Meinung äußern. Damit dürfte sie dem Regionalverband Autismus Karlsruhe und sich selbst mehr geschadet haben als die ursprüngliche Bewertung „widerlich“ für die ABA Aktivitäten des Vereines.

P.S.: Für Fachärzte bin ich übrigens nur Autist. Weder Narzissmus noch Perversionen jedwelcher Art wurden bei mir diagnostiziert. Nur falls Frau Klemm den Blogpost hier zu sehen bekommt 😉

Update vom 6.11.2015:

Der entsprechende Diskussionsstrang ist über Nacht und im Laufe des heutigen Tages mehrfach verschwunden und wieder aufgetaucht. Wenn er denn mal wieder sichtbar ist fallen folgende Punkte auf:

Frau Klemm empfindet folgenden Kommentar als beleidigend:

Schnecken Post Sabine Klemm Ich möchte meinem Jungen keine Therapie zumuten bei der er von vornherein als “behindert” und in Ihren Augen ja wohl als minderwertig abgestempelt wird.
Ich befürchte er hat mehr Empathie als Sie, Frau Klemm

Ihre Reaktion:

Sabine Klemm Ach Frau Scheckenpost, wie beleidigent, aber wenn es Ihnen beim Erhalt Ihres Selbstbilds gut tut. Bitte suche Sie sich zukünftig eine anders Feindbild.

Wo ist da eine Beleidigung? Das man, nach all den voran geganenen Kommentaren, davon ausgeht das Frau Klemm autistische Kinder als minderwertig ansieht? Oder doch die Vermutung dass das Kind von “Schnecken Post” mehr Empathie im Vergleich zu ihr hat? Ich frage mich auch warum Frau Klemm anscheinend Kritik an ABA nicht von ihrer Person trennen kann. Würde sie sich sonst als “Feindbild” sehen? Also nicht das ich Frau Klemm als Feindbild definieren würde, aber wenn man die Erwähnung von Behindertenrechte als Pöbelei bezeichnet und Autisten unterstellt das sie wahrscheinlich nicht die Folgen ihres Handelns absehen können und damit endet, dass es zum Autismus quasi dazugehört, wenn er denn nicht gefördert wird, dass Autisten dann zu narzisstischen pervers agierenden Menschen werden, ja dann ist es für so manchen Menschen nicht weit dahin so eine Person als Feindbild zu sehen. Und ich kann es verstehen.

UPDATE 2 6.11.2015:

Auf Wunsch von Frau Sabine Klemm habe ich meine Annahme, sie strebe eine Arbeit als Therapeutin an oder sei schon so tätig, korrigiert. Die entsprechenden Stellen wurden editiert und mit einem EDIT: markiert. Ich bitte meine Fehleinschätzung zu entschuldigen, es war nicht meine Absicht Ihnen eine therapeiutische Tätigkeit zu unterstellen da diese Berufsbezeichnung in Deustchland auch geschützt ist. Sollte der Eindruck entstanden sein, dass Frau Klemm therapeutisch tätig ist bitte ich dies zu entschuldigen und die entsprechenden Korrekturen zu beachten.

Update 3 7.11.2015:

Wie ich soeben auf Facebook lesen kann möchte mich Frau Klemm, obwohl ich Ihrem Einwand,dass sie keine Therapeutin ist, umgehend Abgeholfen  und mich dafür entschuldigt habe, anzeigen.

Sabine Klemm Also gerade habe ich jetzt den Block von Quergedachtes gelesen und was Sie hier veranstalten, zeige ich bei der Polizei an.
Ich habe jetzt auch mal Screenshots gemacht.
https://quergedachtes.wordpress.com/

Ich habe die von Ihr gemachten öffentlichen Aussagen zitiert und meine Meinung dazu geäußert. Das fällt unter die freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit. Was hier anzeigefähig bzw strafrechtlich relevant sein soll ist mir ein Rätsel.

 

 

Sam zwischen zwei Welten

Heute möchte ich mal zu Feminismus und den klassichen Rollenverteilungen bloggen und wie ich mich selber sehe.

Bin ich von jeher eigentlich durch meine angeborenen Merkmale als Frau gekennzeichnet, so empfinde ich mich gar nicht als Solche. Wenn man mich fragt welchem Geschlecht gehörst du an, würde ich antworten, dass es nicht so einfach ist mich in dieser Hinsicht in eine Schublade hinein zu sortieren. Irgendwie kann ich mich da keiner Seite so richtig dazu gehörig fühlen. Irgendwie bin ich so ein Mittelding zwischen Mann und Frau. Im Laufe meines Erwachsenwerdens, habe ich darum auch nie diese Rollenverteilung verstanden. Ich konnte zwar mit den Weibchen ganz gut mithalten, was Kleidung, Schminken oder auch mal hochackigen Schuhen zu tun hatte, doch meistens fühlte ich mich so nur sehr unwohl. Also ging mein Look dann wieder auf Jeanshose Herrenhemd und Turnschuhe zurück. Ja so fühlte ich mich am wohlsten. Vielen Frauen bin ich begegnet, die mich in dieser Beziehung umlenken wollten, mich moderner, schicker anziehen wollten, oder einfach der Meinung waren ich müsste doch mehr aus mir machen. Schicker sein. Aber wofür? Die Schminke in meinem Gesicht, die eine Fettschicht zaubert und den Lippenstift, der eh nur am Trinkglas kleben bleibt, konnte ich einfach nichts Gutes abgewinnen. Auch im Shopping, dass viele Frauen für sich als Vergnügen empfinden, konnte ich nichts als Anstrengung und Langeweile erkennen.

Rein in den Laden, Klamotten sehen, anhalten, passt, mitnehmen, raus aus dem Gedränge, der Lautstärke den klackernden Schuhen. Mal wieder passte mir kein BH und kein Oberteil der Frauen richtig. Den Vorbau besaß ich nicht, war bei der Verteilung nicht anwesend aber ich habe einen sehr breiten Rücken, der mir echt mal eine Größe von 90-95a verpasste. Eine solche Größe führt leider kein Geschäft ;-). Keine Frauenschuhe die mir auch nur annähernd passten oder bequem genug waren. Also bevorzugte ich beim Einkaufen die Männerabteilung, die in meinen Augen eh viel coolere Klamotten hatte. In meinen Hosen bin ich einfach total gefestig, da hat sich seit dem ich klein bin nichts geändert, Schlaghosen müssen es sein. Ob die nun modern sind oder nicht, ist mir relativ egal. Auch Handtaschen ließen mich lange Zeit einfach kalt, denn wer braucht schon einen Beutel der an einem runterhängt, wenn doch die Hosentaschen dafür total ausreichend ist. Ständig darauf aufzupassen war mir definitiv zu anstrengend.

Ich hatte seit je her auch schon eher Männerberufe ausgesucht. Maler und Lackierer z.b. wäre ich gerne geworden, oder Maurerin. Leider war es damals sehr unüblich Frauen in die Lehre zu nehmen, so dass ich dahingehend ohne Ausbildung blieb. Aber als Helferin war ich oft auf dem Bau mit dabei. Mauerte, verputzte, tapezierte, strich die Wände an. In der Welt der Jungs fand ich mich oftmals viel respektierter als in der Frauenwelt. Sie wollten meist nichts aus mir machen, mich nicht in Klamotten stecken die mir nicht gefielen, mich nicht schminken und auch nicht, dass ich mich mit Nagellack auskannte. Es reichte aus, wenn ich von mauern und tapezieren Ahnung hatte, auch wenn ich die ersten paar Tage immer auch einen kleinen Kampf auszufechten hatte, denn so manch ein Mann schaute nicht nur skeptisch sondern verwechselte mich mit einer Kaffeekocherin. Meist dauerte es aber nicht lange, bevor diese Männer sich ihren eigenen Kaffee kochten und mich als vollwertiges, wie sie immer sagten, Mannsweib annahmen und mitbekamen, dass ich in Sachen Arbeit ihnen in nichts nach stand. Klar, als Frau hat man es da etwas schwerer und muss sich ein wenig beweisen, wenn man es dann aber geschafft hat, ist von einer Geschlechterrollenverteilung nichts mehr zu spüren. was mir oft einfach entgegen kam.

Dazu kam natürlich, dass viele Männer (nicht alle) eine direktere Kommunikation besitzen, als es bei vielen Frauen (nicht allen) der fall ist. So fühlte ich mich auch in der Männerwelt kommunikativ besser aufgehoben. Das führte leider dazu, dass ich mich meist mit den Männern besser verstand als mit deren Partnerinnen, was diese fälschlicherweise als anbaggern oder Konkurrenz empfanden. Das war jedoch überhaupt nicht meine Absicht. Und so lernte ich mit Männern die Partnerinnen hatten, nicht mehr zu reden ;-). Einfach um diesen Missverständnissen aus dem Weg zu gehen. Ich hatte Spass am Internet, an Computern und daran wie es funktioniert. Immer und überall wollte ich wissen wie etwas funktioniert, oder wie man sich etwas selber bauen kann. Die meisten Frauen hingegen nervten diese Themen ungemein. So wurden mir von ihnen oft zu verstehen gegeben, dass es ihnen egal sei wie ein Computer nun wirklich funktioniert, Hauptsache sie würden den Anknopf finden. Das führte dann natürlich dazu, dass ich mir auch in diesem Bereich eher Männer als Gesprächspartner suchte. Nur wenige Frauen die ich traf, waren da genau so wie ich und mit ihnen konnte ich stundenlang Gespräche führen, mich verständigen und auch Freundschaften pflegen.

Meinen persönlichen Höhepunkt erreichte ich, als ich als Helferin in einer großen Firma anfing und dort in der Produktion fast nur Frauen arbeiteten. Interressanterweise waren die Abteilungsleiter fast alle männlicher Natur. Eventuell lag es einfach daran, das die meisten Frauen zwar ihre Arbeit erledigten, aber nicht wissen wollten wie zb. eine Schweißmaschiene (für Verpackungen) funktionierte, oder wie man sie einstellen konnte. Am Pc waren diese Frauen eher mittelmässig, so wurde ich recht schnell für die Maschinen und die PCs eingesetzt und es kam wie es kommen musste: da ich mich besser mit den männlichen Kollegen unterhalten konnte, da mir die Technik einfach mehr lag, statt stundenlang Nagellackfarben durchzukauen, war ich schnell in der Chefabteilung mit eingebunden und man arbeitete gerne mit mir. Nur die Frauen verstanden das wieder falsch und so liefen Gerüchte umher, ich würde mich doch nach oben flirten. um es mal harmlos auszudrücken. Von all der Rollenverteilung hatte ich nur keinen Plan. Ich spielte dabei keine Rolle, denn mich als Frau oder Mann wahrnehmen, das tat ich eben nicht. Ich sprach einfach mit dem, der mir vom Thema her mehr gefiel und bei dem ich gefordert wurde über Sachen nachzudenken, anstatt sie einfach so hinzunehmen. Problemlösungen zu finden, ne Schraube festzuziehen oder auch mal das Auto auf dem Parkplatz alleine reparieren zu können.

Da war ich also in keinster weise abhängig von der Männerdomäne. Diese Selbständigkeit hatte ich durch meine Neugierde wie alles funktioniert erworben und es war ganz klar das ich auch in Werkstätten dabei war, wenn es hieß mein Auto braucht einen neuen Zylinderkopf. Wie rettet man sich aus Situationen heraus mit nur einem langen Gürtel und wofür taugt der alles? Zum hochbinden des Auspuffs war der fantastisch geeignet. Viele Frauen behandelten mich aufgrund dessen immer etwas wie eine Aussenseiterin manchmal denunzierten sie mich auch, schoben mir sachen unter die ich angeblich gemacht hatte oder waren einfach so gemein zu mir. Ich dachte dann jedesmal dass ich doch nichts dafür kann, dass sie einfach kein Interresse an diesen technischen Dingen zeigten. Würden sie das tun, hätten sie sich mit Sicherheit schnell die Position erarbeiten können wie ich sie inne hatte.

Manchmal kommt es aber auch bei mir vor, das ich schaue ob ich genau das typische Frauenbild auch verkörpern könnte. Dann gehe ich los, hole mir feminine Sachen, ziehe sie an, schminke mich und schau an mir runter. Gar nicht so schlecht, aber es ist auch immer irgendwie eine Maskerade, die ich dann da aufsetze. Denn wohl fühle ich mich so einfach nicht und so werden diese Teile dann eher wieder zu einem Staubfänger in meinem Kleiderschrank.

Also bin ich nach wie vor in zwei Welten gefangen, im Körper einer Frau, deren Sachen mir trotzdem nicht passen, mit Themen die nicht feminin genug sind, die sich nicht in Klamotten hineinstecken lässt die zwar toll aussehen, aber unmöglich tragbar sind.

Ich bin SAM, und ich bin ein NEUTRUM:  Weder positiv noch negativ geladenes Teilchen 😉